Für 6 Euro: das Experiment der Control Ultimate Edition

Allem voran ist Control die Art von Unterhaltung, die eure Zeit und Aufmerksamkeit wert ist – auch wenn der Schulterperspektiven-Shooter ursprünglich schon in den Zeiten von PS4 und Xbox One erschien.
Alter ist bekanntlich nur eine Zahl …
Anders als große Games-Publisher im App Store probiert Remedy Entertainment für seinen mobilen (Überraschungs-)Release eine andere Preisstufe: Control kostet einmalig 6 Euro.
Für eine vollständige Konsolenversion auf dem iPhone ist das ein echtes Experiment – selbst wenn das vom Brutalismus inspirierte Design in Control bereits ein paar Jahre alt ist.
Resident Evil, Hitman, Death Stranding oder Assassin’s Creed rufen im App Store bekanntlich traditionelle PC- und Konsolenpreise auf und bleiben dann trotz prominenter Werbung in Apples Keynotes (weit) hinter den Erwartungen.
Die Verantwortung für den anhaltenden Status quo teilen sich der Plattformbetreiber und das Entwicklerstudio, wobei ich Apples App-Store-Politik und ihr generelles Desinteresse an Videospielen im Fokus sehe.
„Macht die Games preiswerter, dann verkaufen sie sich auch!“ scheint genau aus diesem Grund eine zu einfache Argumentation. Die Kategorie der Premiumspiele im App Store besetzt eine Nische – nicht nur in Anbetracht des potenziellen Millionenpublikums. Mobile Triple-A-Games funktionieren (anscheinend) anders: Ihnen haftet eine gewisse Unverbindlichkeit und ein abweichendes Zeitinvestment an, das sich bislang durch Nichtverkäufe äußert.
Ob’s diesmal für 6 Euro klappt, inklusive Family Sharing sowie der inbegriffenen iPadOS- und macOS-Version, muss sich noch zeigen. Für mich war der Kauf und der anschließende 45-GB-Download ein No-Brainer; ich fürchte aber, die Probleme von App-Store-Premiumspielen sind struktureller.