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van Alex Olma
8. Februar 2018 – 11:17 Uhr

HomePod – ein Angriff auf dumme Lautsprecher

Seit Dienstag lese ich HomePod-Reviews. Wenn ich drei Beiträge empfehlen sollte, würde ich euch als Einstieg die Artikel von John Gruber, Matthew Panzarino und Nilay Patel ans Herz legen. Diese drei Beiträge halten sich nämlich nicht mit den groben Eckdaten von Apples neuer Soundbox auf (die man quasi auf Apple.com nachlesen kann), sondern vermitteln Meinungen zur Klangqualität, zur Praxistauglichkeit und den Limits der Hard- und Software. Und weil Lautsprecher ein so arg subjektives Thema sind, liefern mir individuelle Meinungen den höchsten Informationswert.

Trotzdem kam mir der radikale Wandel im Lautsprechermarkt – so wie er sich seit einigen Jahren abzeichnet – überall zu kurz. Spätestens jetzt, unter der Beteiligung von Google, Amazon und Apple, nimmt der Generationswechsel an Fahrt auf. Multiroom-Audio, eine komplett kabellose Wiedergabe als neue Audio-Standardverbindung sowie die unterschiedlichen Ausprägungen von „spatial awareness“ (Sonos nennt es Trueplay), werden in den nächsten Jahren den kompletten Markt auf den Kopf stellen.

Klinkenanschlüsse sind bereits überflüssig – keine Überraschung. Mit nicht-vernetzten Lautsprecher – nennen wir sie doch „Offline-Boxen“ – wird man es als Hersteller zukünftig sehr schwer haben. Wenn ein Lautsprecher seine Umgebung nicht anhand von Sensoren erkennt, um den Klang individuell darauf abzustimmen, wird er nicht aufs Niveau der Neueinsteiger springen können. Google Home Max, Amazon Echo, Apples HomePod und das Sonos-Portfolio melden die ehemaligen Lautsprecher-Eliten ab – ähnlich wie Smartphones damals die Feature-Phones in Rente geschickt haben. „Dumme“ Speaker besetzen in Zukunft nur noch Nischen – in einem dedizierten Heimkino oder als Studio-Boxen.

Ein Lautsprecher, der in den nächsten Jahren noch relevant sein will, muss direkt mit Streaming-Bibliotheken kommunizieren oder Audioströme von Smartphones entgegennehmen – beispielsweise über AirPlay. Sonos hat sich seit jeher einer direkten AirPlay- oder Bluetooth-Verbindung verweigert und nur auf Konkurrenzdruck für dieses Jahr die Unterstützung von AirPlay 2 angekündigt.

Sonos hat allerdings früher als viele andere Hersteller erkannt, dass man Lautsprecher heutzutage nicht mehr fest installiert; nicht mehr an nur einem ausgewählten Ort aufstellt. Es gibt deshalb auch keinen „Sweet Spot“ mehr, den man im Wohnzimmer finden muss. Der Lautsprecher passt sich automatisch jeder Umgebung und Räumlichkeit an und klingt überall gleich (gut).

Ich stamme noch aus einer Generation, in der man Lautsprecherkabel hinter Fußleisten verlegt hat, die Enden dieser Kupferdrähte an die Rückseiten von mächtigen Receivern geklemmt hat, und dann mit einem Einmessmikrofon in der Zimmermitte herumgesprungen ist. Damals verpönten wir die limitierte Musikwiedergabe über einzelne (Bluetooth-)Lautsprecher – heute erscheint mir ein 5.1-Surround-Set, das sich nur schwierig umbauen oder verrücken lässt, absolut unattraktiv.

Apples Einstieg mit HomePod in den Lautsprechermarkt ist interessant, weil Cupertino sich historisch (und nach eigener Aussage) nur in Märkte wagt, in denen sie etwas beizusteuern haben.

