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van Alex Olma
26. September 2018 – 17:44 Uhr

Kevin Systrom und Mike Krieger verlassen Instagram

Die zwei Instagram-Gründer Kevin Systrom und Mike Krieger verlassen ihren Heimathafen bei Facebook. Seit der Bekanntgabe haben es unzählige clevere Artikel dazu ins Netz geschafft.

Zwei dieser Artikel, die ich diesbezüglich für unignorierbar erachte, sind unten zitiert. Wer anschließend noch Lust auf ein Interview mit Kevin Systrom aus dem letzten Jahr hat, findet es bei Kara Swisher im Recode-Podcast (iTunes-Link).

Controlling one’s own destiny, though, takes more than product or popularity. It takes money, which is to say it takes building a company, working business model and all. That is why I mark April 9, 2012, as the day yesterday became inevitable. Letting Facebook build the business may have made Systrom and Krieger rich and freed them to focus on product, but it made Zuckerberg the true CEO, and always, inevitably, CEOs call the shots.

Ben Thompson

This shouldn’t come as a surprise to anyone. It is common knowledge among those of us in the know that Zuckerberg has become more and more hands-on with Instagram, which has become increasingly crucial to Facebook and its growth prospects. Zuckerberg’s growth objectives and desire to appease the gods of growth are almost universally at odds with other people including the founders whose companies he bought for handsome premiums and enriching them in the process. $20 billion for WhatsApp. $2 billion for Oculus. $715 million for Instagram. Everyone got paid in those acquisitions — and now it is time for Facebook to call in their chips.

Om Malik

Natürlich ist im Moment jeder an den „juicy details” zwischen Systrom und Zuckerberg interessiert, die schlussendlich zum Ausscheiden der zwei Entrepreneure nach bemerkenswerten sechs Jahren führte. Und natürlich möchte jeder wissen, wie die Facebookisierung von Instagram zukünftig weitergeht.

Und obwohl das spannende Fragen sind, interessiert mich gerade jetzt ob es noch einen Platz für etwas zwischen den (großen) ‚Social Networks‘ und dem (kleinen) Familien-Chat gibt. Die aktuelle Diskussion um soziale Netzwerke ist beherrscht von Fake News, von Harassment und einem Mangel an Privatsphäre, und ich frage mich ob es nicht auch eine Alternative gibt, die in einem persönlicheren Kreis von Leuten existiert. Nicht so arg eingeschränkt wie die Familie, aber auch nicht so weitläufig wie alle Personen auf diesem Planeten.

Die großen Netzwerke versuchen diese Grüppchenbildung mit Kreisen (Google+), in Listen (Twitter) oder nach Kategorien (Facebook) zu erzwingen. Erfolgreich ist das nicht. In allen bedeutenden sozialen Netzwerken umfasst das individuelle Konto mittlerweile unzählige Personen und Kontakte, die weit ausserhalb vom persönlichen Freundes- und Bekanntenkreis liegen. Das führt zu allerlei festgetretenen Strukturen, lässt sich aber auf den simplen Umstand reduzieren, dass man in diesen Sozialen Netzwerken oft nicht mehr miteinander spricht, sondern eine Art bizarren Monolog führt – der im besten Fall durch ein paar Herzen oder Daumen nach oben legitimiert wird. Wir sind alle (irgendwie) vernetzt, leben aber trotzdem in unserer eigenen Welt.

Kevin Systrom sagte über den Wandel von Instagram: „Initially, I think our mission when we first started was something like “capture and share the world’s photos” or something, right? And I think we changed it to “moments” when video came along. But now we talk about strengthening relationships.“ Ich bezweifle, dass diese Ausrichtung von einem Sozialen Netzwerk – so wie wir es heute verstehen – finanziell möglich ist (wenn man nicht Facebook als geldgebendes Rückgrat hat).

Alle Netzwerke sind auf Reichweite ausgelegt. An der Reichweite hängt die Finanzierung. Ein Netzwerk, bei dem die Anzahl der „Follower” ein signifikantes Merkmal von einem Account ist, kann persönliche Beziehungen nicht an die erste Position stellen. Die Struktur von Facebook, Twitter und Co. unterbindet es. Meine persönlichen Gespräche mit Freunden werden für den Betreiber von einem Netzwerk nie den Stellenwert einnehmen, den das nächste Instagram-Foto von Kim Kardashian hat.

Und ich glaube, das ist auch okay so. Ich will kein kleines Instagram oder ein persönlicheres Twitter. Ich denke, die Lücke müssen neue Start-ups füllen. Neue Firmen, die sich neue Finanzierungsmodelle überlegen. Die Finanzierung über Risikokapital hat uns nämlich immer mehr von der gleichen Sorte an sozialen Netzwerken eingeheimst. Die Kunst scheint es sein, die Finanzierung eines tatsächlich persönlichen Netzwerks zu finden, das wirklich nur „Freunde” miteinander verknüpft.

Slack schafft solche sozialen Räume bereits im Kontext von Unternehmen. Apples iMessage wäre ein interessanter Kandidat mit einer Querfinanzierung über den Verkauf von Hardware. Snap Inc. braucht schnellstmöglich eine neue Strategie, weil ihr Fokus auf Privatsphäre nicht die entsprechende Reichweite erreicht, die für Werbung heutzutage verlangt wird.

Mein „privates Instagram” war für viele Jahre die App Path. Dort haben die Familie und einige Freunde Fotos und Check-ins ausgetauscht – ganz ohne „Follower”-Prinzip. Path – ursprünglich als „Alternative für Facebook” gestartet, verkündete in der letzten Woche ihr Goodbye.

Vielleicht trauen sich Kevin Systrom und Mike Krieger ja einen neuen Anlauf.

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