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van Alex Olma
13. September 2019 – 16:17 Uhr

Apples Motivation für Arcade

Dieser 2-Minuten-Trailer sieht vielversprechender aus als die vier (!) Keynote-Demos, die am Dienstag rund zehn Minuten unserer Aufmerksamkeit verlangten.

Abseits dem Spielekatalog erwarte ich persönlich Apple Arcade jedoch mit Spannung, weil es seit Jahren der erste ernsthafte Versuch ist den umgekippten App Store wieder zu beatmen.

Eine richtige Chance hatten zuletzt nur noch echte Ausnahmetitel und prominente Portierungen – selbst die redaktionellen Features der App-Store-Redaktion konnten nur bedingt Aufmerksamkeit verteilen (obwohl thematisch häufig Indie-Spiele aufgriffen wurden). Entwickler, die obendrein noch faire Festpreistitel anbieten wollten, dezimierten ihre App-Store-Erfolgschancen signifikant.

Aus einer rein finanziellen Perspektive hatte Apple aber keinerlei Motivation hier regulierend einzugreifen: Apple verdient sowohl an guten wie auch schlechten Spielen mit.

Da diese „schlechten Spiele“ jedoch alle einer identischen Erfolgsformel hinterherlaufen, beeinträchtigen sie das gesamte Angebot. Aber auch diesen Einheitsbrei tolerierte Apple für viele Jahre.

Ich bin mir sehr sicher, dass die zunehmende Inkompatibilität zwischen (zweifelhaften) In-App-Käufen und Kindern schlussendlich das Fass zum überlaufen brachte. Auch wenn man als Eltern solche Zusatzkäufe deaktivieren kann, war es nie ein guter Look.

Und dieses Ansehen soll Apple Arcade nun ändern. Die offiziellen Verkaufsargumente könnten nicht verständlicher die Motivation verraten.

  • Ein Abo. Spiele ohne Ende.
  • Keine Werbung. Keine zusätzlichen Käufe.
  • Laden, um online oder offline zu spielen.
  • Zwischen iPhone, iPad, Mac und Apple TV wechseln.
  • Mit bis zu fünf Familienmitgliedern teilen.
  • Deine Privatsphäre ist uns wichtig.
13. September 2019 – 10:19 Uhr

Spotify verlangt nach einer GPS-Standortbestätigung für Familien-Accounts

Ein Spotify-Premium-Family-Konto setzt die gleiche postalische Anschrift für alle Familienmitglieder voraus. Spotify will das nun per GPS-Ortung („gelegentlich“) bestätigen.

Spotify knows a lot about its users — their musical tastes, their most listened-to artists and their summer anthems. Spotify will also want to know where you live or to obtain your location data. It’s part of an effort to detect fraud and abuse of its Premium Family program.

Premium Family is a $15-a-month plan for up to six people. The only condition is that they all live at the same address. But the streaming music giant is concerned about people abusing that plan to pay as little as $2.50 for its services. So in August, the company updated its terms and conditions for Premium Family subscribers, requiring that they provide location data „from time to time“ to ensure that customers are actually all in the same family.

Alfred NG | CNET

Fun fact: Spotify hat den gleichen Stunt bereits vor vier Jahren probiert – und dann noch einmal im letzten Jahr.

Ich habe keinen Zweifel daran, dass der Family-Tarif missbräuchlich genutzt wird. Im Jahr 2019 aber für so etwas nach einem Standortzugriff zu fragen, kann nicht die erste Wahl sein. Spotify könnte in unregelmäßigen Abständen nach einer Kreditkartenbestätigung verlangen, die ein Familienoberhaupt abnicken muss. Es könnte die Anzahl der Familienmitglieder runtersetzen oder dedizierte Kinder-Accounts einrichten, deren Zugriffsrechte limitiert sind.

Solche Einschnitte sind jedoch heikel: Musik-Streamingdienste abonniert man nicht für die Musik, sondern für den bequemen Zugang zu Musik. Unbequemlichkeit grätscht einem solchen Service am härtesten ins Gebein.

