iPhoneBlog.de iPhoneBlog.de
van Alex Olma
20. April 2010 – 6:56 Uhr

Apples Rechtsabteilung bestätigt neuen iPhone-Prototyp

Nach zahlreichen Spekulationen am gestrigen Montag über die Authentizität der nächsten iPhone-Generation, die von Gizmodo in Bild und Video eine detaillierte Veröffentlichung erfuhr, spitzte sich die Geschichte in den letzten Stunden zu. Die Technikwebseite publizierte mit „How Apple Lost the Next iPhone“ einen kompletten Zeitabriss unter Nennung des Namens vom verantwortlichen Apple-Mitarbeiters, der in Redwood City den iPhone-Prototypen bei einem „good German beer“ verloren hatte.

Der Finder soll sich um eine Rückgabe bemüht haben „He reached for a phone and called a lot of Apple numbers and tried to find someone who was at least willing to transfer his call to the right person, but no luck.“ verkaufte dann das Gerät jedoch für eine vierstellige Summe an Gizmodo.

5000.jpg

Nick Denton (Gawker.com / Gizmodo)

Das Testgerät befand sich in einer Ummantelung, die den Unterschied zu einem aktuellen iPhone 3GS schwer erkennen ließ. Damit war es anscheinend für den Testeinsatz außerhalb des, ansonsten gut abgeschirmten Apple-Hauptquartiers, gedacht.

gizmodo.jpg

Brian Lam, Chefredakteur von Gizmodo, kommunizierte mit der Apple-Rechtsabteilung über die Rückgabe des Prototypen, das Apple als „gestohlen“ bezeichnet. Im Austausch für ein offizielles Schreiben, das die Produkt-Echtheit bestätigt, wandert das Gerät nun zurück auf den Cupertino-Campus: „A Letter: Apple Wants Its Secret iPhone Back„.

sewell.jpg

Seitdem bricht – meiner Meinung nach zurecht – ein „Shitstorm“ über die journalistische Integrität von Gizmodo.com ein, während wir auf die wohl unspektakulärste Apple-Produktvorstellung der letzten Jahre blicken.

Gizmodo-shot.jpg

via Gizmodo

  • Pingback: iPhone 4G gesichtet « stohl.de()

  • Pingback: apfeltweet: Apple möchte den iPhone-Prototypen zurück… http://www.iphoneblog.de/2010/04/20/apples-rechtsabteilung-bestatigt-neuen-iphone-prototyp/()

  • Reavermaster

    Tja Apple. Damit hast du wohl einen Mitarbeiter weniger – oder doch eher nur ein weiterer Marketing-Gang um alles an und rund um Apple und das iPhone wieder zu pushen?
    Wir werden es erleben. Trotzdem hoffe ich auf eine Überarbeitung des iPhone „4G“'s da ich mich einfach nicht mit einem komisch klobigen iPhone abfinden kann.
    Vor allem sprechen eigentlich alle bisherigen neuen Produkte von Apple für eine rundliche Form(s. iPad).

  • „Seitdem bricht – meiner Meinung nach zurecht – ein “Shitstorm” über die journalistische Integrität von Gizmodo.com ein“

    Was meinst du damit genau? Was hat/soll Gizmodo falsch gemacht haben?

  • Ich denke nicht das dies das finale Modell ist. Oder hat je mal ein in der Entwicklung befindliches iPhone den Apple-Campus verlassen (außer natürlich mit Steve Jobs)? Ich kann es mir zumindest nicht vorstellen.

  • Ich denke zwar nicht, dass der Typ das absichtlich verloren hat. Aber ich denke auch nicht, dass es das finale Design sein wird. So unspektakulär wird die Produktvorstelung schon nicht sein ;) Und wenn doch, wird Steve ein paar nette Worte zum Vorfall finden, die durchaus auch interessant sein könnten.

  • Die Nennung des Namens vom betroffenen Apple-Entwickler ist komplett überflüssig. Potenziell gestohlenes Material zu kaufen, halte ich ebenso für eine fragwürdige Methodik.

  • Mikey

    Klobig? Der Prototyp ist gleich lang, 2,3 mm schmaller und 2,8mm dünner als das iPhone 3GS. Damit kürzer als ein Nexus One, gleich breit und dünner. Und das Design liegt näher am iPad als das vom Vorgänger (eckige und nicht runde Kanten etc.).

  • bnz

    Also ich sehe das nicht so negativ. Höher aufgelöstes Display -> Yay, Frontkamera=Videochat über Internet -> Yay, mehr Gewicht und dicker = längere Batterielaufzeit -> Yay! Das wären schon Dinge, insbesondere ein besseres Display und Frontcam, die für mich eine Neuanschaffung vom 3GS rechtfertigen würden.

