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van Alex Olma
2. Mai 2013 – 9:03 Uhr

Into Pixelness: Star Command

Star Command (2.69 €; universal; App-Store-Link) ist alles andere als perfekt. Trotzdem habe ich ohne mit der Augenbraue zu zucken am gestrigen Mittwochabend 70-Prozent des iPad-4-Akkus im pixeligen Indie-Traum versenkt. Und ich sage euch auch warum.

IPhoneBlog de Star Command b

Die bereits mehrfach verlinkte Vorgeschichte braucht an dieser Stelle keine erneute Erwähnung – auch der Teaser und der Trailer sind hinlänglich bekannt. Zu den Grundbausteinen des eigentlichen Spiels bedarf es jedoch ein paar Worte. Insbesondere weil das Game eigene einleitende Sätze zum Wie, Was und Wo (komplett) überspringt – bis zum dritten Space-Gefecht wusste ich nicht wie meine Mannschaft sich über den gekachelten Enterprise-Fußboden bewegt.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht immer ein Angriff, beziehungsweise die Verteidigung eurer Raumkapsel. Dabei belagert eure Truppe kleine Kanonenzimmer. Die Trefferquote wird durch niedliche Geschicklichkeitsspiele, beispielsweise über choreographierte 'Guitar Hero'-Fingerschnipser, ausgewürfelt. Sobald die ersten Laserkanonen eine brennende Schneise durch euren Koridor geschlagen haben und sich Bodentruppen aus kunterbunten Alienrassen auf eure Enterprise beamen, beginnt das Leben am Limit.

Und das ist keine abgedroschene Phrase. Star Command ist Katastrophenfilm pur. Explodierende Triebwerke bäumen sich zu Feuerwänden empor; ein zerstörtes Raumkreuzer-Heck saugt die Crew in eine tötliche Schwerelosigkeit. Eure Herzfrequenz leidet obendrein unter der angeheuerten Truppe, die ohne explizite Anweisung keinen Finger rührt – egal ob Regenerationsräume einstürzen oder der Captain auf der Brücke unter Beschuss steht. Glaubt nicht, dass einer eurer Rothemden auf der anderen Seite der Tür auch nur darüber nachdenkt einzugreifen.

Euer Personal wechselt zwischen drei Jobs: Ingenieure reparieren, Wissenschaftler heilen und der Rest schnappt sich eine Laser-Knarre.

Das Mikromanagement treibt euch die Weißglut unter die Fingerspitzen; der knackige Schwierigkeitsgrad macht es nicht besser. Wenn ihr nach einem Gefecht zurück in den Heimathafen der Erde schippert und nur fünf von insgesamt sechs Räumen in einem lodernden Flammenmeer stehen, reißt ihr die Hände in die Luft und brüllt das iPad1 mit ‚Live long and prosper‘ an.

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Als Währung dienen Token, die Räumen bauen, diese aufleveln und eure verstorbenen Teammitglieder durch neue Köpfe ersetzen – eine sparsame (und überlegte) Verwendung wird empfohlen. Verfolgt ihr nämlich das lineare Missions-Design, übertreffen eure Ausgaben recht flott die Siegesprämie. In guter alter Raufbold-Manier wandert ihr also zurück zu Kämpfen, die bereits gewonnen wurden (Wo sind die In-App-Käufe wenn man sie mal wirklich braucht?). Obwohl die Story witzige Nuancen enthält, fehlt ein erzählerischer Zusammenhang.

Star Command ist kein Strategiespiel sondern Krisenmanagement mit Herzrasen. Zwischen Feuersbrünsten und Laserstrahlen ist Übersicht gefragt, aber oft nicht geboten. Die Steuerung bleibt präzise auch wenn ihr euch bei der schwierigen Verteidigung eures Raumkreuzers konstant in die Finger beißt. Dieser Weltraumspaziergang ist seinen Adrenalinstoß allerdings wert.


  1. Mehr Bildschirmplatz schafft bessere Chancen genau den bestimmten Pixel zu treffen, auf den ihr euren X-COM-Soldaten auch platzieren wollt. Das Spiel auf dem iPad 4 verabschiedete sich im Gegensatz zur iPhone-Version, die ich allerdings nur kürzer ausprobiert habe, mehrmals. Es ist daher keine schlechte Idee, nach jedem Gefecht manuell den Spielstand zu sichern.

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