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van Alex Olma
18. Juli 2018 – 17:41 Uhr

„Google muss Milliardenstrafe für faule Taktiken bei Android zahlen”

Die Wettbewerbshüter in Brüssel verurteilen Googles Knebelverträge, die der Konzern Geräteherstellern und App-Entwickler aufzwingt. EU-Kommissarin Margrethe Vestager verhängt eine Rekordstrafe gegen den Datenriesen, und das nicht zum ersten Mal. Doch das Bußgeld ist nur ein kleiner Stich gegen Googles Marktdominanz.

Alexander Fanta | Netzpolitik.org

Um diese drei Punkte geht es genau:

  • First, Google has required manufacturers to pre-install the Google search and browser apps on devices running on the Android mobile operating system. Manufacturers had to do this if they wanted to be able to sell devices with the Google app store.
  • Second, Google paid manufacturers and network operators to make sure that only the Google search app was pre-installed on such devices.
  • Third, Google has obstructed the development of competing mobile operating systems. These could have provided a platform for rival search engines to gain traffic.

European Commission – Statement

Google nutzt seine marktbeherrschende Stellung im Smartphone-Markt mittels Knebelverträgen aus, keine Frage. Andererseits bezweifle ich, dass die Rekordstrafe tatsächlich den Konsumenten hilft und nicht in erster Linie dem Konzern schaden soll.

Hätten ein HTC oder Huawei wirklich keinen (oder einen anderen) Browser vorinstalliert, wenn Google nicht auf die zweifelhaften Vertragsklauseln gepocht hätte? Wären die Kunden ohne einen vorinstallierten Chrome Browser oder ohne ein Google Maps besser drangewesen? Sind das nicht die besten Dienste auf der Plattform und erreichen diese zwei Produkte durch ihre Werbefinanzierung nicht potenziell die meisten Kunden?

Grundsätzlich ist der Europäischen Kommission aber nicht zu widersprechen: Die Strafe musste man verhängen, alleine für diese offensichtlich wettbewerbsfeindlichen Vertragsforderungen:

The third practice Google has put in place, as I already mentioned, prevents device manufacturers from using any alternative version of Android that was not approved by Google. If manufacturers produce even a single device based on an Android fork, they lose the right to sell any devices with the Google Play Store or the Google Search app. […]

This was not just a remote possibility from the theory books: in 2012 and 2013, Amazon tried to license to device manufacturers its Android fork called „Fire OS“. It wanted to cooperate with manufacturers to increase its chances of commercial success. And manufacturers were interested. But, due to Google’s restrictions, manufacturers could not launch Fire OS on even a single device. They would have lost the right to sell any Android phones with key Google apps. Nowadays, very few devices run on Fire OS – namely, only those manufactured by Amazon itself.

Und trotzdem wird sich voraussichtlich nichts ändern. Vielleicht verzichten ein paar Android-Hersteller auf die Google-„Suchleiste”, für dessen exklusive Integration Google eine Beteiligung an den Werbeeinnahmen ausgezahlt hat. Wahrscheinlicher ist: Google verzichtet auf die „Exklusivität” und die Gerätehersteller bleiben weiterhin finanziell beteiligt. Es ist außerdem unrealistisch anzunehmen, das Gerätehersteller eigene Browser und (Such‑)Dienste entwicklen, die ihre Kunden tatsächlich verwenden wollen.

Unterm Strich ist es eine berechtigte und nachvollziehbare Strafzahlung, die Google aber nicht wehtut und auch nichts am Status quo ändert.

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