12. September 2019 – 17:04 Uhr

„Pro photography” – vier Kamerafunktionen, die mich interessieren.

Quelle: UrAvgConsumer

While you’re taking video, you can also zoom in and out using that swiping gesture. The iPhone software will translate that into a smooth zooming effect, and hand off between one camera and the other imperceptibly (a nice trick that requires a lot of math and image manipulation).

Jason Snell | Macworld

Schon zuvor konnte man während einer Videoaufnahme in einem Schwung rein- und wieder rauszoomen. Allerdings war der Übergang, dort wo das iPhone zwischen dem Weitwinkel- und dem Teleobjektiv wechselt, deutlich sichtbar. Das Bild hüpfte. Und obwohl dieser Hüpfer nur minimal ausfiel, habe ich deshalb so nie den Bildausschnitt gewechselt.

Das iPhone XS hält Videos bis zu 4K/30 in einem erweiterten Dynamikbereich fest. Das iPhone speichert dabei aber nicht nur 30 Bilder pro Sekunde, sondern füllt mit Zusatzbildern den Videospeicher. Diese Bilder benutzt der Prozessor um daraus die hellsten beziehungsweise dunkelsten Lichtwerte zu berechnen und so intelligent die Einzelbilder zu verbessern.

Für Szenen, die sowohl dunkle als auch helle Objekte enthalten, steigerte das in meiner Betrachtung über das letzte Jahr deutlich die Videoqualität. Im eingebetteten Testbild kann man den Effekt beispielsweise an der Sonne oben rechts im Bild erkennen.

Das iPhone 11 (Pro) zeichnet diesen erweiterten Dynamikbereich nun nicht nur für 4K/30- oder 4K/24-Videos auf, sondern auch für 4K-Videos mit 60 fps.

Ein Aspekt, der keine deutliche Erwähnung in der Keynote fand, mir aber sehr bemerkenswert vorkommt, betrifft das neue Ultraweitwinkel-Objektiv.

You can optionally set the iPhone 11 — for both video and stills — to capture data from both the wide and ultra wide cameras. The iPhone retains both versions for an undetermined period of time; eventually, if you do nothing with the ultra wide version, it will get thrown away. What’s really happening here is that the iPhone is stashing away a broader view of the image or video you just took, in case you end up realising after the fact that an important part of the scene was cropped off the edges of the frame.

Jason Snell | Macworld

Letzter Punkt: Das Teleobjektiv, dass nur das iPhone 11 Pro besitzt, streut im Gegensatz zu den iPhone-Vorjahresmodellen anscheinend 40-Prozent mehr Licht über den Sensor.

Wie groß der Unterschied dafür im alltäglichen Gebrauch ausfällt, erfahren wir jedoch erst in der nächsten Woche.

  • Weitwinkel: ƒ/1.8 Blende identisch im Vergleich zum iPhone X + XS
  • Teleobjektiv: ƒ/2.0 Blende statt ƒ/2.4 im Vergleich zum iPhone X + XS
12. September 2019 – 12:17 Uhr

Der Businessplan für Apple TV+

Tim Cook, September 2019:

This summer we released three trailers for a few of our premiere originals. […]

The reaction to these trailers has been incredible. They have been viewed over a hundred million times. In fact, the trailer for the Morning Show is one of the most watched trailers for any new television show ever.

Dieses Statement richtete sich ausschließlich an Hollywood – an Schauspieler, Produzenten und Studios. Niemand sonst interessiert sich für Anzahl der erzielten ‚eyeballs‘. Es demonstriert die schiere Reichweite, die Apple mit seinem Streamingdienst anvisiert.

Apple TV+ ist ein unverkennbarer Push für die Apple TV App, die nicht nur auf den eigenen Geräten läuft, sondern auch auf smarten Fernsehern. Über die Apple TV App lassen sich nämlich nicht nur Apples „Originals” konsumieren, sondern auch an den TV Channels mitverdienen. Wer HBO oder SHOWTIME über die Apple TV App klickt, schiebt auch Apple einen Teil von seinem monatlichen Beitrag zu.

