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van Alex Olma
7. Februar 2014 – 10:31 Uhr

Flappy Bird, eine App-Store-Realität.

IPhoneBlog de Flappy

Das Phänomen 'Flappy Bird' (kostenlos; universal; App-Store-Link) führt eine traurige App-Store-Realität vor Augen.

  • In der Wahrnehmung ganz vieler Leute ist 'Flappy Bird' ein typisches iOS-Spiel. Es scheint egal, dass es sich um ein (Grafik-)Ripoff handelt. Dass die Idee uralt ist und bereits tausendfach (besser) umgesetzt wurde. Dass der Titel an nur zwei Tagen entstand und bis zum Anschlag mit Werbung zugekleistert ist.
  • Zwar bleibt die stereotypische Beschreibung der In-App-Abzocke aus, die 50.000 US-Dollar an täglichem Werbegeld, die das Spiel im Moment durch die schrecklichsten aller Banner-Ads einspielt, stehen im medialen Fokus. Was jedoch niemand schreibt: Mit über 50 Millionen Downloads ist dieser Umsatz in den App-Store-Charts ein Witz. Die Summe sticht hervor, weil die geschätzten Einnahmen, die ein Clash of Clans (2.4 Millionen) oder Candy Crush Saga (800.000) pro Tag scheffeln, gar nicht mehr zu begreifen sind.
  • Das One-Hit-Wonder zeigt nicht zuletzt die Mängel der App-Store-Architektur auf. Dabei ist es egal wie (legitim) dieser plötzliche App-Aufstieg, der bei weitem kein Einzelfall ist, erfolgte. Die unzähligen Möglichkeiten für Manipulationen (App-Flipping, Preis-Spekulationen oder Template-Klons) existieren. Eine Such- oder Empfehlungs-Maschine, die substanzielle Ergebnisse liefert, ist weiterhin nicht existent. Aus Mangel an alternativen Verweisen zu guter Software ziehen die Charts überproportional Aufmerksamkeit an. Positive Ausnahmen bilden allein die redaktionellen Features.

Dong Nguyen sei der unerwartete Erfolg mit seinen drei (!) App-Store-Spielen in den Charts gegönnt. Ganz ehrlich. Die Gegenwartsbeschreibung, die durch den Titel jedoch offen zur Schau getragen wird, ist abermals erschreckend.

Es ist keinesfalls der geringe Anspruch an Entertainment, der ist grundsätzlich total okay, sondern die fehlende Kultivierung von Software. Seit fünf Jahren richtete Apple den App Store nun schon auf quantitatives Wachstum aus. Nach einer Millionen Apps muss damit aber Schluss sein. Es ist an der Zeit, die vorhandene Qualität stärker ins Rampenlicht zu ziehen.

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