In vielen Märkten, in die sie bislang eingestiegen sind, kann man rückblickend eine identische Formel ausmachen: Apple miniaturisiert (physikalisch) große Technik und gleicht den Größenunterschied durch Software und Algorithmen aus (die sie nach dem initialen Start über mehrere Generationen verbessern). Apple konzentriert sich gewöhnlich auf ein oder zwei ‚Headliner‘-Features, die sie anschließend weiterentwickeln. Die Kamera im iPhone ist ein naheliegendes Beispiel: ‚Computational photography‘ ersetzt inzwischen das, was klassische Kameras bislang durch Objektive erzielt habe. Apples Formel passt aber auch der Apple Watch wie die Faust aufs Auge oder ihren AirPods, die allem voran eher Mini-Computer als Kopfhörer sind.

HomePod scheint – soweit das bislang die Reviews verraten – viele verschiedene Puzzleteile für zukünftige Anwendungen in Position zu schieben (HomeKit, Home Assistant, etc.), sich über die erprobte Formel aber zuerst auf ein Feature zu beschränken – die standortunabhängigen Musikwiedergabe in einem sehr kompakten Format.

7. Februar 2018 – 13:32 Uhr

Ein Timer, mehrere Erinnerungen.

One of the most common uses for these voice assistant devices is setting timers, particularly in the kitchen. It’s really convenient to be able to set timers — and check on them — verbally. Alexa, however, lets you set multiple timers. HomePod doesn’t. If you try to set a second timer, HomePod tells you that you already have one (and updates you on how much time is left) and asks if you want to replace it. HomePod needs to support multiple timers, and ought to match Alexa by being smart enough to let you name them, so you can ask something like “Hey Siri, how much time is left on the potatoes?”

John Gruber

Ich bleibe hoffnungsvoll, dass Apple seinem iOS mehrere Timer, denen man individuelle Namen gibt und deren Restlaufzeit man über „Hey Siri“ erfragt, irgendwann noch spendiert…

Bis das aber der Fall ist, erstellt man über „Hey Siri“ (beliebig viele) Erinnerungen mit einem entsprechenden Titel und einer eigenen Laufzeit. Diese Einträge klingeln ebenso (auf allen euren Apple-Geräten) und lassen sich über den Befehl „Hey Siri, zeige mir alle Erinnerungen in der nächsten Stunde!” anzeigen. Zwar lässt sich die Restlaufzeit nicht direkt abfragen (Warum eigentlich nicht?), aber mit einem zweiten Blick auf die Uhr auch nicht schwierig ermitteln. Wer allerdings Timer per Sprachbefehl pausieren, wieder aufnehmen, kürzen oder verlängern will, der wartet (!) weiter auf ein iOS-Update, das mehrere Timer erlaubt.

6. Februar 2018 – 16:10 Uhr

Mehr laut als smart? Apples HomePod startet am Freitag.

Wenn Apple die ersten HomePods am Ende dieser Woche in Kundenhände legt, wird das eine oder andere Urteil lauten: Toller Sound, schlechte Siri.

Und ich glaube, das ist fair. Ich glaube, Siri funktioniert nicht annähernd so gut wie Amazons Alexa oder Googles Assistant. Aber ich weiß, dass die Fähigkeiten von Google Home und Amazon Echo durch die begrenzte Anzahl der erlernten Skills ebenfalls limitiert sind.

Apple, Google und Amazon vermarkten ihre Sprachsteuerung manchmal so, als ob man sie alles fragen könnte. Siri, zur Einführung mit dem iPhone 4s, darf man definitiv schuldig sprechen. Doch auch mit den anderen Sprachassistenten schwimmen wir sieben Jahre später lediglich in einem Pool, der zu jeder Seite eine gemauerte Wand hat und nicht das offene Meer.

Auch Amazon und Google beantworten mir nur Fragen, die jemand zuvor schon einmal erdacht und einprogrammiert hat. Und da es für mich als Nutzer unmöglich ist das gesamte Spektrum an potenziellen Fragen zu überblicken, beschränken wir uns auf die 5, 10 oder vielleicht 20 Dinge, die man Alexa, Google oder Siri regelmäßig fragt. Sprachassistenten bleiben auch im Jahr 2018 eine unsichtbare Websuche und keine allwissende künstliche Intelligenz.

Zugegeben: Apple, Google und Amazon kennen die häufigsten Fragen, die man ihnen stellt, und optimieren genau darauf ihre Antworten. Dass verschleiert, wie clever die Assistenten tatsächlich sind. Die Illusion fällt aber häufig genug auf die Nase, wenn man ein Kommando außerhalb von bekannten Kontexten abwirft.

