Apple konkretisiert den iBooks-Author-Eula

von alex olma | 3. Februar 2012 | 20:53 Uhr

IPhoneBlog de End User License Agreement

Wenn Sie eine Gebühr für ein Werk verlangen, das Dateien in iBooks Format enthält generiert durch iBooks Author, dürfen Sie dieses Werk nur über Apple verkaufen oder verteilen, wobei diese Verteilung einem separaten Vertrag mit Apple unterliegt. Diese Einschränkung gilt nicht für den Inhalt solcher Werke, die in einer Form verteilt werden, die keine Dateien in .ibooks-Format enthalten.

Mit iBooks Author in Version 1.0.1 spezifiziert Apple den umstrittenen Endbenutzer-Lizenzvertrag.

(Danke, Sebastian!)

[update] Temporär aufge(sc)hoben: iPhones und iPads kehren “in Kürze” zurück in den Verkauf

von alex olma | 3. Februar 2012 | 17:19 Uhr

IPhoneBlog de Suspension

Auf Rückfrage bestätigt Apple Deutschland, dass alle zuvor gestoppten iPhone- und iPad-Modelle “in Kürze” zurück in den Online-Verkauf gelangen.

I can confirm that we were granted a suspension of the injunction, and updated our statement to the following. All iPad and iPhone models will be back on sale through Apple’s online store in Germany shortly. Apple appealed this ruling because Motorola repeatedly refuses to license this patent to Apple on reasonable terms, despite having declared it an industry standard patent seven years ago.

Samstag, 10:30 Uhr: Alle iPhone- und iPad-Modelle lassen sich (vorerst) im deutschen Online-Store von Apple wieder kaufen.

Patentstreit: Apple stoppt Online-Verkauf vom iPhone 3G(S) / 4 und iPad 3G

von alex olma | 3. Februar 2012 | 12:20 Uhr

IPhoneBlog de Mannheim

Nach einer Verfügung des Landgerichts Mannheim nahm Apple am heutigen Freitagmorgen seine älteren iPhone-Modelle sowie das iPad 2 in der UMTS-Fassung aus dem deutschen Online-Verkauf. Der Verkaufsstopp scheint allerdings nicht die heutige Entscheidung sondern das Urteil vom Dezember 2011, Motorolas erster Erfolg gegen Apple in Mannheim, zu vollstrecken.

Apple bestätigte dem iPhoneBlog.de auf Nachfrage diese DPA-Zitat:

While some iPad and iPhone models are not available through Apple’s online store in Germany right now, customers should have no problem finding them at one of our retail stores or an authorised reseller. Apple is appealing this ruling because Motorola repeatedly refuses to license this patent to Apple on reasonable terms, despite having declared it an industry standard patent seven years ago.

Das iPhone 4S scheint von der Entscheidung ausgenommen, weil es einen Baseband-Chip von Qualcomm aufweist. Patentrechtsexperte Florian Müller vermutet, dass zwischen Motorola und Qualcomm Abkommen zur Kreuzlizenzierung bestehen, die mit Infineon/Intel nicht vereinbart wurden. Die früheren iPhone-Modell sowie das iPad 2 in seiner GSM-Fassung benutzten einen ‘Baseband Processor’ von Infineon. Intel kaufte die Mobilfunksparte von Infineon für 1.4 Milliarden US-Dollar im August 2010. Die CDMA-Ausführung des iPad 2 setzt auf Qualcomm.

Das Dezember-Urteil betraf ein “Datenübertragungsverfahren in Mobilfunknetzen” und gehört zum zentralen Bestandteil von GSM. Sein Patentinhaber, in diesem Fall Motorola Mobility, ist verpflichtet, Lizenzen für dessen Nutzung zu fairen Konditionen bereitzustellen (Fair, Reasonable and Non-Discriminatory, FRAND). Apple unterbreitete Motorola ein Lizenzangebot, wollte jedoch rückwirkend keinen Schadensersatz zahlen.

