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van Alex Olma
11. November 2016 – 15:40 Uhr

Erfolg verbirgt Probleme

Steve Ballmer, letzte Woche bei Bloomberg:

”I wish I’d thought about the model of subsidizing phones through the operators,“ he said. „You know, people like to point to this quote where I said iPhones will never sell, because the price at $600 or $700 was too high. And there was business model innovation by Apple to get it essentially built into the monthly cell phone bill.“

Steve Ballmer Says Smartphones Strained His Relationship With Bill Gates

Subventionierte Telefone waren im Jahr 2007 nicht neu; ein „verbilligtes Handy“ bei Abschluss eines Mobilfunkvertrags war bereits damals etablierte Praxis.

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Microsoft hat Mobile aber nicht klassisch verschlafen. Windows Mobile war zwischen 2002 und 2006 sehr erfolgreich. Es war neben der Technik vielmehr der gedankliche Umstieg einer kompletten Branche, die Ballmer verpasst hat. Ihre ‚A computer on every desk and in every home‘-Kultur nahm sein Ende und Microsoft war nicht in der Lage das neue Zeitalter zu sehen (selbst nicht nach einer zweistündigen Apple-Präsentation).

Normalerweise kündigt sich ein solcher Wandel an; normalerweise streckt sich eine solche Veränderung über mehrere Jahre, Hersteller und Branchen. Das iPhone ist auch deshalb so besonders, weil es all dies in einem einzigen Gerät vereint hat. Ein Hersteller, ein Telefon und eine komplett neue Richtung für Computer.

Blackberrys Führungsriege hielt das iPhone bei seiner Vorstellung im Januar 2007 für technisch nicht möglich. Android war damals eher Pocket PC als Smartphone OS. Das iPhone war, wie Steve Jobs in seiner Präsentation sagte, fünf Jahre der zukünftigen Konkurrenz voraus.

Ich bin mir nicht sicher, ob wir in unserer Lebenszeit noch einmal ein Produkt wie das iPhone erleben – ohne ernsthafte Mitbewerber zum Start, ohne Vorlauf und mit einem solchen Überraschungsmoment. Wahrscheinlich nicht. Dafür sind alle Teilnehmer zu verkuppelt; Entwicklungen und Ideen greifen heute oft ineinander.

Und trotzdem bleibt weiterhin die Gefahr eine Idee nicht ernst genug zu nehmen und einen Trend zu passen – insbesondere wenn man ein Produkt wie das iPhone verkauft. Erfolg verbirgt bekanntlich Probleme.

Ich hoffe zum Beispiel, dass Apple aufmerksam zuhört wenn Googles Sundar Pichai sagt: „It’s clear to me we’re moving from a mobile-first to an AI-first world”.

Zuversicht, dass Apple sich keinen Ballmer leistet, seine Probleme trotz Erfolg erkennt, geben mir Zitate wie dieses hier von Tim Cook über Augmented Reality:

“AR is going to take a while, because there are some really hard technology challenges there,” he continued. “But it will happen, it will happen in a big way, and we will wonder when it does, how we ever lived without it. Like we wonder how we lived without our phone today.”

Apples größte Herausforderung ist es heute über das iPhone hinaus zu denken – an eine Zeit nach dem Apple Telefon. Steve Ballmer hat das in seiner Zeit für Microsoft nicht mehr geschafft.

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