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van Alex Olma
28. März 2011 – 16:44 Uhr

Remember, it’s just Amazon!

Apple räumt in einer kleinen Galerie, unter der treffenden Bezeichnung ‚Apps for iPhone‚, prominenter Software ein Plätzchen Apple.com-Werbefläche ein. Die kostenfreien Reklame-Bemühungen sind nur ein minimaler Ausschnitt des Repertoires an automatischer Vermarktung, die mit einer App-Store-Veröffentlichung einhergehen. Als weitere Promo-Werkzeuge bedient sich Apple bislang der ‚Feature‘-Darstellung im Store oder zaghaften Twitter-Bemühungen.

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Der Amazon ‚Appstore for Android‚, seit der letzten Woche offiziell gestartet und bereits pünktlich mit einer Markenklage von Apple überzogen, experimentiert mit einem richtig netten ‚Testlauf‘. Für US-Besucher blendet sich ein ‚Test-Drive-Now‘-Menüpunkt auf der Webbrowser-Seite ein, die ein Simulator-Fenster startet. Darin spielt der potenzielle Käufer bereits mit dem Mauszeiger vor, was später die Finger auf den mobilen Geräten übernehmen sollen. Ganz ernsthaft: ‚Daumen hoch!‘

Erwirbt man eine App über Amazon ist diese automatisch auf allen Geräten verfügbar, die mit diesem Benutzerkonto versehen sind. Es ist also keine zusätzliche Synchronisation notwendig sondern lediglich ein direkter Download auf dem jeweils kompatiblen (!) Gerät. Die Hardware-Vielfalt aus dem Android-Lager, die (zwangsläufig) bei einer heterogenen Geräte-Aufstellung zum Tragen kommt, ist an dieser Stelle besonders deutlich sichtbar.

Bislang ist der Amazon Appstore nur für US-Kunden mit entsprechender Adresse und passender Kreditkarten-(1-Klick-)Zahlungsmethode verfügbar. Ich habe die US-Umstellung meines Kontos und die ‚Installation‘ in der letzten Woche ausprobiert und wohl rund zwei Monate meiner Lebenszeit für diesen Stress eingebüßt. Die ‚8 Schritte‚ zur Store-Installation grenzen an Kunden-Verspottung. Da der offizielle (Konkurrenz-)’Market‘ das zweite Mitbewerber-Geschäft nicht führt, erfordert die Installation die Geräte-Option „Downloads aus unbekannter Quelle zuzulassen„. Wer sich mit dem Betriebssystem auskennt, findet im Anschluss des Prozedere zurück zu dieser Einstellung und deaktiviert sie wieder. ‚Otto-Normal-Kunde‘ wird den Schalter jedoch nicht nie wieder umlegen und dürfte daher mit seinem Gerät ab sofort recht ‚aufgeschlossen‘ durchs Netz surfen.

Möchte man Apples Store-Politik (zur Abwechslung) einmal gutgemeint auslegen, könnte genau dies der Knackpunkt sein. Ohne Frage: Es wäre klein Problem, eine ähnliche Option für ‚Software-Installationen aus dem Netz‘ zuzulassen und damit der ‚Pro-Kundschaft‘ erheblich mehr Freiheiten einzuräumen. Doch was passiert, wenn so ‚ein Amazon‘ ankommt, und mit Sprüchen wie „Remember, it’s just Amazon“ ein riesiges Einfallstor aufreißt?

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Auch mir geht die Entwicklung des App Stores teilweise viel zu träge. Wie lange hat es beispielsweise gedauert, bis der Store anhand des Benutzerkontos erkennt, dass eine App, die nicht installiert aber bereits gekauft wurde, mit dem Button ‚Installieren‘ statt ‚Kaufen‘ ausgezeichnet wird?

Nichtsdestotrotz: Speziell im direkten Vergleich mit den anderen digitalen Einkaufsgeschäften hat sich der Apple App Store über die letzten 2.5-Jahre als vertrauensvolle Marke etabliert. Kunden investieren immerhin (wieder) Geld in Software. Aus dieser singulären Perspektive lässt sich sogar der Streit um die ‚App-Store‘-Namensrechte nachvollziehen.

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