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van Alex Olma
18. September 2020 – 9:02 Uhr

„Time Flies” und die Zukunft von #AppleEvent

Apple Park bereitete abermals die Bühne für das „Time Flies”-Event. Die Firmenzentrale gab auch diesmal der Veranstaltungen ihren Charakter. Durch die Drohnenflüge von Filmset zu Filmset bekamen die Zuschauer_innen erneut das Gefühl den 5-Milliarden-Campus ein bisschen näher kennenzulernen.

Diese Art einer Produktschau erlaubt es Apple auch kürzere Veranstaltungen abzufeiern. „Time Flies” fand bereits nach 60 Minuten sein Ende und rückte dabei lediglich eine Handvoll Produkte1 ins Rampenlicht.

Als perfektionistische Firma liebt Apple die absolut fehlerfreie Präsentation2, die in einer Stunde insgesamt 10 (!) Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Wort kommen ließ.

Sie werden auch die Kompaktheit zu schätzen wissen. Diese vorproduzierten Videos sind noch einmal deutlich straffer als ihre typischen Pressebriefings. Apple strebt nach diesem Level von Kurzweiligkeit und Kontrolle.

Ein solches News-Theater, dass die Nachrichten-Ticker im Anschluss dominiert, muss nur wenige Tage vor seiner Ausstrahlung angekündigt werden. Kein Journalist muss dafür reisen; Zuschauer tragen sich den Termin einfach in ihren Kalender ein.

Mit dieser Flexibilität rückt Apple die Vorstellung neuer Produkte ganz nah an dessen Verkaufsstart.

Bereits zu Steve-Jobs-Zeiten liebte Apple diese Kurzfristigkeit – den zeitnahen Verkaufsstart. Präsentation am Dienstag, Vorbestellung am Freitag und lediglich eine Woche später steht das Produkt im Store. Es war für viele Jahre ein typischer Rhythmus.

Diesmal übertraf man sich und stellte die Apple Watch Series 6 an einem Dienstag vor, nahm Vorbestellungen direkt im Anschluss entgegen und liefert bereits am Freitag. Ein solcher Zeitplan war für neue Apple-Produkte seit Jahren nicht mehr möglich.

Trotzdem fehlten der Show natürlich Atempausen. Niemand musste von einer Bühne schreiten; niemand musste auf Applaus des Publikums warten. Auch die „Showroom-Atmosphäre” im Anschluss eines #AppleEvents bleibt aus. Für einige Produkte sind diese etablierten „Hands-on”-Areas sicherlich unverzichtbar.

Es wäre beispielsweise unvorstellbar wenn die allererste Apple Watch nur ein Werbevideo bekommen hätte. In ihrer sechsten Generation sieht es allerdings anders aus. Und auch die achte Generation von einem iPad – oder ein iPad Air in neuen Farben – kann man auf diese Weise der Welt präsentieren.

„Time Flies” war erst die zweite Veranstaltung „in einem völlig neuen Online-Format” – so wie Apple es im März ausdrückte. Und ich würde die WWDC nicht mit einer typischen Produktvorstellung in einen Topf stecken. Die Keynote der WWDC ähnelt zwar oft einer Produktschau, die restliche Woche der Entwicklerkonferenz aber nicht.

Trotz weniger Beispiele bin ich mir jedoch sicher: Virtuelle Events sind hier um zu bleiben. Sicherlich nicht exklusiv und ganz bestimmt nicht für alle Produkte. Wenn es die Situation der Pandemie in den USA wieder zulässt, wird man Offline-Veranstaltungen erneut im Kalenderjahr unterbringen. Ansonsten hat Apple jedoch einen neuen Style für seine Produktvorstellungen gefunden, der nicht mehr wegzudenken scheint.


