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van Alex Olma
23. April 2021 – 12:28 Uhr

Das M1 iPad Pro

Der Arbeitsspeicher verrät, dass das neue iPad Pro mehr vorhat. Zum ersten Mal schreibt Apple den RAM explizit in die technischen Daten.

Die Pros (2020) aus dem letzten Jahr hatten alle 6 GB-Arbeitsspeicher; im 2018er iPad Pro fand sich diese RAM-Größe lediglich im 1 TB-Modell.

Die 8 respektive 16 GB in diesem Jahr hängen an Apples M1 Chip – nicht sprichwörtlich, sondern buchstäblich. Aber das ist kein Zufall, sondern ein deutliches Zeichen: Das neue iPad Pro trampelt sich einen professionelleren Trampelpfad.

Apple hätte dem iPad-Chip einen beliebigen Namen geben können (A14X?) und auch weiterhin keine Fragen zum Arbeitsspeicher beantworten müssen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Apple ändert das Branding. Der A-Chip war bislang den Telefonen und Tablets vorbehalten; der M-Chip gehörte (für wenige Monate) den Macs.

Mit dem M1 im iPad Pro stellt Apple sein Tablet auf die gleiche Stufe der Macs. Und das sind nicht irgendwelche Macs: Das Tablet ist nun ganz offiziell auf Augenhöhe der schnellsten Macs.

Doch schreiben wir die Geschichtsbücher nicht um: Der M1 ist das Ergebnis von Apples A-Prozessoren aus iPhones und iPads – er stammt nicht aus dem Mac. Rückblickend wäre es also mehr als komisch, wenn das neue Highend-iPad nicht die beste Version von diesem Chip bekäme – Thunderbolt eingeschlossen. Es ist immerhin ihr Ursprung; es ist die Architektur, die ihn großzog.

Und trotzdem: Der Chip im iPad hätte nicht M1 heißen müssen. Apple verkauft bekanntlich keine Chips an andere Hersteller. Ihre eigenen Prozessor-Pakete können sie deshalb beliebig zusammenstellen und auch beliebig benennen.

Die bewusste Namensgebung empfinde ich als deutlichen Wink mit dem Zaunpfahl, um bei der aktuellen Schreierei nach besserer Software den Mund zu halten. Ich kann diese Diskussion nicht nur nachvollziehen, sondern beteilige mich daran seit Jahren – glaube aber, dass wir in 6 Wochen viel schlauer sind.

22. April 2021 – 14:21 Uhr

#251 – iOS + iPadOS 14.5

Seit Anfang Februar werkelt Apple an iOS / iPadOS 14.5. Es ist (mit weitem Abstand) nicht die längste Beta-Phase, aber sie fühlt sich sehr lange an.

In der nächsten Woche soll es final so weit sein; in Vorbereitung habe ich alle Funktionen des „Release Candidate“1 einmal zusammengetragen.

  1. Apple: The term "Release Candidate" (RC) replaces "GM seed" and indicates this version is near final. ↩︎

Hier das Intro zur fünfminütigen Episode:


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21. April 2021 – 11:12 Uhr

Apple TV 4K bleibt eine Premium-Set-Top-Box

Nur 4 Minuten bekam der neue Apple TV in der einstündigen „Spring Loaded“-Präsentation. Dabei erlaubte er sich kräftige Seitenhiebe auf Smart-TVs.

„[And] It runs tvOS, the most powerful TV operating system. Giving Apple TV all this power, power that Smart-TVs just don’t have.“

Angefangen beim A12 Bionic (aus 2018), über Wi-Fi 6, Thread-Unterstützung für HomeKit, HDMI 2.1, Gigabit Ethernet bis zu einer höheren Bildfrequenz von HDR-Inhalten1 sind es komplett neue Specs in der identischen Box.

HDR-Videos mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde (fps) streamt die Set-Top-Box jedoch nicht nur von externen Videodiensten (CBS Sports, FOX Sports, NBC Universal, Paramount+, Red Bull TV und Canal+), sondern empfängt sie auch über AirPlay von einem iPhone oder iPad.

