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van Alex Olma
25. August 2012 – 14:54 Uhr

$1,049,343,540

IPhoneBlog de Samsung Apple

1,049,343,540 US-Dollar sind im Patentstreit zwischen Samsung und Apple nicht viel Geld. Apple verdiente allein im letzten Quartal 8.8 Milliarden. Für Samsung entspricht der Strafbetrag 0.7-Prozent vom (globalen) Umsatz des Geschäftsjahres 2011*. Um’s Geld ging es im US-Patentstreit, den der südkoreanische Konzern letzte Nacht in San Jose haushoch verlor, ohnehin nie.

Tim Cook sagte es anschließend selbst:

For us this lawsuit has always been about something much more important than patents or money. It’s about values.

Eine mögliche Interpretation dieser „Werte“:

Apple won the PR as the innovator and Samsung will always be seen as the copier.

Bei einer derartig heftigen Klatsche (die Geschworenen stimmten einvernehmlich über 773 Fragen in nur zwei Tagen zugunsten fast aller Forderungen aus Cupertino ab), sind andere Urteilsauslegungen unnötig. Apples größter Gewinn ist ohne Zweifel die Anerkennung seiner Patente.

Gestritten werden darf dagegen über die Bewertung der Gerichtsentscheidung und seine Konsequenzen für die Zukunft. Hier gilt: Während der Weltmeisterschaft ist jeder Fußballtrainer; vor Gericht spielt jeder Anwalt.

[…] in recent years, I have become even less a fan of Apple. It is now the uber-bully of the technology industry, and is using its surging authority – and vast amounts of cash – in ways that are designed to lock down our future computing and communications in the newest frontier of smart phones and tablets.

Der Kommentar von Dan Gillmor ist exemplarisch für Kritik am bestehenden Patentsystem. Die weltverbessernde Einstellung gefällt, hat mit der Realität jedoch wenig zu tun. Das Geschworenengericht hatte nicht die Aufgabe, das bestehende US-Recht in Zweifel zu ziehen und Prognosen über ‚Design-Monopole‚ zu berücksichtigen. Es stand zur Frage, ob Samsung absichtlich Apple-Patente, egal wie sinnig oder unsinnig diese in der persönlichen Bewertung ausfallen, verletzt hat. Diese Frage wurde unmissverständlich beantwortet.

Nichtsdestotrotz: Das Patentsystem bleibt ein Problem. Deshalb arbeitet man drumherum: Kreuzlizenzierungen, so wie Apple diese Samsung im Jahr 2010 anbot, gehören zum Tagesgeschäft. Microsoft und Apple pflegen ein solches Miteinander. Apple zahlt Nokia Milliarden für patentierte Technologien. Samsung entrichtet Lizenzgebühren an Microsoft, drückte sich bislang jedoch darum, seine von Apple inspirierten ‚Tweaks‘ am Google-OS zu bezahlen.

Der Prozess hat gezeigt: Google war Samsung keine Hilfe. Die Motorola-Übernahme aus dem vergangenen Jahr ist ein Verlustgeschäft; das eingekaufte Patentportfolio war bislang noch kein einziges Mal nützlich.

With many Android users already paying a license fee to Microsoft, and now needing to pay an additional fee to Apple, Google’s free operating system isn’t as free as it used to be.

Samsungs ‚Kopier-Kriegskünste‘ führten in nur wenigen Jahren zu einer Vormachtstellung der Südkoreaner im Smartphonemarkt. Samsung ist Googles bedeutendster Android-Partner. Apple attackiert Android weiterhin nicht direkt sondern konzentriert sich auf Hardware-Buden, die Googles OS nutzen. Über ein US-Verkaufsverbot für die beanstandeten Samsung-Geräte wird Mitte September entschieden.

Ob Samsung dann wohl stärker über Windows Phone nachdenkt und seine Einnahmen aus dem Zulieferergeschäft, beispielsweise mit iPhone-Bauteilen, berücksichtigt?

