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van Alex Olma
31. Januar 2018 – 22:46 Uhr

„The iPad Lost Years for Apple’s Media Partners”

The missed opportunity was for Apple’s business partners, particularly newspaper and magazine companies, which Apple persuaded to turn themselves inside out to take advantage of the iPad. It turned out that Apple was leading those partners to a dead end. […]

I’m not saying News Corp. or Conde Nast, publisher of Vogue and GQ, would have been worth as much as Google if they hadn’t bought into the iPad hype. But they did lose precious time and money following Apple down the iPad rabbit hole when they could have focused on Facebook, internet video, smartphone apps, mobile websites, their own subscription products or other promising areas. Newspaper and magazine publishers no longer treat the iPad as a priority, if they devote resources to it at all.

Bloomberg

Shira Ovide schreibt zum achtjährigen iPad-Geburtstag über die „verschwendete Zeit“ von Verlagshäusern, die versucht hatten ihre Magazine und Zeitungen auf dem Apple Tablet zu etablieren. Ihre These: „The iPhone maker took newspaper and magazine companies on a detour to a boondoggle.“ Steve Jobs hätte die Medienhäuser mit seiner Vision geblendet, dann aber „nur 7.5 Millionen iPads in den ersten Monaten verkauft“1 (während Smartphones durch die Decke gingen).

Ich habe keine Ahnung von welchem „teuren Umweg” Shira Ovide hier spricht. Hätten Publisher ihren Medienangeboten kein responsives Online-Layout spendieren sollen? Wäre es besser gewesen keine eigene App-Store-App zu bauen?

Im Bloomberg-Artikel fällt nicht ein einziges Mal das Wort „Newsstand” – womit man Apple theoretisch eine gewisse Mitschuld geben könnte. Eingeführt mit iOS 5; abgesägt mit iOS 9 war Newsstand rückblickend ein Experiment, das Apple zu großspurig verkauft hat. Trotzdem lag die Preisgestaltung und die optische Ausarbeitung der Inhalte alleine in Verlegerhand.

Nicht zu vergessen: Newsstand war nicht nur dem iPad vorbehalten, sondern fand sich vorinstalliert für sechs lange Jahre auch auf dem iPhone. Deshalb habe ich wirklich keine Ahnung wie man Apple hier vorwerfen kann „Verlagshäuser in eine Sackgasse geführt zu haben“.

Woran ich mich allerdings noch erinnere, ist das Zitat von Springer-Chef Mathias Döpfner: „Jeder Verleger der Welt sollte sich einmal am Tag hinsetzen, um zu beten und Steve Jobs dafür zu danken, dass er die Verlagsbranche rettet.” Ich erinnere mich auch an Rupert Murdoch, der einen Schlussstrich für diese „Kostenlos-Kultur im Internet“ forderte. Mit Schauder rufe ich mir das Leistungsschutzrecht für Presseverleger in Erinnerung, bei der Google für die Vermittlung von Lesern und Leserinnen zahlen soll. Und ich entsinne mich an eine Anti-Adblocker-Kampagne der größten deutschsprachigen Online-Nachrichtenportalen und an „Journalismus für eine neue Generation“.

Das waren tatsächlich große „Umwege“.


  1. Was Shira Ovide als „die ersten Monate“ bezeichnet sind denau genommen die zusammengezählten iPad-Verkaufszahlen von Q3 und Q4 im Jahr 2010. Genau 12 Monate nach Verkaufsstart standen 20 Millionen verkaufte iPads in Apples Geschäftsbüchern. 

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