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van Alex Olma
13. Februar 2020 – 22:10 Uhr

Die „Lifetime-Lizenz“: ein garantiert schlechter Deal.

Apps, die aufs Abo-Modell umsteigen, bieten häufig auch einen „Einmalkauf“ an. Ich würde es fast einen App-Store-Trend nennen. Es ist jedoch ein sehr gefährlicher Trend, weil sowohl Käufer als auch Verkäufer dabei verlieren (können).

Starting today, anyone who paid for anything prior to this release will have access to all our premium features for free. To be crystal clear, even if you only bought a single filter set 4 years ago, you’ll now have access to all the filters and all the tools! We’re doing this to honor the commitment we made to you when you supported us before this switch.

For new users, a $3.99 per month or $19.99 per year subscription will unlock access to every filter and tool in Darkroom, on iPad and iPhones, now and in the future. As we grow and our product offerings expand, all new features and services will be included in this single subscription. For those who prefer to pay once and not have to reaffirm their commitments, we offer a one-time $49.99 purchase option.

Majd Taby | „Darkroom 4.4

Darkroom verlangt beispielsweise 50 US-Dollar für eine „Lifetime-Lizenz“. Das entspricht lediglich dem Preis einer zweijährigen Abolaufzeit! Für Kunden und Kundinnen, die die Fotobearbeitung produktiv einsetzen, ist das ein Schnäppchen – zurückhaltend formuliert.

Kunden, die einen solchen Einmalkauf überhaupt in Erwägung ziehen, sind exakt die Kunden, die auch bereit wären ein laufendes Abo zu bezahlen. Der Entwickler beraubt sich hier quasi selbst. Und wenn es schiefgeht, dann endet die „lebenslange Lizenz“ für den Kunden mit einem Bankrott oder einer Übernahme der Firma. Im besten Fall wird die einmal bezahlte Software nur irrelevant, weil sie von einer besseren Anwendung abgelöst wird.

Das Kernproblem lautet: Es gibt keinen richtigen Preis für eine Lifetime-Lizenz. Bietet man seine Software zu günstig an, braucht man ständig neue Nutzer um die geleisteten und zukünftig anfallenden Kosten wieder reinzuholen.

Ein hohes Preisschild verhindert dagegen das Kunden die Software länger ausprobieren, sie erlernen und dann dauerhaft bezahlen. Niemand kann mir erzählen, dass die heutigen Adobe-Cloud-Abo-Kunden in ihrer Jugend keine begeisterten Photoshop-Raubkopierer waren.

Wenn ein Entwickler sich traut seine „Productivity-App“ als Abo anzubieten, sollte er auch den Mut haben keine Einmalzahlung dafür anzunehmen – es läuft den Abo-Vorteilen nämlich komplett entgegen.

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