* Wie in den Kommentaren richtig angemerkt: Eine Gegenüberstellung mit Samsungs Gewinn in 2011 ist sinnvoll. (Danke, Sebastian!)

  • Heißt das eigentlich, dass iCloud-Push-Mail dann jetzt auch bald wieder funktioniert, oder ist das ein ganz anderes Gerichtsverfahren?

  • John

    Das Urteil hat genau 0 Auswirkungen, da Samsung in Berufung geht.

    • Ja, das glaubt nun wirklich keiner :)

    • Warte mal bis nächste Woche wenn alle noch im Verkauf befindlichen Geräte, die die Patente verletzen, mit einstweiligen Verfügungen überzogen werden.

  • Bevor hier der 1. FUD-Kommentar zum Steve Jobs Zitat „Good artists copy, great artists steal“ – hier mal der GANZE Kontext. —–??? Warum kann/darf ich hier keinen Link posten

    • Doch, ist eigentlich kein Problem. Disqus sortiert diese Beiträge manchmal aus.

  • Die „0,7%“ würd ich rausnehmen. Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Samsung kann eine Strafe nicht von „Verkäufen“ bezahlen sondern nur von dem, was beim Verkauf übrig bleibt. Sprich Produktionskosten Minus Verkaufspreis = Einkommen.

    Q1/2011: 34bn sales, 2.7bn earnings
    http://www.technologyblogged.com/technology-news/samsung-reports-q1-earnings-34-down
    Q2/2011: 36.7bn sales, 3.5bn profit
    http://www.engadget.com/2011/07/07/samsungs-q2-profit-drops-26-percent-due-to-sluggish-tv-sales-d/

    Q3/2011: 41.27bn sales, 4.25bn profit
    http://www.engadget.com/2011/10/27/samsungs-q3-2011-overall-profit-falls-despite-incredible-phone/

    Q4/2011: 42bn sales, 4.7bn profit
    http://www.engadget.com/2012/01/26/samsung-2011-q4-earnings-official-billion-in-revenue-4-6-bi/

    Macht im Geschäftsjahr 2011 153,97 Milliarden Umsatz und 15,15 Milliarden Dollar Gewinn.

    Die Strafzahlung ist demnach 6,9% vom Jahresgewinn.

    • Ich glaube Alex ging es hier nur im die Relation zwischen Strafe und Umsatz. Er hat ja nicht geschrieben dass sie es davon bezahlen können, sondern es nur in Relation gesetzt.

      Davon abgesehen sind die 1 Milliarde meiner Meinung nach echte Peanutes. Wenn man überlegt dass Facebook das für Instagram bezahlt hat und Microsoft das achtfache für Skype bezahlt hat, dann sind 1 Milliarde für „Lizenzen“ um so nahe ans iPhone zu kommen echt nicht viel. Anders würde es natürlich bei Verkaufsverboten aussehen…

      • Thomas, Dein Kommentar macht keinen Sinn. Lizenzgebühren und jetzt diese Strafzahlungen sind Teil der Produktionsnebenkosten. Wenn Samsung 150 Milliarden Einnimmt durch den Verkauf von Produkten und 135 Milliarden bezahlen musste, um diese Produkte herzustellen, dann können sie Strafen nur von dem Geld bezahlen, was dazwischen ist. Das nennt man Gewinn. Sprich im Jahr 2012, sollte sich für Samsung nichts ändern, würden sie 136 Milliarden Produktionskosten haben (135 Milliarden plus 1 Milliarde Strafe) und 14 Milliarden übrig behalten.

        Samsung hat offensichtlich eine Rendite von 10%. Von jedem umgesetzten Dollar machen sie 10% gewinn. Wenn sie jetzt 1 Milliarde Strafe zahlen, sinkt die Rendite von 10% auf 9,3%. Das ist die „Verzinsung“ dessen, was Samsung an Geld einsetzt.

