Patent-Rundumschlag: Netzteil mit Akku, geteilte Arbeitsbereiche, etc.
Das amerikanische Patentamt veröffentlichte in der vergangenen Woche eine Reihe von Anträgen, die Apple vornehmlich im Jahr 2009 zeichnete.
„Power Adapter with internal Battery“ (20110074360)
Hierbei soll es sich um ein Netzteil mit integriertem Akku handelt, der sich im Betrieb gleichzeitig mit auflädt. Ohne Steckdose unterwegs lässt sich der Stromadapter als externe Batterie verwenden. Diese soll laut Beschreibung ihren ‚Saft‘ auch über einen USB-Anschluss für „suitable devices include an iPod or an iPhone“ abgeben.
Da weiterhin große Fortschritte in Bezug auf eine gesteigerte Batterieleistung vermisst werden, erscheinen Gedankenspiele für solche ‚Umwege‘ sinnvoll. Wer heutzutage einen Laptop dabei hat, schleppt auf jeden Fall auch ein Netzteil mit. Ein dort integrierter Akku wäre praktisch. Beim iPad sieht es anders aus. Die 10-Stunden-Laufzeit deckt bereits viele (tägliche) Anwendungsfälle ab. Apple ist jedoch nicht gewillt, dafür mehr Gehäusegröße einzutauschen. Ein iPad 2 im Metallrahmen des iPad 1 könnte sicherlich 15+ Stunden auf die Arbeitsuhr hieven.

„Device, Method, and Graphical User Interface for Manipulating Workspace Views“ (20110078624)
Auf ‚berührungsempfindlichen Bildschirmen‘ sollen durch Mehrfingergesten verschiedene Arbeitsbereiche mit unterschiedlichen Programmen angesteuert werden.
Unter dem aktuellen Mac-OS-X-Betriebssystem nennen sich diese virtuellen Desktops ‚Spaces‘; in 10.7 wird ‚Mission Control‚ die Aufteilung vornehmen.
Der aktuell veröffentlichte Patentantrag erwähnt das iPad mit keinem Wort. Wenn man darüber nachdenkt, ist das ‚Spaces‘-Konzept für Apples Tablet in seiner jetzigen Form nur begrenzt sinnhaft. Während auf dem Desktop der Wechsel zwischen geöffneten Apps im Vordergrund steht, bringt das iOS-System bereits zu großen Teilen den ‚Instant-On‘-Charakter inklusive letztem Arbeitsstand mit. Was dem iOS-System dagegen fehlt ist eine (übersichtliche) Sortierung beziehungsweise ein schneller Programmstart. Programm-Ordner und die Spotlight-Suche decken dies nur unzureichend ab. Ich stelle mir eine Art globale ‚Homescreen‘-Übersicht vor. Die unsortierte Multitasking-Leiste kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein.
Ein an das oben angelehnte Patent (20110074710) erwähnt (als Beispiel) außerdem das Apple-Programm ‚iWeb‘, das auch auf ‚berührungsempfindlichen Bildschirmen‘ angeboten werden könnte.
Hier einige Verweise auf weitere Patente, die in den letzten Wochen die Öffentlichkeit erreichten.
- Video-Klingeltöne (20110050508)
- Erweiterte Pedometer-App (20110054838)
- Multimedia-Fernbedienung (20110058052 / 20110058056)
- Eine intelligente Schuhe-Kopfhörer-Kombination (7,912,501)
- Ein überarbeitetes iOS- und iTunes-Store-Design (20110071977)
- Erweiterte Gesichtserkennung (20110069947)
- Umgang mit verpassten Anrufen (20110076989)
- Umgebungsangepasstes Klingeln oder Vibrieren (20110077055)
- Bild-Verarbeitung mit mehreren Sensoren (20110074931)
Wie bereits erwähnt: Patentveröffentlichungen deuten sehr selten auf konkrete Umsetzungen hin sondern sind mehr als ‚Stimmungsbarometer‘ für die Aktivitäten der Entwicklungsabteilung zu verstehen.