Seagate-Netzwerkspeicher mit Pogoplug-Fernzugriff auch vom iPhone
von alex olma | 26. November 2009 | 15:36 Uhr
Das FreeAgent DockStar von Seagate gleicht in Kombination mit dem iPhone einer lokalen Dropbox, die Zuhause unter eurem Fernseher steht. Oder in eurer Abstellkammer. Oder in der Küche. Wie man das auch immer mag. Aber fangen wir aber ganz von vorne an.
Seagate vereint im weißen Plastik-Dock einen USB-Hub mit drei Anschlüssen und einer Netzwerkschnittstelle. Dazu kommt an der Oberseite ein passgenauer Mini-USB-Knotenpunkt für eine FreeAgent Go-Festplatte. Der 2.5 Zoll-Datenträger ist in verschiedensten Farben mit derzeit 640GB erhältlich.
Die – besonders für diesen Artikel – spannende Neuerung ist jedoch die Lizenzierung der Pogoplug-Technologie, die alle Festplattendaten im Netzwerk (egal ob Zuhause oder von Außerhalb) in den (iPhone-)Zugriff rückt. Die futuristischeschicke pinke zweite Pogoplug Hardware-Generation erreicht Mitte Dezember ’09 die Marktreife und wird voraussichtlich Anfang des nächsten Jahres in Deutschland erhältlich sein – derweilen nehmen wir gerne mit der stilsicheren Seagate-Modifikation Vorliebe.
Die (Netzwerk-)Technologie ist identisch und als allgemein sehr benutzerfreundlich einzustufen. Nachdem ihr das Gerät aufgestellt und es mit einem Router oder einer Netzwerk-Weiche verbunden habt, kann die Konfiguration unter my.pogplug starten. Hier können die Daten der Festplatte eingesehen, Ordner (für Freunde) freigegeben oder Windows-Gruppen eingerichtet werden. Das Dock nimmt über die USB-Anschlüsse auch weitere Festplatten oder mobile Datenträger auf. Die Speicherlösungen können mit verschiedensten Dateisystemen wie Fat32, NTFS oder HFS+ daherkommen.
Neben der Weboberfläche sind für Linux, Windows und den Mac auch native Programme verfügbar, die eure angeschlossenen NAS-Laufwerke auch direkt in das Betriebssystem eurer Wahl einbinden. Die HDDs verhalten sich dann wie lokal angeschlossene Laufwerke. Je nach Geschwindigkeit des Drives und eures Netzwerks liegen die Transferraten im haushaltsüblichen Mittel. Große Geschwindigkeits-Einbrüche konnte ich auch mit verschiedenen Dateigrößen, die ich dem Laufwerk zum Fraß vorgeworfen haben, nicht feststellen.
Ein Problem hat das NAS-Laufwerk, wenn es softwareseitig nicht ‘Ausgeworfen’ sondern direkt von der Dockingstation abgezogen wird. Die Pogoplug-Software erkennt nach einem solchen Vorfall kein (oder nur ein ‘read-only’) Laufwerk, mit dem man gezwungen wird einen direkten Draht zum Desktop-Rechner zu suchen. Unter Mac OS muss dann das Festplattendienstprogramm ran und die Zugriffsrechte reparieren. In einem privaten Haushalt, der durchaus einmal von Stromschwankungen (und kleinen Kindern) betroffen sein kann, wirfst dies definitiv die Frage über dessen Praxistauglichkeit auf. Es bleibt die Hoffnung, dass sich ein Update dem Problem annimmt.
iPhone-Anbindung
Die kostenlose iPhone-Anwendung im App Store (Link) bietet den Zugriff auf die heimische Festplatte vom mobilen Gerät. Dabei können iPhone-kompatible Dateiformate gelesen, abgespielt und heruntergeladen werden. Dies beinhaltet beispielsweise PDFs, MP3s, JPGs oder MP4-Videodateien. Über eine stabile UMTS-Verbindung ist es damit ohne Probleme möglich, einen Videostream anzuwerfen wenn dieser auf der Festplatte bereits in der richtigen Auflösung vorliegt.
Für unterschiedliche Qualitätsstufen und eine ‘on-the-fly’ Konvertierung empfehle ich jedoch für Filme und Serien weiterhin Air Video – auch wenn dazu ein aufgeweckter Rechner notwendig ist.
Was mir gefällt ist der Bilder-Upload aus der iPhone-Photobibliothek. Leider fehlt eine Warteschlange, so dass derzeit nur ein Bild pro Übertragung hochgeschoben werden kann.
Die Seagate-Lizenzierung unterscheidet sich vom Original-Pogoplug durch eine jährliche Abo-Gebühr für den Zugriff der Daten über das Internet. Beim Kauf des DockStars ist die Gebühr für 365 Tage inklusive, danach soll ein Jahresbeitrag von rund 30 Dollar – für den Zugriff von Außerhalb der eigenen vier Wände – anfallen.
