Die Freemiumisierung der iWork-Apps

Pages, Numbers und Keynote sind nicht mehr kostenlos, sondern kostenlos*. Die Werbung fürs Abo innerhalb der Apps ist dabei kein einmaliger Hinweis: Farbige Icons kennzeichnen alle Funktionen, die man ohne Creator-Studio-Bundle nicht hat. Bestimmte Gratisfunktionen verstecken sich sogar hinter diesen farblich abgesetzten Paywall-Icons.

Die Übergänge zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen Features sind fließend; sie finden sich auf dem Startscreen, in der Vorlagenauswahl sowie in der Menüzeile und den Untermenüs von geöffneten Dokumenten.

iPhone-Bildschirm, der den oberen Teil einer App mit einem Kameraausschnitt, Uhrzeit, Signal, Batteriestatus, einem Zurück-Pfeil, einem Logo, Menüpunkten und einer Bearbeitungsschaltfläche anzeigt.

Kann man Apples Suite trotzdem noch kostenlos nutzen? Ja. Fühlt es sich nach einer Degradierung der Experience an? Ja. Gehören Pages, Numbers und Keynote thematisch ins Creator-Studio-Bundle? Vielleicht? Hätte diese Entscheidung jemand hinterfragt, wenn Apple sie dort herausgelassen hätte? Wohl kaum.

Ich zahle gerne für Apps; nur in absoluten Ausnahmefällen finde ich mich mit zusammengestrichener oder werbefinanzierter Software ab. Wenn ich Ads mit Geld unterbinden kann, tue ich das gewöhnlich. Gelegentlich werfe ich früher Geld ein, als das vielleicht sinnvoll ist. Ich bin hier aber sicherlich weniger schmerzbefreit, als die generelle App-Store-Kundschaft.

Die Freemiumisierung der iWork-Apps weckte deshalb zwangsläufig den Gedanken nach Alternativen auf. Und das nach Jahrzehnten (!), in denen ich Apples Word-, Excel- und PowerPoint-Äquivalente nie infrage gestellt hatte.

Screenshots eines mobilen App-Vorlagenladens, der verschiedene Vorlagenkategorien, vorgestellte Bildoptionen und eine Vorschau einer Mathematik-Leistungszertifikat-Vorlage zeigt; beinhaltet eine "Apple Creator Studio"-Abonnementwerbung.

Für klassische Rechnungsvorlagen denke ich dabei an Craft; iA Presenter kann Keynote ersetzen und unformatierte Texte tippe ich ohnehin in Ulysses.

Das ist alles nicht preiswerter, prinzipiell auch nicht besser und ersetzt ohnehin nur einen Teil des iWork-Funktionsumfangs. Für mich reicht’s, aber Apples iWork-Suite glänzte immer damit, so viele Bedürfnisse abzudecken. Obendrein war es die perfekte Werbung für Apples Hardware.

Deshalb war’s schade, dass der Gedanke über Alternativen überhaupt bei mir aufkam. Freemium hat einen Beigeschmack; bei einigen stößt er bitterer auf als bei anderen. Trotzdem bleibt ein Beigeschmack, den sich Apple leistet, weil man dem Creator Studio so mehr Aufmerksamkeit zukommen lässt. Und ich weiß nicht, ob’s das wert war.