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van Alex Olma
5. Juni 2018 – 12:33 Uhr

WWDC Keynote 2018: Schulnote B-

Apples gestrige Keynote verlief diszipliniert. Die Veranstaltung war nicht pompös, sie war nicht übertrieben witzig, sie war teilweise sogar langweilig. Die Bühnenshow sollte man aber nicht mit der Qualität seiner Ankündigungen verwechseln. Ich war „sehr zufrieden“ und würde die Schulnote B- vergeben. Hier meine frühe erste Meinung zu iOS 12.

Ein Blick auf die „Kleinigkeiten”, die uns mit iOS 12 ereilen, deutet an wie hilfreich das Update im Alltag wird. Bereits die erste Entwickler-Beta zeigt einen deutlichen Performance-Sprung – absolut außergewöhnlich im Vergleich zu den letzten Jahren.

Die explizite Berücksichtigung betagter Geräte (iOS 12 läuft noch auf einem fast fünf Jahre alten iPhone 5s) ist nicht sexy, aber ein Schritt in die richtig Richtung. Apple muss sich vorwerfen lassen in den letzten Jahren zu stark nur die aktuellsten Geräte berücksichtigt zu haben während Hundert Millionen alte iPhones beim Großteil ihrer User im Einsatz sind.

Standard-Apps

Ein typisches Beispiel für nur mäßig spannende Unterhaltung war die Präsentation der überarbeiteten Standard-Apps. Apple Books, die Aktien-Anwendung, Sprachnotizen und ein neuer Anstrich für die (immer noch nicht internationale) Apple-News-App war ermüdend. Wenn man sich aber vor Augen führt wie viele Leute diese Apps täglich benutzen, ist die Aufmerksamkeit gerechtfertigt. Die AR-Anwendung ‚Measure‘ – neu im Pool der Standard-Apps – löst sicherlich keine Revolution aus, aber ich wette für den „normalen” iPhone-Anwender ist das tatsächlich ein bisschen magisch.

Ohnehin tröpfelt Apple zunehmend mehr Augmented Reality in unseren Alltag. Das bedeutet: Niemand wird mehr geschockt sein wenn Apple in ein paar Jahren all die AR-Software von unseren Telefon- und Tablet-Screens auf den Bildschirm in der Brille bringt. Die Entwicklung dieser Anwendungen in der Öffentlichkeit ist das perfekte ‚Cover-up‘ – kein anderes Produkt der letzten Jahre genoss einen solchen Vorlauf in punkto Softwareentwicklung.

Siri Shortcuts

Es ist derzeit nicht mehr als ein gutes Gefühl, dass ich für Workflow Siri Shortcuts empfinde. Mehr als auf der Keynote-Bühne gibt es derzeit auch noch nicht zu sehen. Wenn die richtigen App-Store-Anwendungen aufspringen, wenn Apple den Balanceakt zwischen simplen Sprachbefehlen für „normale” Anwender und Anwenderinnen sowie verschachtelte Automationen hinbekommt, entkoppelt das die alleinige Weiterentwicklung von Apple, die über Jahre nur einzelne Domänen ausgebaut bekamen. Mit systemweiter Unterstützung haben Siri Shortcuts jetzt das Potenzial zu den Standard-Alexa-Phrasen aufzuschließen.

Kurz: Es freut mich zu sehen, dass der Zukauf des Workflow-Teams in die richtige Richtung läuft.

Grundlagenarbeit

Apples Vorschau-Seite für iOS 12 liefert auch dieses Jahr einen mittlerweile gewohnt weitreichenden Überblick für diverse Features, die ich in die Kategorie Grundlagenarbeit stecke. Screen Time, Kameraeffekte, Memoji, Gruppen-FaceTime-Chats, Foto-Features, die Erweiterung der Nicht-Stören-Funktion oder die neuen Einstellungen für Push-Mitteilungen sind ganz natürliche Evolutionsschritte, die teilweise überfällig waren und teilweise durch die zunehmende Entwicklungszeit sehr durchdacht erscheinen.

Keine dieser einzelnen Funktionen zeichnet iOS 12 aus, aber als Bündel drücken sie dem Software-Update ihren Stempel auf.

Für ein Fazit ist es viel zu früh. Mir scheint es jedoch wichtig zu betonen, wie prominent abwesend eine Zukunftsperspektive für iOS war, obwohl mit Siri Shortcuts, insgesamt den Siri-Suchvorschlägen und dem ganzen Augmented Reality-Part einige nicht zu übersehende Grundsteine gelegt wurden. Apple ist nicht bekannt dafür Zukunftsversionen anzupreisen (die ihnen dann später auf die Füße fallen), aber es war kein Ausblick zu erkennen (anders als bei macOS). iOS 12 riecht auch deshalb nach dem berühmt berüchtigten ‚Snow Leopard‘-Release – eine Konzentration auf Performance und Stabilität.

Diese Art von OS-Upgrades lassen sich gewöhnlich schwer verkaufen. Apple hat es gestern trotzdem hinbekommen – insbesondere wenn man beachtet das iOS für das iPhone und iPad nicht im luftleeren Raum agiert, sondern in einem vernetzten Ökosystem aus watchOS, tvOS und macOS bewegt.

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