Keine Frage: Sprachsteuerung wird immer besser. Es ist absehbar, dass der Computer zukünftig unterschiedliche Stimmen fehlerfrei unterscheiden kann; dass die Transkription unserer gesprochenen Worte schon heute gut genug ist und einige komplexe Fragen beantwortet, die ein simples Google-Suchfeld überfordern.

Und trotzdem hat reine Sprachsteuerung – so wie sie manchmal als „die nächste große Plattform“ verkauft wird – ihre ganz natürlichen Grenzen. Egal wie gut auf unsere Befehle reagiert wird: Mit dem Finger durch eine Musikbibliothek auf dem iPhone zu schnipsen, bleibt auf absehbare Zeit das beste ‚User Interface‘. Waschpulver oder Bier lässt sich kinderleicht über Sprache bestellen; bei Kleidung, die nach persönlichem Geschmack, Schnitt und Aussehen gekauft wird, funktioniert eine solche Sprachbestellung schon nicht mehr. Bildschirme bleiben in unserem Leben relevant – egal ob in der Hand, am Handgelenk oder auf der Nase.

Oder schauen wir auf die Heimautomatisierung: Sprachsteuerung ist auch hier nicht automatisch (und keinesfalls exklusiv) die überlegende Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Wenn ich ein cleveres Türschloss besitze, will ich es nicht per Sprache dazu auffordern müssen, aufzuschließen wenn ich darauf zugehe. Das muss automatisch passieren. Kein Sprachbefehl ist besser als ein Sprachbefehl. Und wenn ich am Abend nach Hause komme, soll das Licht von alleine angehen, aber nicht automatisch wieder ausgehen, wenn ich das Haus verlasse und die restliche Familie noch Zuhause ist. Die Anzahl der Szenarien ist endlos. Und bis wir nicht bei einer künstlichen Intelligenz angekommen sind, die potenziell alle Eventualitäten aufdröselt, bleibt das alles ein ‚Whac-A-Mole‘-Spiel.

Hinzu kommt, dass diese Zukunft nur sukzessive passiert und gewiss nicht auf einen Schlag:

Part of the challenge is that very few people will convert their entire existing home to ’smart‘ all in one go, even if all of the possible products were available. You might buy a smart door lock or camera, or thermostat, but you probably won’t replace all the light switches, plug sockets, locks, blinds and appliances at the same time. Many of those other things are on long replacement cycles – we buy new smartphones every two to three years, but fridges and water heaters last for a decade or two. If you want people to replace a ‚dumb‘ thing with a ’smart‘ thing, then either you must fit into the existing replacement cycle for that thing, or that thing must be cheap enough to be replaced off-cycle. You can keep a garage door opener for 20 years or buy a new smart one now, but no-one will replace a two-year-old fridge just to get a smart one.

Benedict Evans | „Smart homes and vegetable peelers

Und deshalb scheint es verfrüht über einen Vergleich von HomePod mit dem Amazon Echo oder dem Google Home zu sprechen. Die Diskussion um Sprachsteuerung, künstliche Intelligenz und Heimautomatisierung findet parallel statt – und HomePod steht definitiv auf mehreren Beinen in vielen dieser Kategorien. Zu Beginn ist Apples Lautsprecher aber schlicht ein Zubehör für das iPhone, der sich wiederum über Apple Musik verkauft.

What HomePod shows, though, is that Apple Music is part of the strategy story. Remember, strategically speaking, the point of services is to differentiate hardware. To that end, HomePod is not exclusive to Apple devices to prop up Apple Music; rather, Apple Music is exclusive to HomePod to sell speakers.

Most commentary has assumed that:

  • Customer wants HomePod
  • Therefore, customer subscribe to Apple Music
  • Apple profits

Again, this doesn’t make sense because Apple Music isn’t profitable! Instead, I think the order goes like this:

  • Customer owns an iPhone
  • Customer subscribes to Apple Music because it is installed by default on their iPhone
  • As an Apple Music subscriber, customer only has one choice in smart speakers: HomePod (and to make the decision to spend more money palatable, Apple pushes sound quality), from which Apple makes a profit

Ben Thompson | “Apple’s middle age

5. Februar 2018 – 15:39 Uhr

LTE-Modem-Gerüchte: Qualcomm raus, Intel rein.