        Anders ausgedrückt: wenn Du 100.000 Euro im Jahr verdienst und Ausgaben von 90.000 Euro hast für Dein Haus, Deine Wohnung, Deine Kinder usw. usf. dann kannst Du maximal für 10.000 Euro Strafzettel bezahlen. Und genau so überträgt sich das auf Samsung.

        Man kann vom UMSATZ keine Strafen bezahlen. Umsatz ist nicht das Geld was man über hat. Umsatz ist das Geld was man bekommt für das was man hergestellt hat und man kann Sachen nicht für Nix herstellen.

      • Habe mich für eine Ergänzung entschieden. Danke euch beiden für den Hinweis.

        Außerdem spannend:
        „While under the $2.5 billion Apple was seeking, the judgment costs Samsung all the profits made selling those smartphones/tablets identified as knock-offs and then some. Samsung sold 21 million smartphones from Q2 2010 through Q2 2012 in the U.S. for $7.5 billion in revenue. In five minutes, all those earnings went poof.“

        http://seekingalpha.com/article/827771-the-san-jose-verdict-implications-for-apple

      • Das wären dann 8,5 Milliarden und 56% aller Einkünfte des Gesamtkonzerns. Inklusive Kühlschränke, Fernseher etc. pp.

        Was ich vorhin nicht hingeschrieben habe: all die Geräte, die auf der Liste der Patentverletzer stehen, können jetzt mit Verkaufsverboten belegt werden, falls ich das nicht falsch sehe.

        Sicherlich werden von den Dingern kaum noch welche im Verkauf sein. Ich hab den The Verge Podcast von heute Nacht um 0:15 Uhr noch nicht gehört und kenne die Liste nicht aber alle Geräte wo ein „y“ eingetragen wurde die noch verkauft werden dürfte Apple demnach ab spätestens Montag mit einstweiligen Verfügungen übersäen und damit direkten Einfluss auf die JETZIGEN Verkäufe nehmen.

        Aber ich bin kein Anwalt.

      • Zu Aller Erst einmal: Wenn du dich mit jemandem unterhalten willst beginne deine Antwort nicht mit „Dein Kommentar macht keinen Sinn“. Das ist erstens schlechter Stil und lässt dich zweitens noch schlechter aussehen wenn du darauf hin selber Logikfehler in deinem Kommentar hast.

        Natürlich hat Samsung noch andere Mittel außer dem Gewinn aus denen sie die Strafe bezahlen können. Sie können ihr Tafelsilber verkaufen, Aktien ausgeben, einen Kredit aufnehmen oder tausend andere Möglichkeiten nutzen die über das Zahlen aus dem Gewinn hinausgehen.

        Dementsprechend ist der Vergleich zwischen Umsatz und Strafe auch absolut legitim. Genauso wie dein Vergleich zwischen Gewinn und Strafe absolut korrekt ist.

        Oder um es mal in deinem „niedlichen“ Miete-Gehalt-Strafzettel-Beispiel zu sagen: Ich kann weitaus mehr als 10.000€ Strafzettel bezahlen ohne dabei mehr als 10.000€ übrig haben zu müssen. Ich könnte einen Kredit aufnehmen, mein Haus verkaufen oder auch eine Niere ;-)

        Wenn du also das Nächste mal einen BWL’er mit „Du machst keinen Sinn“ angehst überleg dir vorher was du sagst. Nur weil du ein paar Grundlagen kennst und weißt wie man einen Taschenrechner bedienen kannst gibt dir das noch lange nicht das Recht andere Leute so anzugehen. Ich habe fertig!

      • Thomas, ich will Dir nicht zu nahe treten, aber auch der Kommentar macht wieder keinen Sinn. Es ist natürlich nett dass Du ein Strohmannargument anbringst (schlechter Stil), das ändert aber nichts an der Tatsache dass Du immer noch nicht verstehst, was Einnahmen sind und was Gewinn.

        Als zweites „Argument“ nennst Du dann Dein Haus. Was dieses mit Deinem Gehalt (bzw. Einkommen) zu tun hat, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft.

