iPad ab 03.April in den USA verfügbar – Deutschland folgt Ende April – USA-Vorbestellungen in einer Woche
von alex olma | 5 März 2010 | 14:41 Uhr

Apple gibt per Pressemitteilung bekannt, dass das iPad (WiFi-Version) ab dem 03.April in Nordamerika verfügbar ist. Die UMTS-Variante wird man in den USA ab Ende April kaufen können. Alle Modelle des iPad werden in Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Italien, Kanada, Schweiz und Spanien ebenfalls Ende April erhältlich sein.
Beginnend ab 12. März, also ab heute in einer Woche, können Kunden in den USA die WLAN- als auch die WLAN + 3G-Modelle vorbestellen; entweder über den Apple Online Store (www.apple.com) oder als Reservierung zum Abholen des WLAN-Modells ab Samstag, 3. April in einem Apple Retail Store.
Euro-Preise sind bislang nicht genannt, sollen für die internationalen Märkte im April bekanntgegeben werden. Das iPad in der WLAN-Version wird in den USA ab 3. April als 16GB- (499 US-Dollar), als 32GB- (599 US-Dollar) und 64GB-Modell (699 US-Dollar) erhältlich sein. Die UMTS-Version für Ende April kostet in den USA als 16GB-Modell 629 US-Dollar, als 32GB-Modell 729 US-Dollar und als 64GB-Modell 829 US-Dollar.
Der iBookstore von Apple wird zum Herunterladen ab 03.April über den US-Store erfolgen. Weitere Länder sollen im Laufe des Jahres folgen.
Apple verklagt HTC aufgrund von iPhone Patent-Verletzungen
von alex olma | 4 März 2010 | 16:41 Uhr
Apple gibt in einer Pressemitteilung vom vergangenen Dienstag bekannt, dass sie Patentklage gegen den Hardware-Hersteller HTC eingereicht haben. Konkret geht es um Verletzungen von 20 Patenten, die den Mobilfunkbereich des iPhones betreffen.
Nach Apples Aussage beschreiben die Patente das “iPhone user interface, underlying architecture and hardware”. Direkte Nennungen sprechen von Technologien wie “Unlocking A Device By Performing Gestures On An Unlock Image”, “Scrolling And Document Translation, Scaling, And Rotation On A Touch-Screen Display” oder “Object-Oriented Event Notification System With Listener Registration Of Both Interests And Methods”.
Eingebettet ist an dieser Stelle die komplette Klageschrift. Eine ‘verständlichere’ (mit Bildern unterlegte) Erklärung findet sich bei Engadget.
via digitaldaily
Die Situation ist aus zweierlei Perspektive brisant: HTC produziert im Auftrag von Google unter anderem das Android-Mobilfunktelefon ‘Nexus One’. Einen indirekten Angriff auf den Smartphone-Konkurrenten – über den Umweg seines Hardware-Produzenten – kann nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Unter besonderer Beobachtung würde hier grundsätzlich das Thema ‘Multitouch’ stehen. Google schaltete dies in einem Nexus-Update kürzlich frei; Apple beansprucht die Technologie weiterhin für sich. Die HTC-Klageschrift verliert darüber keinen expliziten Hinweis.
Ein Google-Sprecher äußerte sich gegenüber TechCrunch mit dem kurzen Statement: “We are not a party to this lawsuit. However, we stand behind our Android operating system and the partners who have helped us to develop it.”