Apple TV+ startet mit einer einjährigen Promotion – „limited time only” heißt es im Support-Dokument. Damit klopft Apple die tatsächliche Nachfrage sowie das Feedback für ihre eigenen Shows ab, und räumt sich allem voran selbst mehr Zeit für die langwierige Produktion neuer TV-Serien ein. Braucht Apple mehr Zeit, folgt eine zweite oder dritte Promotion. Am Geld scheitert dieses Projekt garantiert nicht.

Mit einem größeren Katalog wächst die Attraktivität von einem solchen Dienst, wobei die Produktionskosten natürlich nur einmalig anfallen. Das Geld für eine TV-Show streckt man lediglich ein einziges Mal vor und verdient dann daran mit jedem neuen Abonnenten. Ist die Investition abgefeiert, verbucht man den Monatsbeitrag von jedem weiteren Kunden als reinen Gewinn. Genauso funktioniert übrigens auch Apple Arcade.

11. September 2019 – 14:50 Uhr

Zwei oder drei erste Anmerkungen zur Series 5 und dem iPhone 11 (Pro)

Apple Watch tanzte gestern am lautesten über die Bühne. Auch deshalb weil viele der Gerüchte a) einfach falsch lagen oder b) erst gar nicht vorab existierten. Das „Always-On Retina Display” ist nicht nur technisch beeindruckend, sondern springt auf Augenhöhe mit traditionellen Uhren, deren Reiz mitunter in der Optik ihres Zifferblattes liegt.

Apple Watch Studio‘ ist rückblickend ganz offensichtlich die richtige Art und Weise seine eigene Watch zu konfigurieren. Das dürfte auch der Grund gewesen sein, warum Apple im letzten Jahr damit begann die Uhr und das Armband in einer jeweils separaten Schachtel auszuliefern.

Grundsätzlich ist beeindruckend, wie gut Apple darin geworden ist klitzekleine Computer zu bauen.

iPhone 11 ist das neue iPhone für jedermann; das Pro-Modell sitzt als hochwertigere (zusätzliche!) Option obendrüber. Das klingt nach Zahlendreherei, ist aber ein cleverer Schachzug mit dem Apple gestern das Line-up von seinem wichtigsten Produkt umgedreht hat.

Das iPhone XR wurde im letzten Jahr als das „preiswerte Apple-Telefon” wahrgenommen. Es war das iPhone, das du kaufst, wenn du dir kein iPhone XS leisten möchtest. Das XR wurde (vielleicht auch deshalb?) zum meistverkauften iPhone in den letzten zwölf Monaten und nimmt ab sofort die prominente Position als Basismodell ein.

Sprich: Ein iPhone startet nun mit einem Preis von 800 Euro. Wer wirklich mehr will (OLED, HDR, anderes Gehäuse, ein Teleobjektiv oder mehr Akku), kann aufwärts von 1149 Euro für ein Pro-Modell bezahlen.

Apple verbessert wie in jedem Jahr sein Kamerasystem. Die diesjährigen Upgrades, die in der Keynote allesamt substanziell klangen, scheinen jedoch aus einer gesteigerten Motivation gegenüber den Mitbewerbern geboren. Ich glaube, Apple will wirklich den Titel: „Beste Kamera in einem Smartphone.”

Features wie Audiozoom, Deep Fusion, Cinematic Videostabilisierung und Nachtmodus sind entstanden, weil Google, Huawei und Co. in den letzten Jahren ordentlich aufgerüstet haben.

„Bye-bye 3D Touch!” Apple hat es nie geschafft diese Stufe der Interaktion in iOS nachvollziehbar zu integrieren. Schlussendlich flog es aber raus, weil „Haptic Touch‘ nun einerseits auf allen iPhones und iPads funktioniert und auf der anderen Seite das „Super Retina XDR”-Display ermöglicht. So zumindest meine aktuelle Theorie, warum das Pro-Modell eine maximale Helligkeit von absurden 1200 Nits und ein typisches Kontrastverhältnis von 2.000.000:1 erreicht.