  1. Apple Watch Series 6, Apple Watch SE, iPad Air, iPad (8.Gen), Fitness+ und Apple One. 
  2. Nicht nur die Videoqualität war fantastisch. Das Videoprojekt besitzt Kapitelmarken, Untertitel in diversen Sprachen sowie eine Übersetzung für nicht-hörende und schwerhörende Menschen. 
17. September 2020 – 11:32 Uhr

Vier Hintertürchen für eine „Bild-in-Bild”-Wiedergabe von YouTube-Videos auf dem iPhone

Für FaceTime-Anrufe und Videos bietet iOS 14 eine neue Bild-in-Bild-Funktion an. Google verweigert seiner YouTube-App (universal; Laden) jedoch dieses Feature; auf dem iPad wäre es seit über fünf Jahren möglich.

Und obwohl man anscheinend weiterhin damit experimentiert, mache ich mir keine Hoffnungen, sondern verweise auf vier Möglichkeiten diese Einschränkung hier und heute zu umgehen.

  • Safari. Jedes YouTube-Video, das ihr über Apples Browser öffnet, lässt sich ins kleine „Picture-in-picture”-Fenster schicken. Simpler gehts nicht.
  • Der YouTube PiP Shortcut. Er liegt mittlerweile in Version 3 vor und bietet unterschiedliche Abspielgeschwindigkeiten an. Musikvideos bleiben allerdings außen vor: YouTube beschützt die Inhalte gesondert.
  • AirPlay (-Bug?!). Startet einen Clip, schickt ihn an einen AirPlay-Empfänger und wechselt dann mit der Video-/Audioausgabe wieder zurück aufs iPhone. Nun könnt ihr die YouTube-App verlassen und dieses eine (!) Video in der Bild-in-Bild-Wiedergabe anschauen. Nett, aber die Voraussetzung ist ein erreichbarer AirPlay-Empfänger sowie ein YouTube-Premium-Abo. Zumindest funktioniert dieser potenzielle Software-Fehler bei mir nicht, wenn ich nicht in meinen YouTube-Account eingeloggt bin.
  • YTScript. Erneut ein Kurzbefehl, der recht zuverlässig einen klassischen Download des Videos anstößt. Wenn ihr diese Datei anschließend in Infuse oder einen anderen Videoplayer werft, bekommt ihr von dort eine Bild-in-Bild-Wiedergabe.

16. September 2020 – 17:39 Uhr

#222 – noch mehr Mini-Neuerungen aus iOS 14

Auf Episode #210 folgte #211 und heute #222. Alles was ihr schon immer über iOS 14 wissen (und nicht wissen) wolltet.

Nein, ernsthaft. Jeder von uns benutzt sein iPhone täglich für viele Stunden. Da ist es doch nur logisch, möglichst viele der Neuerungen des Betriebssystems kennenzulernen.

Hier das Intro zur sechsminütigen Episode:


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15. September 2020 – 15:38 Uhr

Version 1.4: Pixelmator Photo entfernt Blockartefakte

Als die Mac-Version von Pixelmator (MAS-Link) zum Jahresbeginn das Feature „ML Super Resolution” erhielt, war ich darauf sehr neidisch. Die Intelligenz entfernt besonders gut typische Kompressionsartefakte. Das betrifft Fotos, die nur in sehr niedriger Auflösung vorliegen, oder Bilder, die sehr stark vergrößert wurden. Der Fachbegriff „JPEG-Klötzchen” hat sich dafür etabliert, glaube ich.

Als ich im Jahr 2000 zur Tokyo Game Show flog, dokumentierte ich die Geschäftsreise mit einer 2.1 Megapixel Sony DSC-F505. Schickt man diese Bilder durch die modernen Algorithmen, wird daraus tatsächlich eine akzeptable Diashow.

Und jetzt will ich unbedingt noch „ML Denoise” vom Mac aufs iPad portiert sehen!

15. September 2020 – 12:07 Uhr

Neue AirPods-Firmware enthält automatischen Gerätewechsel und „Spatial Audio“

iOS 14 rückt näher. Zum Ende der Beta-Phase erhalten die AirPods Pro den zur WWDC versprochenen 3D-Klang („Spatial Audio”) sowie den automatischen Kopfhörerwechsel zwischen Apple-Geräten.

