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van Alex Olma
21. August 2018 – 15:29 Uhr

Kein iPhone SE 2?!

Alle sprechen über die nächsten drei iPhones; die zweite Generation des iPhone SE, die im Frühling noch hoch im Kurs stand, scheint dagegen vergessen. Ich halte es für eine Gefahr, dass Apple sich in die fantastischen Margen und steigenden Durchschnittspreise verliebt, die sie so beeindruckend für das iPhone über die letzten Jahre aufgebaut haben.

Eine von Apples größten Leistungen war in den letzten 20 Jahren der Wechsel von Geschäftsfeldern und die Überzeugung sich nicht an erfolgreiche Produkte zu klammern. Aus „Apple Computer” wurde bekanntlich die „iPod Company”. Der Musikplayer hatte zu Beginn nicht annähernd die Gewinnmargen, die ein iMac oder ein PowerBook einspielte, warf durch sein schieres Volumen aber die Schatten des Erfolgs voraus.

Wie wir alle wissen, löste „Apple Inc.” mit dem iPhone dann das profitable iPod-Geschäft ab. Ein erneuter Geschäftsumschwung, den Branchenbeobachter noch Jahre nach der einschneidenden Steve-Jobs-Keynote nicht verstanden und besorgt auf die sinkenden iPod-Verkäufe schielten. Chiphersteller Intel begriff beispielsweise bis 2010 nicht welcher Deal ihnen mit dem iPhone durch die Lappen ging. Ex-CEO Paul Otellini bereute diese Entscheidung bis zu seinem Tod im letzten Jahr.

”We ended up not winning it or passing on it, depending on how you want to view it. And the world would have been a lot different if we’d done it,“ Otellini told me in a two-hour conversation during his last month at Intel. „The thing you have to remember is that this was before the iPhone was introduced and no one knew what the iPhone would do… At the end of the day, there was a chip that they were interested in that they wanted to pay a certain price for and not a nickel more and that price was below our forecasted cost. I couldn’t see it. It wasn’t one of these things you can make up on volume. And in hindsight, the forecasted cost was wrong and the volume was 100x what anyone thought.“

The Atlantic

Meine Erwähnung von Intel ist kein Zufall: In der letzten Woche legte ARM in einem bislang seltenen Schachzug öffentlich seine ‚Roadmap‘ für die kommenden Cortex-Chips vor und verkniff sich darin nicht auch ein paar Seitenhiebe auf Intel.

Die Details der Performance-Sprünge von „Deimos” und „Hercules” sind aus Apples Perspektive nicht entscheidend, weil Apple von ARM eine sogenannte „architectural license” kauft und seit dem A4-Chip – bis heute unter der Leitung von Johny Srouji – selbst deren Design, alle notwendigen Optimierungen sowie individuellen Anpassungen übernimmt. Die Chips, die dabei aktuell entstehen, stechen selbst 12 Monate nach Release noch die schnellsten Snapdragon-Prozessoren aus, die beispielsweise Samsung ins neue Galaxy Note 9 steckt.

Diese Leistungsgrenzen, die Apple kontinuierlich jedes Jahr überspringt, führen zu einer anhaltenden Diskussion von ARM-Chips in MacBooks. Weitaus weniger Diskussionen ranken sich allerdings darum, dass viele Smartphones für viele Leute bereits schnell genug sind, sie dadurch im Schnitt länger als zwei Jahre benutzt werden und es für Apple ohne Anstrengung möglich wäre ein weitaus günstigeres iPhone-Modell anzubieten.

Es ist nahezu unmöglich für ein iPhone SE (2. Gen) zu argumentieren wenn das Spitzenmodell, das iPhone X, bereits das bestverkaufte Telefon über das gesamte letzte Jahr war. Apple dominiert den High-End-Bereich für Smartphones, keine Frage. Und daran wird sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern.

Man sollte jedoch auch nicht vergessen, dass diese Geräte für Wachstumsmärkte wie Indien – immerhin der zweitgrößte Markt für Telefone – absolut ungeeignet sind, aber Apple die Möglichkeit hätte (selbst nach ihren hochgesteckten Qualitätsmaßstäben) untere Preisregionen zu erschließen.

Apple subventioniert keine Hardware, sondern verkauft Premium-Produkte um an ihren Käufern nicht anderweitig Geld verdienen zu müssen. „I get that.“ Trotzdem gibt es zunehmend viele gute Gründe die 15-Prozent-Marktanteil, die iPhones weltweit für sich beanspruchen, zu erweitern. Es ist eine Strategie, die das iPad, mit einem EDU- (ab 349 €) und einem Pro-Modell (ab 729 €), anscheinend schon erreicht hat.

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