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van Alex Olma
21. März 2010 – 20:45 Uhr

Eilmeldung: Kunden wissen was Sie wollen!

Breaking News: Am 03. April startet der iPad-Verkauf in den USA. Soweit hinreichend bekannt, oder?

Zumindest sollte man davon gehört haben, wenn die letzten 7.5 Wochen nicht in einem Land ohne Zeitung, Fernsehen oder Internet verbracht wurden. Und alle warten darauf. Irgendwie.

Mittlerweile dreht sich die geführlte Diskussion schon gar nicht mehr darum, „ob das iPad die Medienbranche rettet“, sondern „wie schnell es dies tut“. Kein Interview mit einem Verleger wird über die TV-Satelliten geprügelt, in denen nicht mindestens eine „iPad-Phrase“ gedroschen wird. Und obwohl ich an dieser Stelle gerne auf der, den großen Medienhäusern entgegengesetzten Position Platz nehme, ein ehrlicher Standpunkt wäre zu sagen: „Ich habe keine Ahnung was ab dem 03. April 2010 passiert!“.

Das iPad wird zweifelsohne ein zukunftsweisendes Gerät. Mit dem älteren iPhone-Bruder im Rücken, der mit Sicherheit die schwerere Kindheit in den letzten drei Jahren zu überstehen hatte, ist dies keine gewagte These. Aus technischer Perspektive lehnt man sich ebenfalls nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man den Technologiefortschritt und die Weiterentwicklung des iPads abstrahiert auf die heutigen Verhältnisse. Insbesondere die Betrachtung der Konkurrenzsituation macht bewusst, dass Apple derzeit einfach wenig falsch machen kann. Schade Palm, ich mochte deinen Pré.

Schon seit geraumer Zeit vermisse ich die regelmäßige Verwendung des Wortes „iPad-Killer“, oder sollten wir der düsteren Vorzeit für blinde Polemik wirklich entronnen sein?

Mit Sorge darf man in die ratlosen Gesichter derjenigen Leute blicken, deren tägliches Butterbrot sich dadurch schmiert, das sie ‚Nachrichten‘ verkaufen, und ebenfalls keinerlei Antworten bereithalten. Medienmogul Rupert Murdoch hielt im April 2008 eine Rede (YouTube), in der er auf die veränderte Informationslandschaft eingeht. Inspiriert und mit Kalkül klang das damals nach ‚einem Plan‘. Passiert ist nach dem MySpace-Kauf in den letzten zwei Jahren wenig.

Das Sinnbild für die allgemeine Verwirrung, zwischen „Google klaut unseren Content“ und das Gejammer über „die Werbegelder sind im Keller“, sitzt Murdoch heute von der Kamera. Natürlich nicht, um komplett zusammenhangslos „all media are going to the iPad“ ins Gespräch plumpsen zu lassen.

DirektMurdoch

News Corp-Junior James Murdoch engagiert sich unterdessen für härte Bestrafungen von digitalen Netzbewohnern:

„There is no difference with going into a store and stealing Pringles or a handbag and taking this stuff. [..,] The idea that there’s a new consumer class and you have to be consumer-friendly when they’re stealing stuff. No. There should be the same level of sanctity as there is around property. Content is no different. They’re not crazy kids. No. Punish them.“

Aber wollen wir uns nicht mit den destruktiven Vertretern dieser Gattung aufhalten. Unsere Mercedes Bunz hat für den Guardian die Frage gestellt: „How will print content look on the iPad?„. Die von ihr ausgegrabenen (Demo-)Videos lassen sich mittlerweile um das „Interaktive VIV Mag-Feature“ ergänzen, das seit einer Woche die Internet-Runde macht:

VIV Mag Interactive Feature Spread – iPad Demo from Alexx Henry on Vimeo.

Herr Knüwer wirft zurecht in diesem Zusammenhang die Frage auf: „Wer soll sie [die Produzenten] bezahlen?“

The Wall Street Journal möchte von weiter andauernden Verhandlungen über TV Serien zum (Stück-)Preis von $0.99 Cent erfahren haben, die zur iPad-Veröffentlichung verfügbar sein sollen. Schritte in die richtige Richtung? Nicht, wenn die Gerüchte über den Verhandlungszeitraum von mehreren Jahren nur annähernd stimmen.

Ich finde es persönlich faszinierend, in welcher gestärkten (Finanz-)Position sich Publisher sowie Film- und Musik-Studios derzeit befinden müssen. Anders lässt es sich für mich nicht erklären, warum man darauf verzichtet, seine Kundschaft dort abzuholen, wo sie wartet. Ich nehme einfach mal das Wort Spotify in den Mund…

In Großbritannien startete vor kurzer Zeit ein ähnlicher Musikservice unter dem Namen ‚We7‚. Ich hatte in der letzten Woche die Gelegenheit, ein Telefoninterview mit seinem Gründer Gareth Reakes zu führen. Mit einem Premium+ Benutzerkonto für rund 11 Euro (£9.99) im Monat hat man dabei Zugriff auf hunderttausende von Musiktiteln mit unbegrenztem, werbefreien Streaming, synchronisierten Wiedergabelisten und einem mobilen (UMTS-)Zugriff (mit temporärem Download-Speicher für Offline-Zeiten) vom iPhone.

Direktwe7

Zahlungsbereite Kunden aus Deutschland ließen sich mit Sicherheit finden, dürfen jedoch nicht bedient werden. Laut Gareth Reakes-Erfahrung sind die Verhandlungen mit den hier ansässigen Musikstudios, die „weltweit schwierigsten“.

Schade, ich hatte geglaubt dass die Einzigen, die wissen was sie wollen, immer noch die Kunden sind.

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