  • „Shitstorm“ mit der Veranstaltungsseite der re:publica zu verlinken, ohne Details aus dem Lobo-Vortrag, finde ich eher sinnfrei! Gibt's da keine Wikipedia-Seite? ;)

  • man kann es fragwürdige methodik nennen, oder auch journalismus.

    ob ein gefundes/unterschlagenes/gestohlenes iphone, geheime videos des US Militärs, interne Dienstanweisungen oder auch nur Informationen über ein neues Produkt von Insidern, alles ist nicht legal. Da verstößt immer jemand gegen das Gesetz oder zumindest nen Vertrag, der diese Informationen leaked oder sich beschafft.
    Im falle von wikileaks aus idealistischen gründen, in anderen fällen auch sicher gegen Geld (zumindest in der Vergangenheit, als es noch für sowas da war).

    Dass gerade der Herr Gruber das hier so auf die moralisch verwerfliche ebene stellt, ist auch irgendwie einleuchtend, denn dadurch werden im in den nächsten wochen sicher eine menge clicks und scoops entgehen, die er in der Vergangenheit vor so nem release ja immer hatte.

    Ob das iPhone gestohlen oder verloren wurde, wird wohl niemand mehr rausfinden können. Klingt beides gleich unwahrscheinlich (denn offenbar sah es in der Hülle ja aus wie ein 3GS, warum sollte mans dann klauen? Und vor allem wie?)
    Dass Apple es als gestohlen bezeichnet, wie Gruber meint, ist ja auch klar, nur das beweist wohl auch gar nix.

    Mir gefällt diese Art der Doppelmoral nicht, gegen NDAs verstoßen ist moralisch OK, aber gefundene iPhones unterschlagen nicht?

    Dass sie den Namen des Mitarbeiters nennen, find ich auch nicht OK, und unnötig.

  • enlite

    Hätte Apple das Device nicht über „Find my iPhone“ finden können…

  • bnz

    Habe eben anderswo auch einen guten Grund gelesen den Namen zu veröffentlichen: eben genau, um den Job des Entwicklers zu retten. Apple weiss ja schon, dass er das Gerät verloren hat. Andererseits ist der Druck der Blogosphäre nicht auszudenken, wenn Apple genau wegen einer menschlichen Panne den Entwickler feuert. Mir dem Namen in der Öffentlichkeit könnte eine Entlassung ziemlich nach hinten losgehen…

  • Björn

    Nicht wenn es ausgeschaltet ist ;)

  • enlite

    Auch Apple wird in der Lage sein, VOR der Fernlöschung das Ding zu orten.
    Davon mal abgesehen. Gizmodo schreibt, dass der Typ das Gerät am 18. März verloren hat. Nun hat Giz das Device seit ca. 1 Woche. Frage:
    1. Was macht der Finder in den 3 Wochen (!!!) dazwischen mit einem ausgeschalteten und gelöschten iPhone 4th Gen? Als Briefbeschwerer wird er es wohl kaum genutzt haben.

  • Christian Weber-Detjens

    Wie auch immer. Das Design finde ich wundervoll!

  • Pingback: iPhone 4G – Prototyp von Apple in der Kneipe liegen geblieben, deutsches Bier war einfach zu gut!()

  • frasch (igadget-news.de)

    ZWEI Prototypen gehen verloren innerhalb von ZWEI Tagen (San Jose und Redwood City). Beide liegen mal eben in einer Bar bzw. in einem Café einfach so rum. Es gibt keine Fotos vom eingeschalteten Bildschirm obwohl das Gerät funktionieren soll. Es gibt keine Fotos von den verbauten Chips obwohl das Gerät geöffnet wurde.

    Tja Leute, Engadget und Gizmodo haben euch verscheißert und arbeiten schon längst mit Apple zusammen.

  • Dann wäre ich der Erste, der dafür applaudiert!

  • Jeff Kelly

    $5000 zu zahlen um einen Apple-Prototypen aus zwielichtiger Quelle zu kaufen ist mindestens Hehlerei und Beihilfe zum Diebstahl.

    Gutgläubiger Erwerb kann ausgeschlossen werden. Das ganze im Internet auch noch zuzugeben ist selten dämlich.

    Ort und Uhrzeit zu nennen und den Namen des Entwicklers der es verloren hat hat noch den schönen Nebeneffekt die Karriere eines Menschen komplett zu ruinieren, denn wenn ihn Apple entlässt (was fast zwangsläufig ist) wird er nirgendwo sonst mehr Arbeit finden, denn mittlerweile kennt ihn ja jeder als den „Verlierer von Prototypen“.

