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van Alex Olma
14. August 2008 – 23:25 Uhr

[diskussion] SMS muss sterben

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Photo: Rustybrick (cc)

Die Schlussworte „Nieder mit SMS“ dieses Beitrages, traten heute eine kleine Kommentar-Lawine im Blog los. Ich finde es einen gar wundervollen Ausspruch, zudem ich mir doch glatt noch einmal ein paar Gedanken machen will und diese hier niederschreibe.

Die SMS-Technologie war, wie allseits bekannt sein dürfte, ein ungeplanter Überraschungs-Erfolg der Mobilfunkbranche. Manche Geschichtsbücher beschreiben die Implementation gar als ‚Abfallprodukt‘ – Müll, der aber ordentlich Kohle einfährt.

140 Byte, 160 Zeichen, platt, trivial – und wirklich OHNE irgendwelche Zusatzfunktionen.* Das sich SMS überhaupt durchgesetzt hat, ist mir persönlich so unverständlich wie Quantenphysik. Eine dieser Entwicklungen, die wirklich kein Produkt-Planer mit klarem Geiste erdenken hätte können. An dieser Stelle ist es vielleicht transparenter (nochmals) herauszustellen, das ich wirklich kein Freund der formlosen Sofort-Nachricht bin.

Damit, stehe ich jedoch ziemlich alleine da. In Deutschland werden pro Jahr mehr als 22 Milliarden Kurzmitteilung durch die Mobilfunk-Netze gesendet. Ohne eine aktuelle Quelle an der Hand zu haben erinnere ich mich, dass die Presse von höheren Umsätzen aus der Kurzmitteilungs-Sparte als für das Telefonieren berichtete.

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Photo: ericrice (cc)

Für mich sagt eine E-Mail, ein Photo oder Link jedoch mehr als 160 Zeichen. Nur im Notfall greife ich darauf zurück. Meistens dann, wenn ich weiß das meine E-Mail im Postkasten des Empfängers verdurstet.

Im Bereich SMS kann man dem iPhone die haarsträubendsten Dinge vorwerfen (Anfangs keine mehrfachen Empfänger, MMS, etc.) aber eins hat Apple – insbesondere mit der festen Verbindung eines Datenflat-Tarifs – geschafft: Mehr Leute schreiben jetzt E-Mails. Bislang abrufbar im 15 Minuten-Rhythmus, wenn MobileMe ordentlich funktioniert heutzutage per Push.

Push steht damit in nichts mehr der SMS nach.

Das hat (und wird mit zunehmender Verbreitung) ein verändertes Verständnis von Erreichbarkeit und eine neue Technik-Generation herbeiführen. Neben dem (bislang) teuren Business-Blackberry war E-Mail auf dem Mobilfunktelefon kein weit verbreitetes Thema. Und ja, man kann (und konnte) über die exklusiven Partnerschaften mit iPhone-Mobilfunkanbieter sowie deren eingeschränkte Tarifauswahl zettern. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass nur durch die Datenflatrate das iPhone seine volle Funktionsfähigkeit ausschöpft und langsam die SMS in den Ruhestand verabschiedet.

Das wird sicherlich noch einige Jahre Jahrzehnte dauern und mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vom iPhone vollstreckt. Wenn Nokia und SonyEricsson erst einmal ansatzweise leistungsgleiche Geräte auf den Markt bringen, drehen sich die Kräfteverhältnisse ziemlich schnell.

Doch das iPhone hat den Anfang gemacht und für die Mobilfunkanbieter wird es durch ‚All-Inklusiv‘-Pakete in den nächsten Jahren zu gesicherten Annahmen kommen. Wie diese aber dann zu steigern sein werden, wenn man nicht mehr 19 Cent pro SMS verlangen kann, bleibt spannend. Vermutlich funktionieren aber auch in der Zukunft noch Klingeltöne- und andere Abzock-Dienstleistungen.

* Bitte nicht mit Twitter verwechseln. Man kann eine Unmenge lustiger Sachen auf 140 Zeichen bringen. Manchmal sollte man das auch. Links und Photos sind dafür hilfreich. Trotzdem zeichnet den schnörkellosen Service meiner Meinung nach die ‚Erreichbarkeit von Vielen‘ aus.

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