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van Alex Olma
28. Dezember 2010 – 17:35 Uhr

[update] Der App Store-Hype, dessen Fehltritte und diverse offene Fragen zum Umgang mit Nutzerdaten

Die bewegte App Store-Geschichte der vergangenen 2.5 Jahre hat nahezu 400.000 Anwendungen durch Apples Genehmigungsprozess geschleust. Während im Monat Dezember 2008 magere 3.800 Programme durch das iTunes-Portal trotteten, zählte 148Apps.com im letzten Monat des Jahres 2009 bereits über 25.000 Software-Titel. Keine Überraschung: Dieses Jahr wird sicherlich eine neue Bestmarke überschritten – der Dezember 2010 soll 30.000 neue Apps bereithalten.

Die angeblichen 45.000 (kostenlosen) ‚Tap Tap Revenge 4‚-Downloads pro Stunde (in Spitzenzeiten) und vermeintlichen 2 Millionen neuen Facebook-App-Nutzer innerhalb von drei Weihnachtstagen (25.12. = 43.726.457 / 28.12. = 45.768.616) stellen hier sicherlich nur die Spitze des Eisberges dar.

Auch die ‚Wiederauferstehung‘ der App Camera+ zahlte sich aus und erreichte nach eigenen Angaben 500.000 Verkäufe (vergünstigt für 79 Cent) innerhalb von zwei Tagen.

Camera+ flog zuvor für 131 Tage aus dem App Store, weil sich über eine versteckte Funktion die Lautstärke-Knöpfe als Foto-Auslöser benutzen ließen. Mit viel Ironie darf auf die letzte ‚App Store‘-Nacht geschaut werden als das Programm ‚Quick Snap Camera Plus‚ (1.59 €; App Store-Link), mit exakt dieser beworbenen Eigenschaft, in Apples Download-Portal erschien und dort auch mehrere Stunden später noch verfügbar ist.

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Nicht neu, derzeit aber wieder zentrales Gesprächsthema: App Store-Anwendungen und dessen Verwendung von Nutzerdaten. Unter dem Titel „Your Apps Are Watching You“ veröffentlichte ‚The Wall Street Journal‘ Mitte Dezember eine ausgiebige Zusammenstellung der zum damaligen Zeitpunkt 101 populäresten Apps.

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Die Weitergabe der Geräte-Identifikations-Nummer sowie der Benutzer-(GPS-)Standort stehen dabei vornehmlich in der Kritik. Insbesondere die Übermittlung an Werbe- und Statistik-Netzwerke, für die mehrere Entwickler-Frameworks zur kinderleichten Einbindung bereitstehen, sind mit kritischem Auge zu betrachten.

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Inwieweit Apple sich mit dem Genehmigungsprozess für seine angemeldeten Entwickler eigenständig in die Verantwortung stellt, bleibt eine bislang noch ungeklärte Frage. Nun könnte sich ein Gericht um dessen Klärung bemühen.

Am 23. Dezember reichte der Amerikaner Jonathan Lalo eine Klage gegen Apple vor dem Bezirksgericht in San Jose ein. In seiner Klageschrift betonte Lalo, dass er der Übermittlung seiner individuellen Geräte-UDID mit Boardmitteln nicht widersprechen kann. Jailbreak-Nutzern stände für eine umfassendere Kontrolle des Netzwerkzugriffs die Cydia-Anwendung ‚Firewall IP‚ zur Verfügung. Die Öffnung des Dateisystems birgt jedoch eine Vielzahl von intransparenten Risiken.

Stichwort Risiken: Auf dem Chaos Communication Congress ’27C3′ finden sich auch in diesem Jahr diverse Vorträge zum Thema (Mobilfunk-)Sicherheit (hacking smart phones, SMS-o-Death, etc. ), die uns mit einer zunehmenden Annäherung von Smartphones und Mini-Computern nicht überraschen sollte.

Update

Wired berichtet von einer zweite Klage-Schrift (PDF-Download), die mit ähnlichen Vorwürfen neben Apple auch noch die App-Store-Entwickler der Anwendungen Toss It, Text4Plus, The Weather Channel, Talking Tom Cat, und Pimple Popper Lite als Beklagte aufführt.

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