Mit iOS 14.5 hilft Apples Telefon bei der Bildkalibrierung – auch auf älteren Apple TVs. In meinem kurzen Test mit der Beta-Version war die optimierte Bildqualität nicht möglich / notwendig, da mein Fernseher auf Dolby Vision eingestellt ist. Mit einer anderen Auflösung stand die Kalibrierung dann aber zur Auswahl. Allerdings sollte man bedenken, dass sie die Ausgabe der Apple TV Box steuert und nicht direkt am Bild des Fernsehers dreht.

Aber auch mit diesem Feature rammte Apple kurz seinen Ellenbogen in die Rippen der Smart-TVs. Diese Fernseher zeigen oft komplett falsche Farbprofile und besitzen eine Menüstruktur, die niemand versteht.

Für mich war die kurze Präsentation ein klares Bekenntnis zur eigenständigen TV-Box. Das eigene Streaming-Abo bietet Apple gerne auf jedem Smart-TV an, mehr aber auch nicht.

Ziemlich offensichtlich wurde das auch mit dem Blick auf die neue Siri Remote (leider ohne U1-Chip). Sie versteckt einen old-school Infrarotsensor, um Fernseher ohne (oder mit einer kaputten) CEC-Steuerungsfunktion aus- und einzuschalten. Obendrein ist die neue Siri Remote auch separat erhältlich und funktioniert am Apple TV 4K (1. Generation) sowie dem Apple TV HD.

Die Fernbedienung verzichtet natürlich (!) auf „gesponserte TV-Streaming-Buttons” und führt erstmals eine Stummschalttaste! Außerdem ersetzt ein Zurück-Button die Menü-Taste. Ob der neue Knopf identisch funktioniert und lediglich mehr Einheitlichkeit zwischen der internationalen Hardware liefert (wovon ich ausgehe), zeigt sich spätestens Mitte Mai.

Auch wenn’s nach vier Jahren noch einmal 200 Euro sind: Ich bin sehr glücklich, dass Apple bei einer Premium-Set-Top-Box bleibt. Preiswerte TV-Sticks für Netflix und Co. haben selbstverständlich ihre Berechtigung, aber den Aufpreis für eine richtig gute Entertainment-Lösung kann ich für mich locker rechtfertigen.


  1. HEVC Dolby Vision (Profile 5)/HDR10 (Main 10 Profile) bis zu 2.160p, 60 fps 
20. April 2021 – 15:47 Uhr

„Calm down, tech events are good, really“

Ken Segall antwortet auf „Anti-Event”-Kolumnen — so wie der von Shira Ovide („We Don’t Need Tech Infomercials“) oder Charlie Warzel („The Last Apple Keynote. Let’s Hope“).

[But] product intro events are purely voluntary. Watch them or don’t. Your choice.

You know, there’s already a harsh penalty in place for companies that repeatedly bore us or waste our time. People stop paying attention. Companies need to evolve or die, in products and marketing.

The world is filled with things worth worrying about. Tech company events just aren’t one of them.

Ken Segall

Er beschreibt Apples Veranstaltungen als „opening statements” — ähnlich einem Gerichtsverfahren. Zuerst erklärt sich Apple, dann folgt die Kritik, das Review sowie eine (ausschweifende) Diskussion.

Es ist eine direkte und ungefilterte Ansprache gegenüber potenziellen Kunden und Kundinnen. Anschließend werden Worte auf Goldwaagen gelegt, Produkte tatsächlich ausprobiert und in einen Kontext gestellt.

Bei Apples Veranstaltungen geht’s oft nicht darum was verpackt ist, sondern wie es funktioniert und wer sich angesprochen fühlen soll. Im Idealfall ist eine derartige Produktschau schlicht gute Unterhaltung — so wie hoffentlich am heutigen Abend.

19. April 2021 – 16:27 Uhr

Was entsperrt der (6-stellige) Gerätecode?