Zwei Sätze noch zum eigentlichen Event. Es war eine kompakte, unterhaltsame und sehr überzeuge Präsentation, in der eindeutig geplante Features und Produkte (kurzfristig) rausgestrichen wurden. Apples wichtigste Veranstaltung im Jahr endet nicht zwanzig Minuten zu früh und auf einem „Retail-Update”.

Aus den Betas wurden zuvor gefundene „Apple Tags”-Referenzen entfernt, aber ziemlich eindeutige Spuren von einem AR-Headset belassen? Apple kündigt einen neuen Ultra-Wideband-Chip an, der lediglich AirDrop aufwertet? Nee, da ist mehr geplant.

Und trotzdem nehmen diese erwarteten Ankündigungen den tatsächlichen Produkten nichts weg. Mit großer Freude sehe ich der Apple Watch Series 5 und dem iPhone 11 (Pro) bereits in der nächsten Woche entgegen.

10. September 2019 – 22:24 Uhr

„Apple Event in a flash”

Für zwei Minuten und drei Sekunden ist das eine ziemlich vollständige Zusammenfassung der Ereignisse. Die komplette Keynote steht als Stream bereits auf Apple.com.

10. September 2019 – 15:59 Uhr

#171 – Trakt.tv

Das VIP-Abo von Trakt.tv wirbt mit vielen kleinen Anreizen, die die Film- und Serien-Verwaltung aufwertet. Individuell betrachtet sind diese Funktionen nur bedingt reizvoll; in ihrer Kombination erweitern sie den alteingesessenen Webdienst jedoch deutlich.

Ich nutzte das werbefinanzierte Angebot von Trakt seit vielen Jahren, habe mir in den letzten Wochen aber einmal den kompletten Service angeschaut.

Alle diese Eindrücke und warum man man genau hier seinen TV-Konsum dokumentieren möchte, versuche ich in sieben Minuten zu erklären.

Hier das Intro zur Episode:


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7. September 2019 – 15:38 Uhr

„A message about iOS security“

Google’s post, issued six months after iOS patches were released, creates the false impression of “mass exploitation” to “monitor the private activities of entire populations in real time,” stoking fear among all iPhone users that their devices had been compromised. This was never the case.

Second, all evidence indicates that these website attacks were only operational for a brief period, roughly two months, not “two years” as Google implies. We fixed the vulnerabilities in question in February — working extremely quickly to resolve the issue just 10 days after we learned about it. When Google approached us, we were already in the process of fixing the exploited bugs.

Apple Newsroom

Das ist eine überraschend unreflektierte Antwort, die in dieser Kürze obendrein viele Tage zu spät kommt. Apple bestätigt mit seinem Statement quasi in allen Aspekten den Blogpost von Googles Sicherheitsteam, stört sich aber an der gewählten Wortwahl.

Natürlich macht die Reichweite („en masse“) und der Zeitraum („mass exploitation“) einen Unterschied: Es sind jedoch nicht die entscheidenen Faktoren wenn wir das Ausmaß von diesem Angriff bedenken. Googles ‚Project Zero‘-Team legte Ende August detailliert eine Kette von Sicherheitslücken offen, die für die letzten iOS-Jahre schlicht beispiellos ist.

Anstelle sich aber auf Konfrontationskurs mit einem Team zu begeben, das konstant in Apples Sicherheitsnotizen eine lobende Erwähnung findet, hätte man sich einfach an deren Seite stellen können. Niemanden wundert sich im Jahr 2019 noch über Spionage-Apps, Schadsoftware oder ganz allgemein Angriffe auf unsere IT-Infrastruktur – egal ob einzelne Täter oder ganze Staaten beteiligt sind. Kunden_innen interessiert, wie man sich in diesem Minenfeld verhält.

Apples Statement wäre tatsächlich stark gewesen, wenn man Schulterschluss gezeigt hätte, anstelle sich über einzelne Formulierungen zu empören.

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