‘In-App’-Kaufrichtlinien ohne Preisdiktat aber weiterhin mit offenen Fragen

von alex olma | 9. Juni 2011 | 13:16 Uhr

IPhoneBlog de App Store Review Guidelines

Heise.de entdeckt: Aus alt…

11.13 Apps can read or play approved content (magazines, newspapers, books, audio, music, video) that is sold outside of the app, for which Apple will not receive any portion of the revenues, provided that the same content is also offered in the app using IAP at the same price or less than it is offered outside the app. This applies to both purchased content and subscriptions. [Emphasis added]

…wird neu:

11.14 Apps can read or play approved content (specifically magazines, newspapers, books, audio, music, and video) that is subscribed to or purchased outside of the app, as long as there is no button or external link in the app to purchase the approved content. Apple will not receive any portion of the revenues for approved content that is subscribed to or purchased outside of the app

Die diskutierten Guidelines für In-App-Käufe enthalten nicht mehr den Passus, digitale Inhalte ‘zum gleichen oder niedrigeren Preis‘ anbieten zu müssen. Ein (Web-)Link auf externe Shops bleibt trotzdem untersagt.

Die Veränderung ist beachtenswert, galt (für mich) aber schon im Februar als schwierig umzusetzen:

Es muss (meiner Meinung nach) möglich sein, sein bestehendes Netflix-Konto oder seinen bezahlten Dropbox-Account am iPhone oder iPad einzutragen und ohne Probleme zu verwenden. Auch wenn es sich im weitesten Sinne um ein ‘Abonnement’ mit monatlich wechselndem Geldbetrag handelt.

Schön, dass diese praxisuntaugliche Passage gestrichen wurde.

Falls alle Verleger dazu berechtigt werden, eine kostenlose Digital-Beilage ihrer Publikation einem Print-Abo zu spendieren, dürfte die ehemalige Aufregung vom Jahresbeginn erheblich an Brisanz verlieren.

Damit können Verlagshauser nun beliebig teure ‘In-App’-Abos verkaufen und die Apple-Steuer von 30-Prozent ausgleichen. Bereits bestehende Zugänge lassen sich übernehmen – der Condé-Nast-Verlag macht davon bereits Gebrauch.

An dem untersagten (Link-)Verweis zur Webseite könnten einige Interessenten jedoch scheitern und das (bequemere) ‘In-App’-Modell verwenden. Die Verleger betonten mehrfach, dass ihnen der Verkaufspreis egal sei aber der fehlende Zugriff auf die Nutzerdaten das Problem darstellt. Mittlerweile scheint man entspannter und glaubt an hohe ‘Opt-In’-Quoten:

Initially, publishers were worried, reasonably enough, that users would overwhelmingly say no. But they don’t. In fact, about 50 percent opt in.

Unter diesem überarbeiteten Regelwerk dürfte auch “Apples erstes 30-Prozent-Opfer“, die E-Book-App ‘iFlow Reader’, zurückkehren. Jetzt wird sich zeigen, wie viel Publicity beim öffentlich inszenierten Abgang mit im Spiel war.

Trotzdem gilt: Solange wir keine praktischen Umsetzungen (von ausschlaggebenden Apps wie dem Amazon Kindle, Netflix, etc.) dieser Vorgaben sehen (Text-Erläuterungen scheinen nicht auszureichen), bleiben diverse Fragen und Anwendungsfälle ungeklärt.

  • http://twitter.com/krahe Jens Krahe

    Amazon hat gewonnen.

    • http://twitter.com/SPeitsch Sebastian Peitsch

      Hey, kurze OT Frage: bist Du das Love-Child der Bundesliga Manager Professional Programmierer?
      :-D

      • http://twitter.com/krahe Jens Krahe

        Leider nein, das war Werner Krahe. Ich mache “nur” UX kram für Unternehmen.

  • Anonymous

    Schön dass die Passage endlich gecancelt wurde. Allerdings hätte sie wohl immer noch Bestand ohne den weitreichenden Protest der Verleger, der vom iPhoneblog ja gerne mal ins Lächerliche gezogen wurde.

    • http://twitter.com/SPeitsch Sebastian Peitsch

      Ich glaub ich weiß was Du meinst. Eventuell wäre es besser gewesen zu schreiben “Ohne den weitreichenden Protest der Verläger hätte sie wohl immer noch Bestand”.

      Mal ganz davon ab dass Du da nen schönes Strohmann-Argument anbringst. Die Verleger sind nicht lächerlich, weil sie weniger Geld abliefern wollen, sondern weil sie gegenseitig von einander abschreiben und eine lausige journalistische Arbeit liefern, und nicht unabhängig über die Thematik berichten, sondern eindeutig lobbyartig ihre eigene Informationsmacht mißbrauchen, um Front gegen Apple zu machen.

      Dass das für Dich etwas ist, was man nicht kritisieren sollte, spricht Bände. Wenn Dir eine “vierte Macht im Staat” gefällt, die sobald es um eigene Interessen geht jeglichen Anflug von Objektivität wegwischt, dann will ich gar nicht wissen was es sonst noch so alles gibt in den Medien wo das genau so der Fall ist ich aber überhaupt nicht weiß, dass es so ist, weil ich in der Materie nicht genug informiert bin.

      • Anonymous

        Wenn Du so auf Objektivität pochst, frage ich mich warum Du den iPhoneblog liest. Und dass Verlage private Unternehmen sind, ist Dir schon bewusst, oder?

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