    Nimmt man an, dass die Geschichte echt ist ist es nämlich ziemlich unprofessionell einen geheimen Laborprototypen zum abendlichen Chill-Out in eine Bar mitzunehmen (und nach dem x. Bier dann dort zu vergessen)

    Fassen wir zusammen:

    – Sich der Beihilfe zum Diebstahl und der Hehlerei schuldig gemacht
    – Den Ruf und die Karriere eines noch recht jungen Entwicklers öffentlichkeitswirksam ruiniert
    – Jegliche Chance auf eine weitere Zusammenarbeit mit Apple oder anderen Herstellern vermutlich auf Dauer verspielt.
    – im Internet darüber angegeben und sich damit möglichen strafrechtlichen und zivilrechtlichen Konsequenzen ausgeliefert.

    …und das ganze für wohl eine der am wenigsten überaschenden Produktvorstellungen des Jahres. Apple stellt ein neues iPhone vor, same procedure as every year.

    Zum Thema Marktforschung und Guerilla-Marketing:

    Ein neues iPhone wird im Juni erscheinen, wie bisher in jedem Jahr, wir haben jetzt Mitte April also noch zwei bis drei Monate bis zur Auslieferung.

    Da ist nichts mehr mit Marktforschung, Guerilla-Marketing oder „mal sehen wie es die Nutzer finden“ (Mal abgesehen davon, dass Apple oft genug bestätigt hat, dass sie keine Marktforschung machen da Jobs nicht an Marktforschung glaubt, denn „es ist die Aufgabe der Anbieter herauszufinden was die Menschen brauchen, Kunden können dir nur sagen was sie an den Dingen stört die sie bereits kennen“

    2 Monate bedeutet, dass das Ding schon bei den Prüfbehörden zur Abnahme liegt, das die Baupläne bereits bei Foxconn und den anderen Anbietern sind, die Teile bereits geordert wurden und die Produktionsstraßen auf die neue iPhone Linie angepasst werden.

    Da ist nichts mehr mit großen Veränderungen. Entweder ist es ein Laborprototyp, dann wird das fertige Gerät möglicherweise völlig anders aussehen (Laborprototypen baut man so, dass die Entwicklung leichter wird, nicht um fertiges Design zu testen) oder es ist ein Gerät aus der Nullserie oder ein preproduktion sample, dann ist es für Veränderungen zu spät, da dann die Produktion schon angelaufen ist oder zumindest die Vorbereitungen dazu abgeschlossen wurden.

  • Jeff Kelly

    Ein Prototyp, keine zwei. Der Rest ist nur Rauschen im Gerüchtewald. Ganz nach dem Prinzip der stillen Post schreibt ja jedes Apple-Blog irgendwo anders ab, was dabei alles als Wahrheit verkauft wird oder wieviel durch das Rauschen an einer Story verändert wird ist immer wieder erstaunlich.

    Ob das Gerät tatsächlich in einer Bar „verloren“ wurde, weiß auch keiner und ob Gizmodo tatsächlich nur $5000 bezahlt hat auch nicht.

    Für einen Prototypen ziemlich wenig Geld

  • Mikey

    Nicht dicker, sondern dünner. Und schmaler.

  • Jeff Kelly

    In dem Moment wo es gegen Geld den Besitzer wechselt ist es rein rechtlich gesehen „gestohlen“. Der Finder erwirbt kein Eigentum an der Sache, anstatt es dem rechtmässigen Besitzer zurückzugeben wurden es an eine Internetredaktion „verkauft“, das ist dann Diebstahl, Handel mit gestohlener Ware, von Gizmodo Beihilfe zum Diebstahl und Hehlerei.

  • steinegr

    Hallo,
    die haben sich weder der Hehlerei noch der Beihilfe zum Diebstahl schuldig gemacht:

    1.) Welcher Diebstahl. Apple hat das Teil verloren. Bei Diebstahl muss man jemandem eine Sache wegnehmen. -> Keine Diebstahl; keine Beihilfe zum Diebstahl.

    2.) Hehlerei ist eine sog. Anschlussstraftat, der in diesem Fall ein Diebstahl vorausgehen hätte müssen. Damit hat man sich auch nicht der Hehlerei schuldig gemacht.

    3) Eine andere Sache ist, ob durch das Zahlen von 5.000 $ zum Besitz auch noch Eigentum erlangt werden konnte – durch sog. derivativen Eigentumserwerb. Da Gizmodo jederzeit bekannt war, dass es sich um ein Gerät von Apple handelt, ist dies wohl unwahrscheinlich. Apple kann damit die Herausgabe des Telefons verlangen.

    4) Genau darauf bezieht sich Apple: „in possession of a device that belongs to Apple“. Gizmodo wird das Gerät herausgeben müssen und das wars dann auch.

  • Sebastian

    Welchen Shitstorm meinst Du genau?

    Ich hab bisher noch nicht einen Artikel gelesen wo stünde dass Gawker kritisiert wird. Wäre man wohlwollend dann könnte man ja fast argumentieren dass es gut ist, dass sie den Prototypen gekauft haben, damit er nicht in „falsche Hände“ gelangt.