Will Motorola Mobility das Urteil nun vollstrecken lassen [was heute scheinbar geschah], muss die künftige Google-Tochter eine Sicherheitsleistung von 100 Millionen Euro hinterlegen. Damit sollen mögliche Forderungen Apples abgesichert werden, sollte der iPhone-Hersteller in der nächsten Instanz Erfolg haben.

EU-Kommission leitet Antitrust-Verfahren gegen Samsung ein

von alex olma | 31. Januar 2012 | 13:38 Uhr

IPhoneBlog de Antitrust

Screenshot: Antitrust / MGM

European Union regulators are investigating whether Samsung Electronics breached antitrust rules in its legal battles against rivals, among them Apple, which use its mobile technology patents.

Die EU-Kommission leitet Ermittlungen gegen Samsung über die Nutzung von Smartphone-Patenten in laufenden Rechtsstreitigkeiten ein. Ein wettbewerbsrechtliches Verfahren wird seit November des vergangenen Jahres geprüft, das die ‘ausufernden Smartphone-Kriege in der EU eindämmen könnte‘.

Even though Samsung is at this stage the only company to be investigated over this issue, other suspected abusers could face similar inquiries anytime. And everyone else who may intend to seek or enforce injunctions based on FRAND-pledged standards-essential patents in Europe will now have to proceed with extra caution.

Analysten-Shootout für Q1/2012

von alex olma | 25. Januar 2012 | 21:46 Uhr

IPhoneBlog de Independent Institutional

Philip Elmer-Dewitt verglich (wie gewohnt) den Erfolg der Analysten-Prognosen für Apples aktuelle Quartalszahlen. Nachdem die ‘Amateure, Blogger und individuellen Investoren’ im vorletzten Jahresviertel überraschend gegen die ‘Pros’ unterlagen, dreht sich für Q1/2012 der Kompass zurück auf den bekannten Erfolgskurs.

Wer noch Zeit (und Laune) auf eine einzige Quartalszahlen-Bilanz hat, unterhält sich mit “Apple’s Massive Numbers And Some Context“.

In other words, Walmart has more than double the revenues of Apple, but Apple has more than four times the profits of Walmart. […] Microsoft’s most recent quarter saw record revenue of $20.9 billion. Again, Apple came in at $46.33 billion. […] The iTunes Store alone generated 50 percent more revenue than all of Yahoo did last quarter […] Apple’s profit last quarter was $3 billion more than all of Hollywood’s gross box office receipts for all of last year.

SIRIously!?

von alex olma | 24. Januar 2012 | 02:15 Uhr

DirektDemenz

Nachricht an Samsung“: Auf eurer Party wäre ich gerne!

“I Want a Glass Screen”

von alex olma | 23. Januar 2012 | 23:32 Uhr

IPhoneBlog de Classic

Als Steve Jobs am 09. Januar 2007 zum allerersten Mal das iPhone präsentierte, verlor er kein Wort über das Material des Telefon-Bildschirms. Im Juni 2007, elf Tage vor dem US-Produktstart, vermerkte eine Apple Pressemitteilung:

Apple also announced that the entire top surface of iPhone, including its stunning 3.5-inch display, has been upgraded from plastic to optical-quality glass to achieve a superior level of scratch resistance and optical clarity.

Die New York Times erzählte am vergangenen Wochenende in ihrem exzellenten Artikel “How the U.S. Lost Out on iPhone Work” anekdotisch die Geschichte dieses “Upgrades“.

In 2007, a little over a month before the iPhone was scheduled to appear in stores, Mr. Jobs beckoned a handful of lieutenants into an office. For weeks, he had been carrying a prototype of the device in his pocket.

Mr. Jobs angrily held up his iPhone, angling it so everyone could see the dozens of tiny scratches marring its plastic screen, according to someone who attended the meeting. He then pulled his keys from his jeans.

People will carry this phone in their pocket, he said. People also carry their keys in their pocket. “I won’t sell a product that gets scratched,” he said tensely. The only solution was using unscratchable glass instead. “I want a glass screen, and I want it perfect in six weeks.”

Bildungsoffensive: Apple krempelt um, was umgekrempelt gehört.

von alex olma | 20. Januar 2012 | 13:41 Uhr

DirektTextbook

Apple knöpft sich unmotivierte Schüler vor und springt der nächsten Industrie in den Nacken. Bildungsverlegern, ja – aber auch du bist gemeint Adobe!