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Quelle: iFixit

Letzte Prognose von Ming-Chi Kuo (KGI):

„We expect Intel to be the exclusive supplier of baseband chip for 2H18 new iPhone models, while Qualcomm may not have a share of the orders at all.”

Kuo previously expected Intel to supply 70 percent of the modems, with Qualcomm providing the remaining 30 percent of orders, but he now believes Intel will be the sole supplier given several competitive advantages.

KGI Expects Intel to Be Exclusive Supplier of Modems in 2018 iPhones

Apple holte Intel mit dem iPhone 7 ins Boot; Gerüchte darüber bestanden bereits seit 2015. Von 2011 bis 2016 war Qualcomm exklusiv mit dem Funkchip beauftragt; davor fertigte Infineon die 3G-Modems. Als Intel im Jahr 2011 die „Wireless Solutions“-Sparte von Infineon übernahm, verloren sie den Apple-Deal an Qualcomm.

Seit dem iPhone 7 bezieht Apple seine LTE-Chips sowohl von Qualcomm als auch von Intel. Beachtet man die laufenden Rechtsstreitigkeiten, ist es kein Wunder das Apple seinem langjährigen Funkchip-Lieferanten Qualcomm die Bestellungen abzieht. Es ist der größte Hebel, den sie haben um ihrem Unmut über Qualcomms Geschäftsgebaren Ausdruck zu verleihen.

Trotzdem bleibt es „business as usual“ – so wie man dies bereits im Fall von Samsung oder Imagination Technologies mitverfolgen konnte.

Spannend sind diese Zulieferer-Wechsel, weil sich daraus mitunter eine Motivation für zukünftige Produkte beziehungsweise deren Komponenten ablesen lässt. Es sind nicht nur Firmenübernahmen, die solche Zukunftspläne verraten: Speziell der „Kommunikations-Chip“, den Qualcomm und Intel derzeit liefern, nimmt eine so zentrale Rolle für viele Apple-Geräte ein, dass es realistisch ist, dass Apple das Design davon irgendwann komplett zu sich holt und nur noch die Fertigung in Auftrag gibt – so wie mit ihren A4- bis A11-Prozessoren.

2. Februar 2018 – 16:35 Uhr

HealthFit synct Workout-Daten der Apple Watch zu Strava und Co.

Die Workout-App auf der Apple Watch zeichnet detailliert eure Trainingsdaten auf (Herzfrequenz, Ruhepuls, GPS-Kartendaten, Schwimmstrecken, etc.) – einzusehen über die App „Aktivität“ auf dem iPhone – teilt diese Informationen jedoch nicht direkt mit Strava, Garmin Connect, RunKeeper, Final Surge oder TrainingPeaks – von einem Export in ein offenes Dateiformat einmal ganz zu schweigen.

Allerdings lassen sich die Daten über Health abziehen, womit sich HealthFit (2,29 ) ins Gespräch einklinkt. Die iPhone-App holt sich eure besagten Workout-Daten und bietet einen Export ins FIT-Dateiformat an um sie auf dem iCloud Drive abzulegen oder direkt an eine der populären Fitness-Plattformen zu schicken.

via The Apple Watch Triathlete

2. Februar 2018 – 14:37 Uhr

Zwei Gewinner aus Q1 2018: Apple Watch und iPhone X

Wer die Watch noch immer nicht ernst nimmt, verspielt seine eigene Ernsthaftigkeit. „Wearables“ sind inzwischen Apples zweitbeste Produktsparte in puncto Umsatzsteigerung.

Prognose: Apple hat zwischen neun und zehn Millionen Apple Watch im Dezemberquartal verkauft.

Der durchschnittliche iPhone-Verkaufspreis beträgt 796 US-Dollar. Im letzten Januar lag er beim damaligen Rekordhoch von 695 US-Dollar. Sprich: Kunden kauften Plus-Modelle und das iPhone X. Insgesamt zählte Apple in 13 Geschäftswochen 77 Millionen iPhones.