    Ehrlich gesagt finde ich es toll, dass sie das Ding veröffentlicht haben. Gruber hat geschrieben das nächste Gerät bekommt eine Keramik-Rückseite und doppelte (4-fache) Auflösung.

    Ich spar mir demnach mein Geld und kauf mir das nächste iPhone anstatt ein iPad, denn das iPhone wird die doppelte (4-fache) Auflösung des iPad haben (250 + dpi) und da seh ich dann irgendwie den Grund nicht mehr für das iPad. Oder besser: wenn ich ein iPad hätte und deshalb kein Geld für das nächste iPhone ich würd mich totärgern.

  • Jeff Kelly

    Der Finder ist verpflichtet den gefundenen Gegenstand dem Eigentümer zurückzugeben, sowohl nach deutschem Recht als auch nach amerikanischem Recht

    Der Finder einer Sache wird rechtlich so gestellt, als ob ihm die Sache anvertraut war auch das ist nach amerikanischem und deutschem Recht gleich.

    Verkauft oder behält der Finder die Sache so begeht er nach US Recht einen Diebstahl, nach deutschem Recht wäre es eine Unterschlagung (je nachdem was nach jeder Rechtsart als allgemeinstes Eigentumsdelikt gilt).

    Da er die Sache verkauft hat ist es sogar Grand Theft. Der Käufer macht sich nur dann nicht der Hehlerei schuldig wenn er nicht annehmen musste das dem Verkäufer das Gerät nicht gehört, was im Falle eines geheimen iPhone Prototypen unwahrscheinlich sein dürfte. damit ist Gakwer dann schuldig des handling of stolen goods und ist accessory to grand theft.

    Im gegensatz zur landläufigen meinung ist ein gutgläubiger Eigentumserwerb in der Überwiegenden zahl der Fälle nicht möglich. Da gawker wusste wwer der Eigentümer ist sowieso nicht.

  • Kai

    … Naja … ich kann es immer noch nciht recht glauben, denn Medien beeinflussen. Apple weiß das genau … ich glaube immernoch das alle, wirklich alle gerade auf einen genialen Apple-Clou reinfallen. Erinnert Euch an Microsoft und iSlate … peinlich für Ballmer.
    Aber wie auch immer … designmäßig is das Ding für mich unter aller Kanone.

  • Bist du eigentlich Jurist? Und dann auch noch einer mit Fachgebiet „Kalifornisches Strafrecht“?

    Denn es wundert mich schon etwas, mit welcher Überzeugung du hier erzählst, welche Straftaten der Finder und Gizmodo hier begangen haben (ohne Konjunktiv).

    Ich kenn mich in Kalifornien nicht so gut aus wie du, war aber bis jetzt immer davon ausgegangen, dass auch dort jemand erst schuldig ist, wenn er verurteilt wurde.

    Also ob hier irgendwas Diebstahl, Hehlerei, Unterschlagung, Industriespionage oder Erregung öffentlichen Ärgernisses ist, weiß keiner, weder du, ich, John Gruber oder Steve Jobs, solange nicht ein Richter ein Urteil gesprochen hat.

  • bin völlig deiner meinung… und ich hoffe es auch, denn das design ist wirklich einfach nur beschissen… sony erricsson..? -.-
    naja wir werdens ja sehen.. hoffe das neue iphone wird eher dem hier gleichen: http://iphoneindia.gyanin.com/wp-content/upload

  • Ich halte auch den gesamten Ablauf für eine Räuberpistole. Da sind so viele „Zufälle“ im Spiel, die unter dem Regime des autokratischen Apple-Chefs so nicht machbar wären. Siehe auch: http://gunnarsohn.wordpress.com/2010/04/21/das-

  • Pingback: Der iPhone Prototyp und das Restaurant…()

  • Pingback: iPhone Panne um das 4g spitzt sich langsam zu - Dein Handyexperte()

  • Pingback: Warten auf San Francisco…noch knapp fünf Stunden… – iPhoneBlog.de()

Social

Abonnement

iPhoneBlog präsentiert wöchentlich neue Videos über App-Store-Apps und einen täglichen Ideenaustausch im privaten Slack-Kanal. Noch nicht dabei? Werde Abonnent.

Du hast schon einen Account? Login.

Support

App Store

Wer eine beliebige iPhone-App im App Store über diesen Link kauft, seinen Mac mit Software aus dem Mac App Store bestückt, ein Produkt seiner Wahl bei Amazon bestellt oder meinen Flattr-Button drückt, unterstützt das iPhoneBlog mit einem kleinen Prozentsatz des (unveränderten) Kaufpreises.

Archiv

Gastfreundschaften