Das Augenmerk liegt jedoch nicht auf der technischen Umsetzung. Schöne Bücher produziert auch Inkling oder Push Pop Press. Mike Matas, ehemaliger Apple Designer mit Firmenverkauf an Facebook, zeigte sich kurz nach der Vorstellung angefressen.

Aber wie erwähnt: die Technik ist nicht bedeutsam sondern reißt ‘lediglich’ Zugangsbarrieren ein (“iBooks Author is the iPad SDK for writers and publishers. And it’s been simplified so it’s as easy to use as a word processor.“). Neu ist: Apple bettet Bücher, neben Apps und Musik, in ein Ökosystem. Die Entscheidung, dabei bestehende Verlagshäuser mit ins Boot zu holen, erinnert an die kräftezehrende Revolution der Musikindustrie. Die großen Plattenfirmen wurden zum eigenen Überleben gezwungen; das große Zetern und Nörgeln des Verlagswesens für Schulbücher hat daher noch nicht einmal begonnen.

Gegenwind gab’s diesmal allerdings schon aus anderer Richtung: Autoren beschweren sich über die Vertriebsrechte und das Apple mit seiner ersten Software-Version von iBooks Author keine plattformübergreifende (ePub-)Lösung anbietet, bei der Bücher auch gleichzeitig in Konkurrenzhäuser eingestellt werden können.

You may distribute books created in iBooks Author free of charge on your own website. If you wish to sell your book, you must do so through the iBookstore.

Die Diskussion über den Lizenzvertrag erzürnt sich hier und hier – zurecht, wie ich finde. Insbesondere weil’s so aussieht, als ob Apple sich an der 30-Prozent-Beteiligung labt. Aber ernsthaft: Wo liegt der Anreiz, Autoren zu (properitären) ‘Plain-Text’-Kindle-Büchern zu animieren? iBooks Author verfolgt einen Ansatz, der viel audiovisueller ausfällt und dem iPad angemessen ist.

Um’s auf den Punkt zu bringen: Der EULA gehört geändert, beziehungsweise in ein verständliches Regelwerk umgeschrieben. Von Apple allerdings eine Gratis-Allzweckwaffe zur Bucherstellung zu erwarten, ist (vorsichtig ausgedrückt) überzogen.

Offene Fragen gibt es viele. Wie kommen beispielsweise die iPads in Schulen? Wer erstellt die (internationale) Bildungsliteratur? Wann geschieht dies und wie konform ist das Material mit dem (vorgeschriebenen) Lehrplan? Sind die Preise festgesetzt und sind auch erweiterte Auflagen kostenlos?

Selbst mit Antworten auf diese Fragen dauert es noch Jahre, bis sich die etablierten Systeme ändert. Niemand außer Apple scheint jedoch fähig oder willig, diese notwendige Revolution anzustoßen – auch hier passt der Vergleich zur Musikindustrie. Es erstaunt, das einigen (Presse-)Beobachter die Signifikanz der Ankündigung nicht einleuchtet. Denkt ernsthaft jemand, das unsere Kinder auch 2020 noch in Papier-Schulbücher schauen?

The current generation of students spends far more time looking at screens than at books. And that’s not making them dumber . . . it’s making them smarter. If most kids are naturally drawn towards screens, isn’t it about time for textbooks to catch up?

Werbung

Wer eine beliebige iPhone-App im iTunes App Store über diesen Link kauft, seinen Mac mit Programmen aus dem Mac App Store bestückt oder ein Produkt seiner Wahl bei Amazon bestellt, unterstützt das iPhoneBlog mit einem kleinen Prozentsatz des (unveränderten) Kaufpreises.

Mok adn lang hell tr

Werbeplatz gefällig? -> KLICK.

Flattr verteilt kleine Mikrozahlungen, mit denen Ihr persönlich diesem Blog kleine Aufmerksamkeiten zukommen lasst. Über diesen Button; jeden Monat neu. Vielen Dank dafür!