        Du kannst Kredite nur auf Besitz aufnehmen, nicht auf Dein Gehalt. Wenn Du keinen Besitz hast, dann leiht Dir eine Bank auch nur Geld gegen das, was Du im Monat (oder Jahr) übrig behälst, in meinem Beispiel die 10.000 Euro. Keine Bank wird Dir Geld auf Basis Deines reinen Gehaltes (den 100.000 Euro in meinem Beispiel) leihen, wenn Du keinerlei Geld übrig behälst.

        Ich weiß nicht was an dem Konzept so schwer zu begreifen ist für Dich. Wenn Du kein Geld übrig behälst, kannst Du auch den Kredit nicht zurück bezahlen.

        Samsung Electronics hat 15,15 Mrd. US$ Gewinn gemacht im Jahr 2011, bei 150 Mrd. Umsatz und 135 Mrd. Produktionskosten. Die Rendite betrug hier 10%. Ein Kredit würde auf Basis der zu erwartenden Gewinne gegeben.

        Aldi hat im Jahr 2010 lediglich 12 Mrd. Umsatz gemacht und 450 Millionen Gewinn. Das ist eine Rendite von lediglich 3%.

        Ist es für Dich nachvollziehbar dass man jemandem nicht Geld auf Basis des Umsatzes leiht, sondern lediglich auf Basis dessen was er zu erwartender Weise an Geld übrig behalten würde in den nächsten Jahren? Wäre Aldi vom Umsatz her genau so groß wie Samsung, sprich würden sie 150 Mrd. Einnahmen erzielen (12,5 Mal so groß wie im Moment) würden sie nur 5,6 Mrd. Gewinne erzielen. Sie könnten demnach pro Jahr demnach auch maximal 5,6 Mrd. an Kreditzinsen und Tilgung zahlen. Samsung hinggegen könnte das Dreifache an Kredizinsen und Tilgung leisten, sie würden demnach einen (vereinfacht ausgedrückt) bis zu drei Mal so hohen Kredit bekommen bei den gleichen Kreditzinsen und gleichem Umsatz.

        Der Umsatz ist demnach vollkommen unwichtig für einen Kredit und auch für jedwede zusätzlichen Kosten.

        Wenn Du das aus meinen Beispielen nicht verstehst lass es Dir von Deinem zuständigen Bankfachangestellten erklären, ich bin mir sicher Du hast irgendwo ein Girokonto und man wird es Dir gerne erklären.

        Ich jedenfalls muss mich im Moment wirklich arg zusammenreißen um es nur bei dem „Dein Kommentar macht keinen Sinn“ zu belassen.

      • „Der Umsatz ist demnach vollkommen unwichtig für einen Kredit und auch für jedwede zusätzlichen Kosten.“

        Mit dem Satz hast du dich für mich endgültig disqualifiziert. Und was ist meinem Argument dass Samsung weitaus mehr liquide Mittel als nur den Gewinn hat aus denen sie die Strafe bezahlen kann? Wieso bist du auf dieses Hauptargument nicht eingegangen?

        Du machst dir das Ganze viel zu einfach und hast in meinen Augen nicht das Verständnis auf fachlicher Seite hier weiter mit dir zu diskutieren. Die ganze Thematk hier ist nicht mit einem Girokonto zu vergleichen wo einfach Geld rein und raus geht. Mal ganz davon abgesehen dass du meine Argumente entweder nicht verstehst oder nicht verstehen willst.

        Und außerdem: Natürlich leiht mir eine Bank auf Grund meines Einkommens Geld. Was bitte schön macht denn eine Kreditkarte sonst? Lass du dir das erstmal mit den Krediten von deinem Bankfachangestellten erklären ;-)

        Reiß du dich mal weiter zusammen, aber besuch doch bitte einfach mal ein paar BWL-Kurse an der nächsten Uni damit du in Zukunft hier auch fachlich ein wenig mehr beitragen kannst als nur Zahlen abzutippen und im Taschnrechner einzugeben ohne dabei auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben wie das Ganze funktioniert…

      • Ich finde es süß dass Du meinst ich würde mich disqualifizieren.

