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van Alex Olma
12. April 2012 – 6:08 Uhr

Totgesagte leben länger

Die internationale Apple-Presse widmet sich dem Thema iTunes (1, 2 und 3). Friedvoll geht es zu: niemand verteidigt die Desktop-Software noch. In der Diskussion gibt es lediglich Meinungsunterschiede wie fortgeschritten die Zeit bereits für einen Wechsel ist. Das ‚Multimedia-Verwaltungsprogramm‘, wie Wikipedia die Anwendung liebevoll nennt, pfeift aus dem letzten Loch – seit mehreren Versionen. Darüber sind sich alle einig.

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Screenshot: Sony Pictures Television

Und auch ich möchte nicht mit der schönen Tradition von iTunes-Beschimpfungen brechen, frage mich allerdings ernsthaft ob Apple sein ‚Problem‘ vielleicht einfach aussitzt. iTunes 11? Nicht einmal die Gerüchte klingen revolutionär. Und wenn’s keinen kompletten Abriss vom abstrusen Software-Jenga-Turm gibt, ist das bereits zu wenig.

Die zahlreichen Abhängigkeiten der ursprünglichen iPod-Musik-App, die auch heute noch unter Windows XP und Mac OS 10.5 läuft, scheinen nicht zu umschiffen. Zur gleichen Zeit schwinden jedoch zunehmend alle kleinen Ämter, für die iOS-Nutzer ihr iTunes früher einmal verwendeten. Ich persönlich habe nur noch ein einziges ToDo im Zusammenhang mit iPhone und iPad, das ich ohne iTunes nicht geregelt bekomme: der Sync von eigenen Filmen oder TV-Serien in die iOS-Video-App.

Ich übertrage keine Musik sondern nutze Spotify, oder iTunes Match. (Kindle-)Bücher kaufe ich direkt auf dem Gerät oder schicke (PDF-)Werke drahtlos an GoodReader. Internet-Radio nennt sich bei mir Podcast und kommt über Instacast. Für Bilder reicht mir Fotostream. iCloud kümmert sich um das Backup. Insofern sind Filme, falls nicht im iTunes Store ausgeliehen, mein letzter Grund für das Kabel.

Obwohl die Flüche nicht verstummen: durch die seltenere Benutzung meckere ich weniger. Vor zwei Jahren konnte noch niemand verstehen, warum Apple einem essentiellen iOS-Partnerprodukt so wenig Aufmerksamkeit schenkt. Immerhin fährt das iPhone die Konzerngewinne ein. 24 Monate später sind selbst verbitterte Kritiker weichgeklopft. Vielleicht überlebt die Software mit dem Musiknoten-Logo, die gar nicht mehr so viel mit Musik am Hut hat, durch ein paar Tweaks und Workarounds auch noch die nächsten zwei Jahre.

Eins ist klar: iTunes ist nicht die Zukunft. Wann genau diese jedoch beginnt und die Jukebox-App in ihre gerechtfertigte (?) Bedeutungslosigkeit kriecht, mag ich nicht raten. Unter OS X ließen sich die einzelnen Funktionen zwar auseinanderbrechen – unter Windows aber nicht. Wahrscheinlich steht ein derart gravierender Umbau aktuell auch in keinem Verhältnis. Unabhängig davon: Für Gelegenheitsnutzer funktioniert iTunes, die Software einer ganzen Generation, doch.

Oder etwa nicht?

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