Gedanken zur Keynote der WWDC 2026
„Was hat AI jemals für uns getan?“
„Easy. Mehr Arbeitsspeicher in Apples Computern seit 2024 und ein Snow-Leopard-Release1 im Jahr 2027!“
Für uns Europäer ist der Fokus aufs Bugfixing und die Performance sogar noch viel zentraler: Ein Drittel der gestrigen Keynote betrifft uns vorerst nicht.
Ein Drittel? Die Quantifizierung ergibt sich für mich aus der komplett umgekrempelten Keynote-Struktur.

Ich empfand es als äußerst zeitgemäß, die Betriebssysteme nicht mehr zu trennen, sondern Überschneidungen vorauszusetzen und gewisse Unterscheidungen herauszuarbeiten.
„Platform improvements – no notes!“
Wie zahlreich die kleinen „Quality of life“-Verbesserungen im Alltag ausfallen, zeigt sich im Sommer. Mit den ersten Betas auf meinen Geräten fühlt sich der von Apple betonte Geschwindigkeitsgewinn aber schon jetzt substanziell an.

Woher die Motivation für „Trust and Safety“ kam, erschließt sich mir nicht – insbesondere weil’s ein langatmiges und verhältnismäßig theoretisches Screen-Time-Segment war.
Und warum die Konzentration auf Kids? Prädestiniert für eine Screen-Time-Überwachung sind Erwachsene – „The kids are all right“.
Überhaupt fehlten mir Nuancen für alle Menschen, die durch eine solche Kontrolle speziell verwundbar sind. Und Erziehung lässt sich nicht outsourcen.

Siri AI meistert jetzt Weltwissen und zeigt erste agentische Ansätze. Das ist hilfreich, um etwa Fragen zu Bildschirminhalten abzuwerfen, mitunter ein paar Klicks bei der Informationssuche zu sparen oder bei der Erstellung von Content zu helfen.
Die Integration und die Möglichkeit, unterschiedliche Daten zusammenzuziehen, in einen „personal context“ zu stellen, ist der eigentliche Mehrwert; alleinstehende Apps existieren für alle gestern gezeigten Demos – in besserer Form. Das sind dann jedoch weitgehend abgekoppelte Datentöpfe.
Und das macht den Nicht-EU-Start von Siri AI auf iOS und iPadOS so frustrierend: Siri AI scheint tief in die Struktur der Betriebssysteme eingeflochten, nicht nur aufgesetzt. Die Trennlinien sind so unscharf, dass ich im Moment nicht einmal wüsste, auf welche Features wir genau verzichten müssen.
Es fehlt nicht mehr nur „iPhone Mirroring“; das gesamte OS fühlt sich zurückgelassen an – unabhängig davon, auf welchen Geräten welche AI überhaupt funktioniert und wie intensiv man das tatsächlich benutzt (weil’s AI-typisch einige fragwürdige Grenzen übertritt).

Schlussnotiz: Ich fand es bemerkenswert, dass es keinen Schnitt im Video oder verkürzte Darstellungen bei den Demos für Siri AI gab.
Das ließ die Präsentation in diesen Minuten superzäh wirken, ist dieser Tage aber sicherlich notwendig, um deren Authentizität und Machbarkeit hervorzuheben. Trotzdem muss es Apple arg aufgestoßen sein, so derartig die Luft und das Tempo rauszunehmen.