Tim Cook: „Das iPhone X hat unsere Erwartungen übertroffen und ist seit der Auslieferung im November jede Woche unser meistverkauftes iPhone.“

2. Februar 2018 – 9:45 Uhr

#089 – Ferrite – „Record, Edit and Repeat“

Das Ferrite Recording Studio (universal; Laden) zeichnet seit Episode #001 die Voiceovers für meine wöchentlichen Videos auf. Nach knapp zweijähriger Nutzung schaue ich auf die Neuerungen der iOS-Software von Wooji Juice sowie insgesamt meinen Workflow – der beim Mikrofon beginnt, sich über den Schnitt streckt und seine Nachbearbeitung durch Auphonic erfährt.

Hier die 40-Sekunden-Vorschau zur fünfminütigen Episode:


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Alle Infos und die Möglichkeit dabei zu sein, findet ihr unter iPhoneBlog.one.

31. Januar 2018 – 22:46 Uhr

„The iPad Lost Years for Apple’s Media Partners”

The missed opportunity was for Apple’s business partners, particularly newspaper and magazine companies, which Apple persuaded to turn themselves inside out to take advantage of the iPad. It turned out that Apple was leading those partners to a dead end. […]

I’m not saying News Corp. or Conde Nast, publisher of Vogue and GQ, would have been worth as much as Google if they hadn’t bought into the iPad hype. But they did lose precious time and money following Apple down the iPad rabbit hole when they could have focused on Facebook, internet video, smartphone apps, mobile websites, their own subscription products or other promising areas. Newspaper and magazine publishers no longer treat the iPad as a priority, if they devote resources to it at all.

Bloomberg

Shira Ovide schreibt zum achtjährigen iPad-Geburtstag über die „verschwendete Zeit“ von Verlagshäusern, die versucht hatten ihre Magazine und Zeitungen auf dem Apple Tablet zu etablieren. Ihre These: „The iPhone maker took newspaper and magazine companies on a detour to a boondoggle.“ Steve Jobs hätte die Medienhäuser mit seiner Vision geblendet, dann aber „nur 7.5 Millionen iPads in den ersten Monaten verkauft“1 (während Smartphones durch die Decke gingen).

Ich habe keine Ahnung von welchem „teuren Umweg” Shira Ovide hier spricht. Hätten Publisher ihren Medienangeboten kein responsives Online-Layout spendieren sollen? Wäre es besser gewesen keine eigene App-Store-App zu bauen?

Im Bloomberg-Artikel fällt nicht ein einziges Mal das Wort „Newsstand” – womit man Apple theoretisch eine gewisse Mitschuld geben könnte. Eingeführt mit iOS 5; abgesägt mit iOS 9 war Newsstand rückblickend ein Experiment, das Apple zu großspurig verkauft hat. Trotzdem lag die Preisgestaltung und die optische Ausarbeitung der Inhalte alleine in Verlegerhand.

Nicht zu vergessen: Newsstand war nicht nur dem iPad vorbehalten, sondern fand sich vorinstalliert für sechs lange Jahre auch auf dem iPhone. Deshalb habe ich wirklich keine Ahnung wie man Apple hier vorwerfen kann „Verlagshäuser in eine Sackgasse geführt zu haben“.

Woran ich mich allerdings noch erinnere, ist das Zitat von Springer-Chef Mathias Döpfner: „Jeder Verleger der Welt sollte sich einmal am Tag hinsetzen, um zu beten und Steve Jobs dafür zu danken, dass er die Verlagsbranche rettet.” Ich erinnere mich auch an Rupert Murdoch, der einen Schlussstrich für diese „Kostenlos-Kultur im Internet“ forderte. Mit Schauder rufe ich mir das Leistungsschutzrecht für Presseverleger in Erinnerung, bei der Google für die Vermittlung von Lesern und Leserinnen zahlen soll. Und ich entsinne mich an eine Anti-Adblocker-Kampagne der größten deutschsprachigen Online-Nachrichtenportalen und an „Journalismus für eine neue Generation“.

Das waren tatsächlich große „Umwege“.


  1. Was Shira Ovide als „die ersten Monate“ bezeichnet sind denau genommen die zusammengezählten iPad-Verkaufszahlen von Q3 und Q4 im Jahr 2010. Genau 12 Monate nach Verkaufsstart standen 20 Millionen verkaufte iPads in Apples Geschäftsbüchern. 

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