        Was Einnahmen mit liquiden Mitteln zu tun haben musst Du mir mal genauer erklären.

        Wenn ich im Moment 5000 Euro Gehalt bekomme und 5000 Euro ausgaben habe, habe ich genau um den Zeitraum wo ich meine Gehaltszahlung bekomme mehr liquide Mittel. Wieso ich dann wenn ich durch meine laufenden Kosten am Monatsende NULL übrig behalte einen Strafzettel besser bezahlen kann als jemand der 2000 Euro Gehalt bekommt aber jeden Monat 500 Euro am Monatsende übrig hat, kannst Du mir ja bitte jetzt gerne erklären.

        Den Rest Deines Kommentars hab ich mal nicht näher gelesen, Du wolltest ja dass ich auf Dein „Hauptargument“ eingehe. Das keines ist. Weil Du immer noch kein Verständnis davon zu haben scheinst was der Unterschied zwischen Einnahmen und Gewinn ist und wie sich zusätzliche Kosten auswirken.

      • Fangen wir doch einfach nochmal beim Anfang an:

        Das Ganze hat damit angefangen dass ich gesagt habe dass der Vergleich zwischen Umsatz und Strafe absolut legitim ist. Warum? Weil Firmen solche Strafen nicht nur aus dem Gewinn bezahlen. Natürlich ist der Gewinn eine Möglichkeit, da gebe ich dir absolut Recht. Aber Firmen bilden für solche Situationen auch Rücklagen. Sie haben finanzielle Mittel die aus vorherigen Gewinnen stammen oder die sie mit anderen Möglichkeiten gewinnen können (z.B. die Aufnahme eines Kredites, das Ausgeben von Aktien oder das Verkaufen von Immobilien oder Maschinen).

        Bis hierhin würde ich dich bitten mir einfach mal mit einfachem Ja oder Nein zustimmen. Wichtig: Ich behaupte nur dass es mehr Mittel als nur den Gewinn gibt um die Strafe zu bezahlen und es deshalb auch legitim ist Strafe mit Umsatz zu vergleichen.

        Alles Andere ist entweder nebensächlich oder wurde von mir anscheinend entweder falsch ausgedrückt oder von dir fälschlich interpretiert. So wollte ich beispielsweise nie sagen dass ein größerer Umsatz bei weniger Gewinn besser Schulden bezahlen kann.

        Außerdem möchte ich noch anfügen dass der Umsatz nicht unwichtig für einen Kredit ist. Aber das will ich hier mal nicht weiter klären., sondern mich auf den obigen Teil beschränken.

      • Wenn die Strafe aus Rücklagen gebildet wird wieso ist das ein Argument dafür dass man die Strafe mit dem Umsatz vergleichen kann?

        Rücklagen werden aus dem Gewinn gebildet.

      • Aber ich glaub ich komm Dir mal entgegen. Liquidität bedeutet, dass Samsung innerhalb von drei Tagen die Strafsumme durch Verkäufe erzielen kann. Es ist also dahingehend legitim, die Strafe mit den Umsätzen zu vergleichen, wenn man davon ausgeht, dass Samsung mindestens die Menge an Produkten auf Lager hat, um den Zeitraum abzuverkaufen, den das Unternehmen braucht, um die Strafe zu bezahlen.

        Ich habe mir den Twitter-Feed von Arik Hasseldahl nochmal genau angeschaut und bringe es jetzt mal mit Deinem Liquiditätsargument überein und dem Hinweis darauf, dass Strafen nicht nur aus dem Geld auf dem Konto bezahlt werden würden. Jede Firma hat schließlich langfristige und kurfristige Wertanlagen und Lagerbestände. Samsung kann also, gemessen am Umsatz, durch die hohe Liquidität (der Fähigkeit, Produkte in Geld umzusetzen) die gute Position, die Strafzahlung von 1 Milliarde Dollar innerhalb von drei Tagen einzunehmen. Der Effekt ist also nicht so extrem. Deshalb hat Hasseldahl auch noch einen Tweet verfasst an jemanden der bei ihm nachgefragt hat, was das mit dem Umsatz soll. Seine Antwort war dann „Samsung braucht nur drei Tage, um das Geld reinzubekommen“.