Photo: TechCrunch
HTC gab ebenfalls kurz angebunden zu Protokoll: “HTC is not only an innovator in mobile technology but also an owner of many patents. We take American and international patent rights protection seriously.”
via etaiwannews
Den zweiten Aspekt läutet Mac-Entwickler Wil Shipley mit einem offenen und emotionalem Brief an Steve Jobs ein:
If Apple becomes a company that uses its might to quash competition instead of using its brains, it’s going to find the brainiest people will slowly stop working there. You know this, you watched it happen at Microsoft. Enforcing patents isn’t a good long-term play: it’s the beginning of the end of the creative Apple we both love.
Apple beschreitet für das iPhone damit erstmals den Weg der selbst initiierten Rechtsstreitigkeit – zumindest soweit mir bekannt. Zuvor waren Patent-Ärgernisse außergerichtlich oder auf Initiative der anderen Partei erfolgt. Die Streitigkeiten mit Cisco, die ein IP-Telefon unter der Marke ‘iPhone’ bereits im Jahr 2006 anboten, regelte man stillschweigend hinter verschlossenen Türen. Ein aktueller Rechtsstreit betrifft den finnischen Mobilfunkanbieter Nokia, der Ende 2009 versuchte den Verkauf des Apple-Telefons zu unterbinden. Apple erhob Gegenklage. Der (noch ausstehende) Anwaltsfeldzug erfolgte jedoch als Reaktion auf den Nokia-Entschluss.
Die jetzige – offensiv angestrebte – Rechtsstreitigkeit wirkt nicht nur untypisch, sondern von einer externen Beobachterperspektive auch reichlich rüpelhaft. Steve Jobs lässt sich mit einem persönlichen Zitat in der Pressemitteilung zitieren:
“We can sit by and watch competitors steal our patented inventions, or we can do something about it. We’ve decided to do something about it,” said Steve Jobs, Apple’s CEO. “We think competition is healthy, but competitors should create their own original technology, not steal ours.”
Innerhalb der letzten 1.5 Tage habe ich allerlei Meinungen studiert, mich mit Leuten ausgetauscht und versucht diese Entscheidung in irgendeine Schublade zu stecken. 1.5 Tage später bin ich noch genauso verwirrt wie davor. Meine ersten Reaktionen waren eine drollige Mischung aus ‘Unverständnis’ und ‘Ratlosigkeit’. Eine Klage wirkt so verdammt ‘unnütz’.
Den großen Themenkomplex der ‘Software-Patente’, welchen John Gruber exzellent beschreibt, möchte ich gar nicht aufmachen. Inwieweit die aufgezeigten Patente als ‘trivial’ eingestuft werden, überlasse ich ebenfalls den Fachleuten.
Generell sollte jedoch festgehalten werden, das die Anwendung von Patenten Innovationen aufhalten. Ehemals dazu gedachte, die Idee des ‘kleinen Entwicklers’ vor der unrechtmäßigen Verwendung des großen Konzerns zu schützen, werden heutzutage Patente als Geisel gehalten. Paul Graham verwendet für die Beschreibung der Druckmittel eine Metapher mit Nuklearwaffen:
Like nuclear weapons, the main role of big companies’ patent portfolios is to threaten anyone who attacks them with a counter-suit.
Mein Gefühl sagt mir, dass ich die jetzige Position nicht mag. Ich mag die damit verbundene Einstellung nicht. Ich mag hingegen Konkurrenz und finde, dass jeder Mitbewerber einen Markt belebt. Apple hat sicherlich einige wirklich wertvolle Ideen zu der heutigen Smartphone-Situation beigetragen. Der gesamte Markt ist dadurch besser geworden. Trotzdem gibt es ihnen nicht das Recht, andere Einflüsse aufzuhalten.
Das ‘Nexus One’, dessen iPhoneBlog-Artikel in den nächsten Tagen folgt, ist ohne Frage geprägt von dieser Entwicklung. Das Gerät steuert jedoch auch selbst viele wertige Ideen bei. Insgeheim hoffe ich, dass wir dieses Thema zu sehr aufbauschen, wobei mir aufgrund der Wichtigkeit jeglicher Hohn und Spott der Android-Fraktion lieb und recht ist.
Gute Ideen verwirklichen sich nur durch eine erfolgreiche Umsetzung – Konzepte in Schubladen verkaufen sich nicht. Das versteht Apple vielleicht besser als viele andere Anbieter. Über eine perspektivlose Marktakzeptanz kann man sich jedenfalls nicht beschweren. Für andere Anbieter gilt es jetzt aufzuholen. Aber man muss sie auch aufholen lassen.
Apple verdoppelt mobile Download-Begrenzung auf 20MB
von alex olma | 18 Februar 2010 | 12:58 Uhr


Apple verdoppelt das Downloadlimit von 10 auf 20 Megabyte, mit denen digitale Inhalte über eine Mobilfunkverbindung vom iPhone heruntergeladen werden können. Das betrifft sowohl iPhone-Anwendungen aus dem App Store, sowie Musiktitel oder Podcasts vom mobilen iTunes Store.
Passend dazu: Am gestrigen Mittwoch erschien ein ReadWriteWeb-Artikel (”Hacking the iPhone App Store’s Ranking Algorithm“), der verschiedenste Verkaufsstrategien für die Anwendung RATP Premium: Subway & Bus in Paris Official (0.79 €; App Store-Link) ausprobierte. Eine Erkenntnis daraus betrifft die bisherige 10MB-Grenze.
Once the RATP application download was reduced below 10Mb, the company saw its largest sales peak ever as users were able to access the service via their 3G networks (rather than via the web-based App store).
App Store-Links mit Browser-Vorschau
von alex olma | 4 Februar 2010 | 13:03 Uhr

