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van Alex Olma
20. Januar 2012 – 13:41 Uhr

Bildungsoffensive: Apple krempelt um, was umgekrempelt gehört.

DirektTextbook

Apple knöpft sich unmotivierte Schüler vor und springt der nächsten Industrie in den Nacken. Bildungsverlegern, ja – aber auch du bist gemeint Adobe!

Das Augenmerk liegt jedoch nicht auf der technischen Umsetzung. Schöne Bücher produziert auch Inkling oder Push Pop Press. Mike Matas, ehemaliger Apple Designer mit Firmenverkauf an Facebook, zeigte sich kurz nach der Vorstellung angefressen.

Aber wie erwähnt: die Technik ist nicht bedeutsam sondern reißt ‚lediglich‘ Zugangsbarrieren ein („iBooks Author is the iPad SDK for writers and publishers. And it’s been simplified so it’s as easy to use as a word processor.„). Neu ist: Apple bettet Bücher, neben Apps und Musik, in ein Ökosystem. Die Entscheidung, dabei bestehende Verlagshäuser mit ins Boot zu holen, erinnert an die kräftezehrende Revolution der Musikindustrie. Die großen Plattenfirmen wurden zum eigenen Überleben gezwungen; das große Zetern und Nörgeln des Verlagswesens für Schulbücher hat daher noch nicht einmal begonnen.

Gegenwind gab’s diesmal allerdings schon aus anderer Richtung: Autoren beschweren sich über die Vertriebsrechte und das Apple mit seiner ersten Software-Version von iBooks Author keine plattformübergreifende (ePub-)Lösung anbietet, bei der Bücher auch gleichzeitig in Konkurrenzhäuser eingestellt werden können.

You may distribute books created in iBooks Author free of charge on your own website. If you wish to sell your book, you must do so through the iBookstore.

Die Diskussion über den Lizenzvertrag erzürnt sich hier und hier – zurecht, wie ich finde. Insbesondere weil’s so aussieht, als ob Apple sich an der 30-Prozent-Beteiligung labt. Aber ernsthaft: Wo liegt der Anreiz, Autoren zu (properitären) ‚Plain-Text‘-Kindle-Büchern zu animieren? iBooks Author verfolgt einen Ansatz, der viel audiovisueller ausfällt und dem iPad angemessen ist.

Um’s auf den Punkt zu bringen: Der EULA gehört geändert, beziehungsweise in ein verständliches Regelwerk umgeschrieben. Von Apple allerdings eine Gratis-Allzweckwaffe zur Bucherstellung zu erwarten, ist (vorsichtig ausgedrückt) überzogen.

Offene Fragen gibt es viele. Wie kommen beispielsweise die iPads in Schulen? Wer erstellt die (internationale) Bildungsliteratur? Wann geschieht dies und wie konform ist das Material mit dem (vorgeschriebenen) Lehrplan? Sind die Preise festgesetzt und sind auch erweiterte Auflagen kostenlos?

Selbst mit Antworten auf diese Fragen dauert es noch Jahre, bis sich die etablierten Systeme ändert. Niemand außer Apple scheint jedoch fähig oder willig, diese notwendige Revolution anzustoßen – auch hier passt der Vergleich zur Musikindustrie. Es erstaunt, das einigen (Presse-)Beobachter die Signifikanz der Ankündigung nicht einleuchtet. Denkt ernsthaft jemand, das unsere Kinder auch 2020 noch in Papier-Schulbücher schauen?

The current generation of students spends far more time looking at screens than at books. And that’s not making them dumber . . . it’s making them smarter. If most kids are naturally drawn towards screens, isn’t it about time for textbooks to catch up?

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