„The Company Man“ tritt zurück

Ein Smartphone zeigt eine digitale Pressemitteilung über Führungswechsel bei einem Technologieunternehmen. Ein beigefügtes Foto zeigt zwei Männer, die auf einem befestigten Weg im Freien spazieren. Der Text auf dem Bildschirm lautet: PRESS RELEASE, April 20, 2026 Tim Cook to become Apple Executive Chairman John Ternus to become Apple CEO Tim Cook and John Ternus at Apple Park. CUPERTINO CALIFORNIA"

Today we announced that I’m taking the next step in my journey at Apple. Over the coming months I will be transitioning into a new role, leaving the CEO job behind in September and becoming Apple’s executive chairman. A new person will be stepping into what I know in my heart is the best job in the world. That leader is John Ternus, a brilliant engineer and thinker who has spent the past 25 years building the Apple products our users love so much, obsessed with every detail, focused on every possible way we can make something better, bolder, more beautiful, and more meaningful. He is the perfect person for the job.

Tim Cook

Wir überschätzen bekanntlich die Veränderung, die kurzfristig eintritt, und unterschätzen alle Veränderungen, die sich langfristig vollziehen.

Tim Cook bleibt über seine Zeit als Apple-Chef hinaus diszipliniert „in my new role as executive chairman“ – weil’s (geo-)politisch ansonsten zu viel Unruhe stiften würde.

Mit Selbstbeherrschung, Ruhe und Ordnung trimmte Cook sein Apple der letzten 15 Jahre auf einen rastlosen und unermüdlichen Terminkalender. Die Firma stand für wohl oder übel bei ihm dabei ausnahmslos an erster Stelle.

But I don’t think you can argue that Cook ever did anything for any reason other than what he believed was in the company’s best interest. Not his personal interest. Not employees. Not users. Not shareholders. Not developers (ha!). The company’s interest always came first.

John Gruber

Seine Übergabe an John Ternus läuft seit Jahren und könnte nicht rigoroser geplant und akribischer durchstrukturiert sein. Sie an einem ereignislosen Montag, nur wenige Tage nach dem runden Firmengeburtstag, zu verkünden – komplett dramafrei, war bestimmt genau nach seinem Geschmack. Alle dafür signifikanten Positionswechsel fanden bereits im letzten Herbst statt.

John Ternus trägt seinen Apple-Badge nicht nur die halbe Lebenszeit der Firma, sondern arbeitete seit 2021 als Hardware-Chef direkt mit Tim Cook zusammen. Er trug nicht nur alle langfristigen und strategischen Entscheidungen mit, sondern gestaltete sie mit.

Mich würde es nicht überraschen, wenn er mit ein paar populären, unkontroversen und naheliegenden Änderungen im September erste Sympathiepunkte einstreicht. Vielleicht hat Tim Cook sie ihm sogar bewusst als ein paar „low-hanging fruits“ aufgehoben.

Fundamentale, strategische und tiefgreifende Änderungen dagegen, die Apple tatsächlich auf seinem Kurs korrigieren, werden wir erst in Jahren sehen.

Apple bleibt unerreicht in seiner kompromisslosen Weiterentwicklung einmal vorgestellter Computer. Das iPhone bleibt mit seinem jährlichen Rhythmus das Paradebeispiel von diesem Ethos. Nicht alles gegen die Wand zu werfen und zu schauen, was kleben bleibt, schätze ich als Kunde.

Und trotzdem wünschte ich mir mehr Experimente, gerne mit öffentlichen Fehltritten und „dopey ideas“, die sich nicht in Millionenstückzahlen verkaufen (müssen).

Ternus knows the ins and outs of product development at a different level than Cook ever could. Given that Apple is, at its heart, a company that makes physical products and sells them, having someone who has spent decades at Apple working on those products feels like an opportunity for a positive change.

Jason Snell

Vielleicht hält Cook in Apples Board of Directors dem ehemaligen Hardware-Manager dafür den Rücken frei. Vielleicht stellt sich Tim Cook als „Company man“ und Chefdiplomat noch einige Jahre in Apples Dienste, um dem neuen Boss einen „laser focus“ auf Produkte zu geben. Das wäre sehr Tim-Cook-ish.