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van Alex Olma
5. August 2019 – 12:46 Uhr

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat das schönste Armband im ganzen Land?

Q3/2019 war Apples zweites Geschäftsquartal in dem die Wearables-Kategorie das Umsatzwachstum antrieb – allem voran mit AirPods und der Apple Watch. Dieser Geschäftszweig erreicht „bald die Größe einer eigenen Fortune-50-Firma“.

So richtig an Bedeutung gewinnt diese Gerätekategorie jedoch erst wenn man die fehlende Konkurrenz bedenkt – nicht unbedingt für Kopfhörer, aber zweifellos für Computeruhren. Die Entwicklung von ‚Wear OS‘ scheint eingeschlafen; die Tracker von Fitbit werden von Monat zu Monat irrelevanter.

Während watchOS, der Software-Teil von Apple Watch, seit 2015 einige fundamentale Richtungswechsel erfuhr, war die Hardware gleich im ersten Anlauf ein Erfolg. Insbesondere die Idee der austauschbaren Armbänder ist dabei nicht hoch genug zu bewerten.

Während die goldene Apple-Watch-Edition grandios gegen die Wand fuhr1, avancierten die Armbänder zu einem Aushängeschild für Mode & Design. Ich würde die Handschlaufen auf eine Ebene mit den weißen Kopfhörern hängen, die dem iPod vor 17 Jahren seine Persönlichkeit aufdrückten.

Zur Erinnerung: Apple konnte sich damals eine Werbekampagne leisten, die nur Silhouetten von Kopfhörerkabeln zeigte – und jeder wusste, welcher Musikplayer an diesen Ohrstöpseln hängt. Ich bin mir sicher: Mit einigen Apple-Watch-Armbändern könnte man heutzutage eine ähnlich abstrakte Kampagne fahren und es gäbe keinen Zweifel welche Uhr gemeint ist.

Es war jedoch nicht nur die Idee der wechselbaren Armbänder, die gelang, sondern auch die Umsetzung: Apple verkauft bis heute das Original-Sportarmband, während andere Armband-Typen radikal aussortiert wurden. Wer erinnert sich noch ans Nylon-Armband oder das klassische Lederarmband?

Neben dem allerersten Sportarmband ist für mich das Sport Loop der bislang größte Erfolg aus der Kollektion. Diese Armbänder sind bequem, sie sind in unzähligen Farben erhältlich, man nimmt sie nach dem Sport mit unter die Dusche, aber kann sie gleichzeitig auch für ein feines Abendessen tragen.

Es ist jedoch nicht nur die persönliche Individualisierung, die man mit einer ganz bestimmten Farbe ausdrückt, sondern mit jedem neu erworbenen Armband kauft man sich gefühlt eine neue Uhr. Ein anderes Material und eine andere Verschluss-Methode führen ganz von selbst zu einem neuen Tragegefühl. Man wechselt nicht nur ein Hintergrundbild auf seinem Screen oder klebt einen Sticker auf seinen Laptop-Rücken: Man wechselt das komplette Erscheinungsbild von seinem Computer.

Eine solche Transformation ist einer von vielen Gründen, warum Apple rund 60 Euro für ein „Nylongewebe mit Klettverschluss“ verlangen kann. Und dort wo sie es nicht können, bei günstigeren Drittanbietern, verdienen sich über das Lizenzprogramm für das Armbandverbindungsstück mit.

Switzerland is in trouble“ soll Jonathan Ive einmal gesagt haben: Einer der Gründe ist die brillante Idee der wechselbaren Armbänder.


  1. „Even with the lowest possible numbers within this framing — 10,000 units sold of a minimum $10,000 product — that still means Apple made a hundred million dollars on the first-generation Edition. I’m not making a judgement on whether this is good, obviously, but it’s noteworthy.”

    Nick Herr 

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