Die kurze (aber vielleicht entscheidende) Antwort vorweg: Mit eurem Gerätecode lässt sich euer iCloud-Kennwort ändern. Das ist beileibe nicht die einzige Berechtigung (Installation von Konfigurationsprofilen, Löschen des Gerätes, etc.), es scheint aber oft die überraschendste Erkenntnis.

FaceID und Maskenpflicht bestimmten im letzten Jahr viele (Sicherheits‑)Diskussionen. Aber auch unabhängig davon scheint mir ein sechsstelliger Gerätecode weitverbreitet – obwohl euch auch ein alphanumerischer Code zur Auswahl steht.

Mit iOS 14.5 entsperrt bald die Uhr das iPhone. Vielleicht ist das ein Anlass seine PIN zu überdenken. Der neue Telefon-Unlock mit der Uhr spart euch nämlich viele der Unannehmlichkeiten vom alphanumerischen Code bei einer deutlich höheren Gerätesicherheit.

A four-number passcode, the previous default length, would take on average about seven minutes to guess. If it’s six digits, it would take on average about 11 hours. Eight digits: 46 days. Ten digits: 12.5 years.

If the passcode uses both numbers and letters, there are far more possible passcodes — and thus cracking it takes much longer. A six-character alphanumeric passcode would take on average 72 years to guess.

Jack Nicas | The New York Times

18. April 2021 – 21:31 Uhr

Exploit-Handel verhindert im Jahr 2016 die Entscheidung über eine iPhone-Hintertür

Wen bezahlte das FBI für die Entschlüsselung des iPhone 5c, das den San-Bernardino-Terroristen gehörte? Die Washington Post lüftet ein fünf Jahre altes Geheimnis.

The iPhone used by a terrorist in the San Bernardino shooting was unlocked by a small Australian hacking firm in 2016, ending a momentous standoff between the U.S. government and the tech titan Apple.

Azimuth Security, a publicity-shy company that says it sells its cyber wares only to democratic governments, secretly crafted the solution the FBI used to gain access to the device, according to several people familiar with the matter. The iPhone was used by one of two shooters whose December 2015 attack left more than a dozen people dead.

Ellen Nakashima | Reed Albergotti | The Washington Post

Falls ihr euch nicht mehr erinnert: Der „momentous standoff” zwischen der US-Regierung und Apple war ernst. Die Gier nach einem Präzedenzfall für eine iPhone-Hintertür stand ganz oben auf dem Wunschzettel der US-Sicherheitsbehörden.

In einer bemerkenswerten Wendung der Ereignisse hat uns wohl der Handel mit „Zero-Day-Exploits” vor einer richtungweisenden Entscheidung beschützt (oder sie zumindest aufgeschoben).

Apples effektivste Eingriffsmöglichkeit sind aktuell hohe Bug-Bounty-Prämien und beste Werkzeuge für Sicherheitsforscher. Inzwischen stimmen die Preise, während die Teilnahmevoraussetzungen ungenügend ausfallen.

17. April 2021 – 21:52 Uhr

1 Cent pro gestreamten Song – Apple trommelt für Apple Music

Apple Music hat erstmals preisgegeben, was Musiker:innen für die Wiedergabe eines Musikstücks bei dem Streaming-Dienst erhalten: Es werde im Durchschnitt rund 1 Cent pro Stream bezahlt, hieß es am Freitag in einem Schreiben an auf Apple Music vertretene Künstler, wie das Wall Street Journal berichtet. Die „Penny pro Stream“-Vergütung von Apple Music liege deutlich über Spotify: Der Marktführer zahle im Durchschnitt nur rund ein Drittel bis die Hälfte eines Cents pro Stream.

Leo Becker | Heise.de

Spotify wehrt sich mit Händen und Füßen dedizierten Webseiten gegen den Vergleich der finanziellen Ausschüttung pro gestreamten Song. Teilweise gerechtfertigt: Apple Music hat im Gegensatz zu Spotify kein werbefinanziertes Angebot, das zwangsläufig anders abrechnet.

Apples offener Brief an Künstler:innen – in dem sie ihre Position darlegen – ist ohne Frage ein PR-Manöver im (Rechts‑)Streit mit Spotify. Es darf aber außerdem als Marketing für Musikverleger verstanden werden.