Apple versieht in der letzten Nacht die App Store-Links mit einer Vorschau-Ansicht im Browser eurer Wahl. Darin lassen sich wesentliche iTunes-Informationen einsehen, anklicken oder eine ganz andere Route durch den digitalen Store einschlagen.
Hier das Beispiel Guerrilla Bob (2.39 €; App Store-Link)*, dessen Link die Webseite mit der Vorschau aufruft. Um in den App Store zu gelangen, muss der Button ‘In iTunes ansehen’ angewählt werden. Vormals ließ sich eine automatische Weiterleitung durch den Link-Zusatz ‘?mt=8′ veranlassen. Noch scheinen nicht alle iTunes Vorschau-Webseiten verfügbar, so dass angewählte App Store-Links teilweise noch direkt an den iTunes Store durchgereicht werden.

Auch für Musik bietet Apple seit kurzer Zeit die wesentlich kundenfreundlichere Webseiten-Vorschau an, in der die Songs bereits zur Probe gehört werden können. Hier am Beispiel für die ehemalige iPhone-Werbespot-Musik You, Me and the Bourgeoisie – The Submarines (iTunes-Link)* ersichtlich.
(Danke, cirka!)
*Wer ein App Store-Programm über unseren Affiliate-Link bestellt, unterstützt das iPhoneBlog mit einem kleinen Prozentsatz des (unveränderten) Kaufpreises. Herzlichsten Dank dafür!
Flash-Trash-Talk zum iPad
von alex olma | 3 Februar 2010 | 14:28 Uhr
Um die ausschweifende Diskussion über Adobe Flash am vergangenen Wochenende habe ich einen breiten Bogen geschlagen. Das Thema wurde bereits ausführlichst einen Tag vor der iPad-Vorstellung an dieser Stelle besprochen. So wirklich alleine gelassen hat uns das Thema über drei iPhone-Generationen hinweg jedoch noch nie.
Nach der iPad-Vorstellung hat sich daran inhaltlich nichts grundlegend geändert, scheinbar sind die Reaktionen jedoch ebenfalls unverändert am Start. Viele davon erscheinen mir einfach zu lesenswert, um nicht auch hier noch einmal verlinkt zu werden. Ein quasi persönliches ‘Best of TrFlash’-Talk für die Erinnerung. Geeignet zum Nachschlagen in fünf Jahren.

Die “Financial Times Deutschland” – seit letzter Woche mit eigener App Store-Anwendung (kostenlos; Link) – spricht mit dem ‘Video-on-Demand’-Portal Hulu. Jason Kilar, Chef des werbefinanzierten Streaming-Dienstleisters, verspricht: “Hulu wird letztlich auf jedem mobilen Gerät verfügbar sein“. Technisch ist das kein Problem, wie der BBC iPlayer (ausschließlich in UK verfügbar) zeigt. Am Laptop-Webbrowser wird Flash verwendet, im MobileSafari kommen die Videos in H.264.
via daringfireball
Für Hulu müssten dann ‘nur’ noch internationale Rechteverhandlungen über die ‘Ausstrahlung’ deren Video-Inhalte erfochten und das App Store-Ticket gelöst werden. Nur noch?

via theflashblog
Das Flash Blog hinterfragt das “Web-Erlebnis” am iPad mit der oben eingebundenen Bildmontage und der Frage: The iPad provides the ultimate browsing experience?
John Gruber antwortet mit einer Gegenfrage: Who Can Do Something About Those Blue Boxes? Seine Antwort zielt auf Webseiten-Betreiber, da Adobe nicht fähig (”Adobe can’t. They can’t put Flash Player on iPhone OS on their own”) und Apple nicht willig (”Apple could, but they won’t”) erscheinen.
Doch auch die Webseiten-Konsumenten haben eine Stimme. Den Besuch dieses kleinen Weblogs treten 29.91-Prozent mit einem flashfreien oder flashblockierten Browser an. 8,67-Prozent sind mit einem iPhone unterwegs.

Apple-Boss Steve Jobs treiben die kleinen blauen Boxen keine Träne ins Knopfloch.
Dave Winer fragt: “What if Flash Were an Open Standard?“? John Gruber antwortet: “The problem for Flash is just like the problem for IE — the web has already moved on.”
It’s not flash. Its CSS3! (für Chrome und Safari)







