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van Alex Olma
17. Juli 2021 – 19:35 Uhr

Superhelden und Sommerkino auf Smartphones

Selbst diejenigen, die an die Zukunft der Kinos glauben, sehen im Zuschauersaal zukünftig nur „Blockbuster“ – keine Independent-Filme. Einige nette Programmkinos werden uns dafür erhalten bleiben; einige Arthaus Filme schaffen es sicherlich auch mal in die großen Kinos, aber der Trend zu den Kassenschlagern, die die tatsächlich Kinotickets verkaufen, existiert bereits seit einigen Jahren. COVID beschleunigte lediglich die Entwicklung.

Auch ich hing diesem Ausblick an, bevor Black Widow fast zeitgleich mit Fast & Furious 9 anlief. Beide schafften es ins Kino, Black Widow flimmerte jedoch parallel auch auf Disney+ – derzeit noch mit „VIP-Zugang“.

Über die Episode aus dem Marvel-Universum spricht jetzt das gesamte Netz; von „F9“ und Vin Diesel teilt man höchstens eine Handvoll GIFs. Es ist ein beeindruckender Kontrast zwischen einem gelebten Medienereignis und einem komplett ignorierten Auto-Action-Sommerkino.

Der neue Film mit Scarlett Johansson ist zwar nicht herausragend, aber er greift sich ohne Frage den Zeitgeist – weil’s ein „Zuhause-Erlebnis“ ist. Für 22 Euro hat jeder die Möglichkeit zuzuschauen – über die eigene Set-Top-Box, das Smartphone oder ein iPad.

Additionally, Black Widow made at least $60 million from Disney+ Premier Access — a household has to pay $30 to watch the film — for a global start of $218.8 million, according to Disney. It’s unprecedented for a studio to announce a premium VOD or streaming viewership number on a film’s opening weekend, and Disney’s decision to do so prompted a flurry of conversations across Hollywood on Sunday as to whether this will lead to more transparency. (Disney, for instance, has yet to say what the Disney+ Premier Access numbers were for Cruella or Raya and the Last Dragon.)

The Hollywood Reporter

Disney protzte zwar nach dem ersten Wochenende mit Verkaufszahlen, aber wenn man die 60-Millionen-US-Dollar ins Verhältnis zum 30-US-Dollar-Leihpreis stellt, bleiben lediglich 2 Millionen Haushalte, die sich das gönnten. Natürlich fand der Film auch über andere Kanäle ins Netz, aber das bekräftigt lediglich meine These: Selbst Blockbuster können sich zukünftig kein exklusives Veröffentlichungsfenster mehr leisten.

Fast & Furious lief zwar doppelt so umsatzstark an, fand aber kulturell quasi nicht statt. Und ich glaube, dass das alle Beteiligten zukünftig berücksichtigen.

Natürlich beraubte sich Disney mit dem direkten Verkauf weitgehend einer Zweit-, Dritt- und Viertvermarktung (PayTV, DVD, etc.), budgetierte dies mit „Disney+ Premier Access“ aber von Anfang an ein. Sie erkannten, dass nicht nur jeder die Qualität zu Hause hat (Bildschirme + Kopfhörer), sondern dass man in der aktuellen Medienkultur stattfinden muss.

Und wenn man das wirklich berücksichtigt, dann kann man kein Programmfernsehen mehr machen – kein Fernsehen nach Zeitplan. In einer digitalisierten Medienumgebung zählt nur eine zeitgleiche Veröffentlichung auf allen Bildschirmen – inklusive unserem wichtigsten (Smartphone) und dem zweitwichtigsten Screen (TV).

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