Voraussetzung ist die Beta-Version des Betriebssystems sowie die neue Firmware (3A283) der AirPods (➝ Einstellungen ➝ Allgemein ➝ Über).

When you’re wearing AirPods Pro, you don’t have a full surround sound system in your ears. To make the audio seem like it’s coming from multiple speakers placed around you, spatial audio applies directional audio filters and tweaks the frequencies going into each ear to simulate the sound of individually placed surround sound speakers.

But there’s a lot more to it than that. As I previously noted, the sound field created by spatial audio is oriented to your device to stay immersive, so when you do something like moving your head but not your device, the audio filters change dynamically to „move“ the audio around you as though you were turning your head in a theatre.

To do this, spatial audio uses the built-in accelerometer and gyroscope in your AirPods Pro to dynamically track the movement of your head relative to your device. Spatial audio also tracks the movements of the device to keep the sound field consistent.

Joseph Keller | iMore

Für den (recht beeindruckenden) 3D-Audio-Test kann man mal Apples Greyhound oder Disneys Hamilton starten und dann den Kopf nach links beziehungsweise rechts drehen.

Und auch der Schnellwechsel klappt in meinen ersten Versuchen zwischen einem iPhone 11 Pro und iPad Pro reibungslos. Auf dem Gerät, dass die Audioausgabe verliert, blendet sich eine entsprechende Benachrichtigung ein. Dieses Pop-up ist gleichzeitig jedoch auch ein Button um den Kopfhörer augenblicklich zurückzuholen.

14. September 2020 – 16:49 Uhr

Neue App-Store-Regeln unterstreichen: Apple wünscht sich kein Videospiel-Streaming

Apple veröffentlicht eine Handvoll Regeländerungen seiner App-Store-Guideline nicht zufällig an einem Freitagabend. Positive Updates verschickt man nicht kurz vor dem Wochenende, sondern zur besten Nachrichtenzeit. Es war also klar, was uns erwartet.

3.1.2(a): Games offered in a streaming game service subscription must be downloaded directly from the App Store, must be designed to avoid duplicate payment by a subscriber, and should not disadvantage non-subscriber customers.

4.9.1: Each streaming game must be submitted to the App Store as an individual app so that it has an App Store product page, appears in charts and search, has user ratings and review, can be managed with ScreenTime and other parental control apps, appears on the user’s device, etc.

4.9.2: Streaming game services may offer a catalog app on the App Store to help users sign up for the service and find the games on the App Store, provided that the app adheres to all guidelines, including offering users the option to pay for a subscription with in-app purchase and use Sign in with Apple. All the games included in the catalog app must link to an individual App Store product page.

Google Stadia und Microsoft xCloud stand schon immer die Möglichkeit offen ihre Games individuell in den App Store zu laden – so wie es der GameClub seit Oktober 2019 tut. Das ist dann aber kein Spiele-Streaming-Dienst mehr, sondern eine „bad experience for customers” – ums in den zurückhaltenden Worten von Microsoft zu sagen.

Eine „Katalog-App”, die auf separate Downloads im App Store verlinkt, widerspricht allem voran dem Verständnis der Nutzer und Nutzerinnen. Nachvollziehbar ist dagegen das Angebot von Netflix oder Disney+: Hier führt ein Download und ein Login zur gesamten Bibliothek.

Was passiert beispielsweise wenn das gleiche Spiel bei zwei unterschiedlichen Streaming-Diensten verfügbar ist? Wird es im App Store dann doppelt aufgeführt? Wie macht man verständlich, dass man EA- und Ubisoft-Spielepunkte mit iTunes-Guthaben bezahlen muss? Wie nachvollziehbar ist eine wenige Megabyte-große „App-Hülle” für Halo, Gears oder Forza? Und wie erklärt man dem App-Store-Kunden anschließend, dass diese Spiele nur über ein separates Streaming-Abo zur Verfügung stehen?