Ob’s hilft, sei dahingestellt. Musiker:innen wissen, was sie auf welcher Plattform verdienen. Uns Abonnenten und Abonnentinnen dürfte die Vergütung der Musiker ebenfalls recht egal sein, weil man im Streaming-Zeitalter ohnehin nicht explizit aussucht an welches Label anteilig unsere 10 Euro fließen.

Die Major-Labels dürften allerdings zuhören. Für viele Jahre konnten sie mit Spotify auf den gemeinsamen Feind Apple zeigen. Während den „iTunes Music Store“-Tagen vereinte die iPod-Firma so viel Entscheidungsmacht auf sich, dass sie die Regeln für den Musikverkauf diktierten.

Das iPhone beendete Apples einflussreiche Position in der Musikbranche. Das Schreckgespenst Raubkopie verlor an Schlagkraft als das Smartphone unser primärer Computer wurde. Die dauerhafte Onlineverbindung führte mit Streaming zu neuen Geschäftsmodellen – bereits im Jahr 2008 schaffte es die Spotify-App in den App Store.

Apple verschlief den Streaming-Trend und Spotify baute sich eine Vormachtstellung aus, die inzwischen ähnlich unangenehm für die Labels ist, wie zu den ehemaligen „iTunes Music Store“-Hochzeiten.

Und weil Spotify weiterhin das Streaming-Volumen hat, heißen Musiklabels die (durchschnittlich) höhere „Penny-per-Stream“-Quote von Apple willkommen. Hauptsache man verhandelt über die Rechtevergabe mit vielen Mitbewerbern.

16. April 2021 – 15:43 Uhr

Das Scarlett 2i2 (3rd Gen) – Plug & Play am iPad

Seit Dezember tunnelt das Scarlett 2i2 (Affiliate-Link) nun schon meine Stimme durch das RØDE NTG2 (Affiliate-Link) in ein iPad. Es ist die Audiospur meiner wöchentlichen Videos. Vier Monate später kann ich meinen positiven Ersteindruck noch einmal unterstreichen.

Wenn euch ein einziger XLR-Eingang ausreicht, ist man bereits mit 100 Euro dabei; das 2i2 kostet mit zwei Eingängen 50 Euro mehr. Beide Varianten gehören zu einer Handvoll an USB-Audio-Interfaces, die von ihrem Hersteller als explizit kompatibel mit dem iPad ausgewiesen werden.

Bei mir verbindet ein Standard-USB-C-Kabel die handflächengroße Box mit dem Ferrite Recording Studio – eine separate Stromversorgung ist nicht notwendig. Die kleine Kiste versorgt außerdem das Shotgun-Mikrofon mit der notwendigen Phantomspeisung.

Die rote Box hängt dank einer selbstgedruckten Halterung unter meiner Tischplatte. Ohne weiteren Adapter bekomme ich damit nicht nur ein XLR-Mikrofon ans iPad, sondern gleichzeitig auch Lautsprecherboxen und einen Kabel-Kopfhörer – notwendig für präzisen Audioschnitt.

Benutzt man einen Hub, versorgt man das iPad zeitgleich mit Strom. In meinen Setup fehlt eine solche Stromversorgung; dafür halte ich den Aufbau kompakt.

Natürlich verbindet man den Mikrofonvorverstärker auch mit dem Mac – inklusive den neuen Apple-Silicon-Macs. Für Firmware-Updates und alle Einstellungen fürs Audiorouting ist ein Mac oder Windows-PC sogar notwendig: Ein Scarlett-Interface für iPadOS fehlt.

Seit 18 Wochen funktioniert die Scarlett nun bereits problemlos. Das Gerät ist bei mir keinesfalls im Dauereinsatz, läuft bislang aber absolut fehlerfrei. In Benutzung mit einem iPad kann man weder die Focusrite-Hardware noch die iPadOS-Software falsch bedienen. Es ist simples „Plug & Play” und ich kann ich mich darüber richtig freuen.

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