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van Alex Olma
13. März 2018 – 11:40 Uhr

Apple kauft Texture – das „Netflix für Zeitschriften“

Apple today announced it signed an agreement to acquire Texture, the digital magazine subscription service by Next Issue Media LLC, which gives users unlimited access to their favorite titles for one monthly subscription fee.

Texture brings over 200 of the world’s best magazines to life, providing an easy way for users to read high-quality stories and entire issues of their favorite titles. With Texture, users enjoy the magazines they know and love, while discovering new content that fits their passions and interests.

Apple to acquire digital magazine service Texture

Texture wird gerne als das „Netflix für Zeitschriften” bezeichnet. Für den Flatrate-Preis von 10 US-Dollar im Monat bekommt man (über einen US-iTunes-Account) Zugriff auf National Geographic, das Rolling Stone Magazin, The Atlantic, The New Yorker, TIME, Wired und 200 (mehr oder weniger namenhafte) Publikationen.

Als Kind, das noch vor dem Internet aufwuchs und damals einen Großteil seiner News aus Print-Publikationen bezog, faszinieren (mich) solche Bundles. Das Angebot scheint viel zu preiswert; der Umfang ist viel zu groß. Und trotzdem bin ich kein Abonnent.

Allem voran wirft das Überangebot an Unterhaltung und Informationen ein wirkliches (Zeit-)Problem auf. Ich könnte ohne Probleme alle 24 Stunden an einem Tag mit App-Store-Spielen für ein paar Euro, Reddit, Twitter, meinem RSS-Reader und (mittelmäßig-)guten Netflix-Shows füllen.

Andererseits aber funktioniert mein bevorzugtes Themenfeld – das ich grob als „Technik” umschreibe – nur sehr eingeschränkt in Form von Zeitschriften und Magazinen. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber alles was unter „Technik-News“ fällt, erreicht dich als Interessent aus wirklich jeder Ecke des Internets. Magazine oder Zeitungen braucht es dafür heute nicht mehr.

Ohne eine Einschätzung oder einen Zusammenhang, ohne eine individuelle Meinung oder eine persönliche Bewertung, ist die eigentliche Nachricht nämlich nichts mehr wert. Es braucht keinen Journalisten eine Pressemitteilung umzuformulieren; es braucht auch keine 24-Stunden-News-Networks. Typische Nachrichten-Ticker, die Informationen nicht auf eine fundierte Art anreichern, sind schon lange irrelevant.

Andererseits besteht geradezu ein Durst nach detailliert ausgearbeiteten Features, Hintergrundberichten und tiefgreifenden Interviews. Wenn John Oliver eine 25-Minuten-Einführung in Cryptocurrencies auf HBO raushaut, die nicht nur humorvoll, sondern allem voran exzellent recherchiert und komprimiert ist, klicken dieses Video zurecht über drei Millionen Zuschauer.

Wenn Ian Parker ein 17.000-Wörter-Porträt über Jonathan Ive für ‚The New Yorker‘ schreibt („The Shape of Things to Come“), dann ist das drei Jahre nach seinem Release noch genauso relevant wie damals.

Klassisches Fernsehen (ohne On-Demand) und traditionelle Print-Magazine (vom Bahnhofskiosk) sind in ihrer Form für mich heutzutage nicht mehr von Belang. Allerdings steckt dort eine Arbeitsweise drin, ein oftmals sorgsamerer Umgang mit Informationen, den ich sehr schätze und im Netz häufig vermisse.

Es ist sicherlich nicht damit getan das Angebot von Texture in Apple News zu kippen. Wenn es jedoch gelingt einige der Qualitäten dieser Publikationen auf moderne Geräte zu holen und damit eine Alternative zu den Twitter- und Facebook-Timelines zu schaffen, die inzwischen viel zu dominant unseren Konsum von Nachrichten bestimmen, dann wäre schon viel gewonnen.

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