Aber keine Sorge: Das sind nur rhetorische Fragen. Microsoft und Google werden es mit diesen Regeln nicht versuchen. Apple entscheidet sich mit seinem überarbeiteten Regelwerk ganz eindeutig gegen Spiele-Streaming à la Stadia oder den Xbox Game Pass. Und ich halte das weiterhin für eine verpasste Chance.

14. September 2020 – 13:19 Uhr

SoftBank verkauft: Nvidia schnappt sich ARM

NVIDIA and SoftBank Group Corp. (SBG) today announced a definitive agreement under which NVIDIA will acquire Arm Limited from SBG and the SoftBank Vision Fund (together, “SoftBank”) in a transaction valued at $40 billion.

Nvidia Newsroom

ARM verspricht sein kundenneutrales Lizenzmodelle auch unter der Führung von Nvidia fortzuführen. Nvidia holt sich damit ein (gut) laufendes Lizenzgeschäft, für das sie in den nächsten Jahren ein gigantisches Wachstum vorhersehen.

Intel verliert durch Nvidias Übernahme des britischen Chipspezialisten weiter an Bedeutung. ARM-Prozessoren in Rechenzentren ist ein nächster logischer Schritt (nachdem Intel bereits bei Mobile komplett verschlafen hat).

Und Apple? Apple wird der Verkauf ziemlich egal sein. Apple kauft oder lizenziert keine Chips von ARM, sondern besitzt eine Architekturlizenz („perpetual license“). Apples Chips sprechen zwar diese „Prozessorsprache“, aber ihr Design ist Apple-exklusiv. Ihre A-Chips bestehen aus individuellen Komponenten, die Apple unabhängig jedes Jahr aufrüstet.

Apple sieht sich durch die Übernahme keinerlei neuen Abhängigkeiten ausgesetzt. Und ich glaube dem Versprechen: Nvidia wird das Lizenzgeschäft von ARM in seiner jetzigen Form weitgehend so weiterlaufen lassen.

11. September 2020 – 15:21 Uhr

„Apple to start producing first 5G iPhones in mid-September”

Neue iPhones erscheinen gewöhnlich im September. In den letzten acht Jahren gab es lediglich drei Ausreißer: das iPhone X (November 2017), iPhone XR (Oktober 2018) und das iPhone SE (März 2016 + April 2020). Und auch dieses Jahr wird es länger dauern.

Allerdings verspäten sich im Jahr 2020 anscheinend nicht nur einzelne Modelle, sondern die komplette Produktpalette rutscht tiefer in den Herbst. Die genauen Details sind nicht spannend, aber die Inspektion, Kontrolle und Abnahme der Komponenten trotz strikten Reisebeschränkungen finde ich faszinierend.

In past years, the company stationed staff at manufacturing sites to resolve any engineering issues in the runup to mass production. Coronavirus-related travel restrictions, however, have forced Apple to do much of this work remotely and to request all suppliers deliver final samples to the U.S. To maintain secrecy, one source said, all items, even tiny ones, were packed into huge boxes and shipped in special-purpose trucks to Hong Kong, where they were loaded onto a plane bound for California, so lead designers and engineers there could sign off on the samples.

”This year this kind of secretive sample delivery increases a lot, but Apple is willing to spend as much money to protect their highly-confidential unfinished products,“ the person said. […]

The engineering verification processes for this year’s new iPhones have been particularly challenging for Apple, as the complicated procedures and major spec upgrades from 4G to 5G connectivity involve a lot of back-and-forth, hands-on testing by both the American company’s engineers and its suppliers in Asia.

Nikkei Asian Review

Apple bestellte angeblich Bauteile für zirka 80 Millionen iPhones, ohne dass die Ingenieure dafür ungehindert zwischen San Francisco und Asien pendeln können.

Aus dem letzten Jahr wissen wir, dass das nicht wenige Leute betrifft. Bei United Airlines, lediglich einer Fluglinie, reservierte der iPhone-Hersteller nicht weniger als 50 Business-Class-Sitze…pro Tag (und wünschte sich von der Fluglinie eine Renovierung des Flughafenterminals).

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