Fazit
Das FreeAgent DockStar und die FreeAgend Go-Festplatte sind stilsichere Hardware. Das einjährige Pogoplug-Abo ist für alle diejenigen interessant, die ihre Daten nicht auf einen US-Server der Dropbox platzieren wollen und trotzdem einen komfortablen Netzwerkzugriff auf die heimische Festplatte wünschen. Ob die Mitgliedschaft über das erste (mitgelieferten) 365 Tage-Paket hinaus erwünscht ist, und ob sich daher der Original-Pogoplug ohne weitere Abo-Gebühren aber mit einem leicht höheren Anschaffungspreis rechtfertig, kann nur prophetisch beantwortet werden. Was wir nicht tun wollen…
Softwareseitig ist noch Einiges abzuarbeiten. Sowohl die iPhone-Anwendung gehört abgeschliffen. Und auch das ‘Problem’ mit dem plötzlichen Ausstecken von Festplatten und der notwendigen Reparatur von Zugriffsrechten muss behoben werden. Für den Abruf von kleineren Dokumenten wie PDFs, Photos oder Musikdateien lässt sich der iPhone-Anwendung durchaus gut verwenden.
Das aktuelle Hardware-Paket aus Festplatte und Dock bietet ein vernünftiges Verhältnis von Preis und Leistung. Privatanwender freuen sich über einen unkomplizierten Sync-Service mit Fernzugriff auf ihre Dateien.
Die Reviewmuster sind uns von Tech Depot zur Erstellung dieses Testberichtes zur Verfügung gestellt worden. Der Online-Shop richtet sich an gewerbliche Einkäufer und jeden, der mit einem Gewerbeschein die etwas günstigeren Konditionen beziehen kann. Dort lassen sich derzeit ab Lager sowohl DockStar als auch die FreeAgent Go-Festplatte bestellen, weshalb wir an dieser Stelle gerne darauf verweisen und uns für die Unterstützung bedanken!
* Alle selbstproduzierten Videos gibt es ‘iPhone-kompatibel’ auch in unserem Podcast-Feed, den ihr beispielsweise über iTunes oder einem anderen Multimedia-Verwaltungsprogramm eurer Wahl abonnieren könnt.
Hi, Sehr interessanter Bericht! Könnte ich dann darüber auch mein Time Machine Backup machen und spare mir damit die Timecapsule?
Gruß Flo
Stephan
Es ist letztendlich ein NAS – du kannst, wenn du per Terminal den Schreibzugriff auf normale NAS aktivierst, auch dein TimeMachine Backup drauf machen. Von der Geschwindigkeit ist es bei mir nicht viel langsamer als meine TimeCapsule.
Mailinator
Muahaha 30 $ im Jahr damit man auf seiner eigenen Festplatte auf seine eigenen Daten zugreifen kann. Sorry, aber da wecke ich meinen Rechner lieber auf wenn ich was brauche. Wake on LAN macht's möglich. (App: iNet WOL) Per Remote-Desktop kann ich sogar begrenzt am Rechner arbeiten (iTap RDP), alles über 3G.
Das einzige Problem ist, dass man die aktuelle IP-Adresse des Routers kennen muss bevor man aus dem Haus geht, die ändert sich bei normalen DSL-Anschlüssen ja alle 24h durch den Disconnect. Leider.
Mailinator
Das Problem mit der IP hat man bei der hier vorgestellten Lösung natürlich auch.
http://www.iphoneblog.de iphoneblog
DynDNS bekäme 'das Problem' mit der wechselnden IP in den Griff. Aber gerade deshalb weil man's komfortabel haben möchte, ist diese NAS-Lösung sicherlich interessant für Einige.
Ich habe jetzt auch so ein SuperDock. Was mich sehr beunruhigt ist das die Festplatte immer arbeitet. Warum. Ich greife nicht drauf zu doch die HD rattert die ganze zeit. Sie geht seit 3Tagen nicht in den Sleepmode. Ich glaube nicht das eine HD das auf dauer mitmacht. Ist das nur bei mir so oder hat das noch jemand?
http://www.iphoneblog.de iphoneblog
Mac OS X? Hast du in den Systemeinstellungen eventuell angekreuzt, das die HDDs nie in den Schlafmodus gehen sollen?
elmos04
Ich habe mac OSX. Habe aber das Programm nicht gestartet. Also kein Zugriff auf die HD. Die iPhone app ist auch nicht an. Trotzdem rattert die HD immer. In den Web Einstellungen habe ich keine Option gefunden das man da was falsch machen könnte. So ist das teil ein super Teil und mach schon spass. Danke für den Tip.
http://www.iphoneblog.de iphoneblog
Schau' doch mal unter die Systemeinstellungen -> Energy Saver -> Put the hard disk(s) to sleep when possible. Ich weiß allerdings nicht, ob das auch Netzwerkplatten betrifft…?
Wer eine beliebige iPhone-App im iTunes App Store über diesen Link kauft, seinen Mac mit Programmen aus dem Mac App Store bestückt oder ein Produkt seiner Wahl bei Amazon bestellt, unterstützt das iPhoneBlog mit einem kleinen Prozentsatz des (unveränderten) Kaufpreises.
Flattr verteilt kleine Mikrozahlungen, mit denen Ihr persönlich diesem Blog kleine Aufmerksamkeiten zukommen lasst. Über diesen Button; jeden Monat neu. Vielen Dank dafür!
Pingback: Tweets die Seagate-Netzwerkspeicher mit Pogoplug-Fernzugriff auch vom iPhone erwähnt -- Topsy.com
Pingback: Bits und so #175 (No Soup For You) | Bits und so
Pingback: [KlimBim] PogoplugHD, ‘Social for the iPad’, TomTom-Halterung, iPad-Rotation-Lock, iOS-Geräteverteilung
Pingback: [24-Tage-im-Dezember] Seagate FreeAgent Dockstar – 09/24