        Wichtig ist hierbei aber die Frage, wie groß die Lagerbestände von Samsung sind, dann wie hoch die kurfristigen Anlagewerte sind, danach wie groß die langfristigen Anlagewerte sind.

        Von daher stimm ich Dir jetzt einfach mal zu – ja es ist legitim, Einnahmen mit der Strafzahlung zu vergleichen, um darzustellen dass Samsung sicherlich nicht mehr als die Lagerbestände aufwenden muss oder gar Kredite aufnehmen müsste, um die Strafe zu bezahlen.

        Trotzdem ist immer erst sinnvoller die Gewinne zu nennen, denn erst wenn man weiß dass die Firma überhaupt kein Geld auf dem Konto hat bzw. keine kurfristig liquidierbaren Werte hat, DANN wird es wichtig zu wissen wie viel im Lager ist was man eventuell verkaufen könnte um das Geld schnell zu bekommen.

        Dann kommt aber das klitzekleine Problem hinzu, dass sich die Liquidität aus dem Verkauf von Smartphones und anderen Gütern zusammensetzt und man jetzt „eventuell“ eine geringere Liquidität aufweist weil man eben gesagt bekommen hat, dass man die Geräte so nicht hätte verkaufen dürfen. Sprich der Prozess hat auch eine Auswirkung auf die Liquidität.

        Aber trotzdem: Du hast Recht, die Angabe des Umsatzes gegenüber der Strafe ist an sich eine sinnvolle Angabe.

      • Erst einmal Danke für die Antwort Sebastian. Dass der Gewinn in diesem Vergleich sogar sinnvoller als der Umsatz ist wollte ich auch nie anzweifeln, trotzdem, wie du auch schon gesagt hast, ist es auch nicht verkehrt den Umsatz zu nennen und darauf wollte ich ja nur hinaus.

        Es gibt immer Argumente für oder gegen den einen Vergleich. Man könnte auch nur die betroffenen Smartphones nehmen oder all die Jahre in denen sie produziert wurden oder bestimmte Zahlen aus der Bilanz oder oder oder…

        Hauptsache wir haben uns am Ende doch noch geeinigt :-)

      • Jupp. Ich freu mich auch immer wenn ich was dazugelernt habe :-)

      • Oder komm ich versuch’s Dir anders zu erklären.

        Samsung nimmt innerhalb von drei Tagen die 1 Milliarde Dollar ein die oben in dem Tweet genannt wurden. Der Tweet suggeriert dass man davon Strafen bezahlen könnte.

        Du verstehst das jetzt so dass Samsung nur 3 Tage lang Geld sammeln muss um dann die Strafe bezahlen zu können. Dabei wird vollständig ausgeblendet, dass Samsung während dieser drei Tage auch Ausgaben hat. Du sagst Samsung hat „mehr liquide Mittel“. Dass Du am Umsatz überhaupt nicht ablesen kannst, wie liquide die Firma ist, lässt Du dabei vollkommen unter den Tisch fallen.

        Wie ich oben angegeben habe hat Samsung im Jahr 135 Milliarden Ausgaben. Das bedeutet das sie pro Tag 410 Millionen einnehmen, aber auch 369 Millionen ausgeben. Ich weiß nicht wie Du Liquidität verstehst, aber Liquidität ist das was man an Geld übrig hat am Ende eines definierten Zeitraumes. Das war in allen meinen Beispielen bisher das Geschäftsjahr. Wir können das granular runter rechnen bis auf eine Mikrosekunde, das ändert aber nichts an der Tatsache dass Samsung jede Zeiteinheit auch Ausgaben hat.

