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van Alex Olma
27. Februar 2015 – 17:15 Uhr

Eingesteckt aber ausgeklinkt: Philips Fidelio NC1

Mir gefiel schon einmal ein Philips Fidelio. Und auch der NC1 für zirka 230 Euro (Affiliate-Link), das OnEar-Modell mit Geräuschunterdrückung, ist seit langer Zeit mal wieder ein kabelgebundener Ohrwärmer, den ich auffällig regelmäßig trage. Ich vermute, er gefällt mir.

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Ein erstes Anzeichen: Ich kann ihn für Stunden aufsetzen; mit Brille und ohne darunter zu schwitzen. Zwei ‚Bits und so‘-Podcast-Sitzungen, gewöhnlich kein Kurzformat, beweisen das. Hinzu kommt: Er fühlt sich so angenehm aufgeräumt an. Das liegt vornehmlich am Kabel, das die Klinkenverbindung nur zwischen der linken Ohrmuschel und dem iPhone zieht. Die abgeknickten Stecker sind auf beiden Seiten massiv; das stoffummantelte Kabel denkt nicht einmal im Traum daran sich zu verdrehen.

Aber auch die Ohrhörer selbst wirken luftig. Sie drücken nicht auf die Ohren, sondern schweben eher über unseren Audioeingängen. Das heißt aber auch: Für einen kurzen Sprint zur abfahrenden S-Bahn, wenn man mal wieder spät dran ist, hält man besser mit einer Hand den Kopfbügel fest. Vorteil: Der NC1 baumelt angenehm um den Hals und falten sich für Bügelkopfhörer recht kompakt zusammen.

Aktive Lärmkompensation

Herausstechendes Merkmal – nicht nur auf dem Datenblatt, sondern auch in der Praxis: die Geräuschunterdrückung. Über einen fingernagelgroßen Schalter lassen sich prompt nervige Umgebungsgeräusche aus der Musikwiedergabe filtern. Die Verantwortung dafür tragen vier Mikrofone. Das ist ideal im Flugzeug auszuprobieren, lässt sich aber auch mit der Hilfe von YouTube simulieren, wo sich mehrere Stunden Sound aus der Flugzeugkabine oder Weißes Rauschen findet. Nach einer halben Teststunde vor dieser Geräuschkulisse ließen sich die ersten Familienmitglieder heute (besorgt) im Arbeitszimmer blicken.

Noise Cancellation betrifft aber nicht nur um Musik. Selbst mit übertriebener Störgeräusch-Beschallung lassen sich so Spielfilme anschauen oder Hörbücher genießen. Es ist extrem faszinierend, den Schalter im laufenden Betrieb umzulegen um den Unterschied der Geräuschunterdrückung zu erleben. Die Dämmung ist kein Weltraum-‚Totenstille‘-Effekt, sondern eher eine angenehme Verstärkung des Kopfhörersignals. Bildlich gesprochen: Umgebungsgeräusch verblassen; der Klang aus den Kopfhörern gewinnt an Schärfe. Ich empfinde das als sehr angenehm.

Dieses Feature benötigt Batterien. Philips gibt für den fest eingebauten Akku eine Wiedergabezeit von 30 Stunden an. Aufgeladen wird über einen im Kopfhörer eingelassenen Micro-USB-Anschluss. Der Kopfhörer funktioniert natürlich auch ohne Strom weiter.

IPhoneBlog de NC1 b

Außerdem zu erwähnen: Die offene Bauform schirmt eine extrem laute Audiowiedergabe nicht komplett nach außen ab. Ein Testlauf im Freundeskreis hat jedoch ergeben, dass sich niemand als Sitznachbar davon gestört fühlt – selbst auf einer Lautstärke, die das iPhone im roten Bereich als „sehr laut“ bezeichnet.

Der Fidelio präsentiert sich insgesamt mit einem warmen Klang, der sich selbstsicher bei seiner ausgewogenen Balance gibt. Er eckt nicht an, sondern eignet sich gleichermaßen für Musik, Podcasts und Filme.

Das Kopfhörerkabel besitzt eine ausreichende Länge um das iPad im Flugzeug auf den unbesetzten Nachbarplatz zu stellen. Das Mikrofon an diesem Kabel nimmt mit einem langen Knopfdruck Befehle für Siri entgegen und pausiert die Wiedergabe. Lautstärkeknöpfe finden sich an der griffigen Fernbedienung nicht.

Verdict

Für einen Bügelkopfhörer ist der NC1 ein ideale Reisebegleiter – schon alleine für die (grundsätzlich eingeschaltete) Geräuschunterdrückung. Die Soundqualität erzeugt auf hohem Niveau keine Aufregung, sie kommt ohne Ecken und Kanten aus, bleibt damit aber für viele unterschiedliche Anwendungen eine Empfehlung. Mir sitzen obendrein die Schaumstoff-Polster sehr angenehm auf den Ohren.

Eine persönliche Schlussbemerkung: Ich verbrachte im letzten Jahr viel Zeit mit Bluetooth-Kopfhörern. Die Vor- und Nachteile liegen auf der Hand – eine Aufzählung ist sicherlich überflüssig. Trotzdem sei noch einmal separat erwähnt wie angenehm es ist, mal wieder zum Kabel zurückzukehren. Mit einer klickenden Fernbedienung, ohne Setup und garantiert ohne Sound-Aussetzer. Außerdem genieße ich zunehmend das Konzept von OnEar-Bügelkopfhörern. Der Unterschied zu Ohrstöpseln ist wie Tag und Nacht. Der Klang entfaltet sich ganz anders – selbst für meinen, von Podcast dominierten Konsum ist das eine nette Abwechslung.

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