        Es hilft Dir wenig dass Du jetzt anfängst von Liquidität zu sprechen – das ist nur eine andere Form von „Geld was ich übrig habe“, in diesem Fall kurzfristig. Ich habe von Geld gesprochen das Samsung am Endes des Jahres übrig hat, Du versuchst mir jetzt zu vermitteln dass es Samsung irgendwie hilft kurzfristig mit Einnahmen etwas bezahlen zu können.

        Erklär mir mal die Auswirkungen auf die Firma die sich ergeben wenn sie 3 Tage lang Geld sammelt und dieses verwendet, um die Strafe zu bezahlen (Liquidität für Strafzahlung aufwenden). Ich bin gespannt.

  • Die Art der Entscheidungen zeigte auch gut dass die Jury entweder überfordert war oder die Devices nicht wirklich genau überprüfte. Dass hier Geräte wie ein Galaxy Tab von allen Vorwürfen freigesprochen wurden, aber eine Schadenssumme eingetragen wurde zeigt dies gut. Dies nachträglich korrigiert werden. Ebenso dass Patentverletzungen bei identischen Geräte mal zugesprochen und mal nicht zugesprochen wurden, nur weil es sich um identische Geräte verschiedener Carrier handelte zeigt dies.

    Die Aussage das Samsung einfach hätte lizensieren können halte ich für etwas wage.Wir alle kennen nun ja Apples Forderungen pro device welche mehr als überzogen sind für derartig simple Softwarepatente. Insbesondere wenn man dann bedenkt wie sich Apple über andere 10$ Patente beklagt dass diese noch zu teuer seien. Ich bezweifel dass Samsung „faire“ Patentdeals nicht abgeschlossen hätte, aber Apple scheint daran nicht wirklich gelegen. Entweder werden hier Google und Apple direkt einen Deal der für beide Seiten fair ist abschließen müssen, oder das Spiel wird ewig so weiter gehen. Nächstes Jahr dürfte Google sein 2009 beantragtes Patent für das Notification System bekommen, wenn man von einer üblichen Zeit von 4 Jahren ausgeht. Es wäre also beiden an einem Deal gelegen.

    • „Wir alle kennen nun ja Apples Forderungen pro device welche mehr als überzogen sind für derartig simple Softwarepatente“

      Kennen wir die? Ich nicht. Hast du Beispiele?

    • Markus (motu90)

      Absolut korrekt! Ich weiß nicht, wer hier negativ votet, aber deine kritische Haltung gegenüber dem gesamten Entscheidungsprozess unterstütze ich vollständig! Es ist schlichtweg peinlich, wie wahllos hier geurteilt wurde, von Gerät zu Gerät anders.

  • Joschka Vossieck

    Die traurigste Sache aber wie ich finde ist das Zugeständnis von Seiten Samsung das sie ja jetzt wenn sie was eigenes bauen müssen teurer werden. Zwar haben sie’s nicht 1:1 so gesagt aber es klang sehr danach. Dieses Gerichtsurteil ist ein nachteil für die User weil unsere Ing. jetzt selber arbeiten müssen und wir nicht mehr einfach das schon gute (iPhone) abbauen können…und deshalb müssen die Kunden mehr bezahlen. Bei so einer Firma möchte ich gar kein Produkt kaufen!

  • Pingback: Aktuelles 27. August 2012 « neunetz.com()

  • Markus (motu90)

    Ich finde es verblüffend, wie es eine Jury schafft, innerhalb von 2-3 Tagen über 700 Fragen durchzuarbeiten und verhandelt zu haben. Aus meiner Sicht ist das nicht möglich, wenn man gewissenhaft und sorgfältig arbeitet.
    Allerdings gibt es ja schon erste Zeichen, dass wichtige Punkte bei der Urteilsfindung bewusst ausgelassen wurden bzw. das Ergebnis auf Geschwindigkeit, nicht Korrektheit gefällt wurde.

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