Welchen Wert besitzt eine App-Store-Freigabe?

von Alex Olma | 25. Mai 2012 | 00:21 Uhr

Rouge Amoeba, die Audio-Experten, sind vom App-Store-Prüfprozess hart gebeutelt: 2009 flogen sie mit Airfoil Speakers aus dem Download-Angebot, weil irgendeine Flitzpiepe nicht verstand, dass es Apple selbst ist, die im Netzwerk Bilder von teilnehmenden Rechnern ausliefern. Wir lachten. Jetzt folgt die zweite Kündigung der Geschäftspartnerschaft, die bislang allerdings keine offizielle Begründung erhielt.

Today, we’ve been informed that Apple has removed Airfoil Speakers Touch from the iOS App Store. We first heard from Apple about this decision two days ago, and we’ve been discussing the pending removal with them since then. However, we still do not yet have a clear answer on why Apple has chosen to remove Airfoil Speakers Touch.

Eine mögliche Erklärung findet sich als erster Kundenkommentar im Entwickler-Blog zur ursprünglichen Ankündigung von Airfoil Speakers Touch in Version 3.

IPhoneBlog de RogueAmoeba

Egal ob dies die tatsächliche Ursache zum nachträglichen Rausschmiss ist, fest steht, Apple warf bereits andere AirPlay-Apps aus seinem Store. AirTuner und AirView sind zwei prominentere Beispiele aus den vergangenen Jahren, die einen Abgang machten und damit auch aktuell jede absurde Verschwörungstheorie vom Tisch fegen, die Apple unterstellt, den ‘Frühjahrsputz’ in ‘Vorbereitung’ auf ein eigenes iOS-Feature zu tun.

Dass iPhones und iPads zukünftig auch AirPlay-Empfänger spielen dürfen, halte ich für möglich. Es ist jedoch verschenkte Geisteskraft anzunehmen, Apple würde sich die Mühe machen, aus eigenem Antrieb seinen App-Store-Katalog durchzublättern und mögliche Konkurrenten, die ohnehin in der Bedeutungslosigkeit versinken sobald der Hersteller vom Betriebssystem eine vergleichbare Funktion einführt, zu entfernen.

Die gesamte Diskussion soll jedoch nicht verbergen, wer hier nicht nach den (eigenen) Regeln spielt. Auf was sollen sich Entwickler verlassen, wenn nicht auf die hochoffizielle App-Store-Freigabe? Wer den Verkauf eines bestimmten Funktionsumfangs freigibt, muss dazu stehen. Es darf kein Glücksspiel sein, einmal genehmigte Funktionen, auf die App-Store-Verkäufer bauen, mit dem nächsten Update wieder in Zweifel zu ziehen. Passend dazu: die derzeit diskutierte Flattr-Integration von Instacast.

  • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

    Hm.

    Wenn man sich überlegt dass “Apple Geniuses” empfehlen, Tasks zu killen, dann stellt sich meiner Ansicht nach auch die Frage, wie gut geschult die Leute sind, die am Approval-Process arbeiten. Wenn solche Dinger wie Pikachu-Apps im Appstore auftauchen, die nach dem Start abstürzen, frage ich mich, wie jemand der bei Apple arbeitet erkennen soll, ob eine App eine reverse-engineered component enthält.

    Und wir sind uns ja alle irgendwo einig dass die Amöben seit Anbeginn ihrer Arbeit immer Dinge im System vorgenommen haben, die andere Leute nicht konnten.

    Bei Leuten wie John Carmack kommt dann Quake bei raus und alle sind begeistert. Damals gab es aber auch noch keinen Appstore. Das ist meiner Ansicht nach so irgendwo die nächste Baustelle bzw. Frage. Wenn Carmack irgendwann Assembler-like “optimizations” vornimmt damit die nächste Inkarnation seiner Shooter auf einem iPad 3 schneller läuft als alle anderen Programme, kommt er alleine deshalb schneller durch den Approval-Process weil er bekannt ist? Ich meine es wird Gründe dafür geben, warum nach der Veröffentlichung des iPad 3 Marco Arments Instapaper an einem Freitagnachmittag innerhalb von vier Stunden durchgeprügelt wurde.

    Klar ist das alles “unfair” wenn Apple ein Programm auf einmal kickt aber man muss doch auch die andere Seite sehen. Wenn irgendwann Apple sagt “so nicht” dann ist das erst einmal ihr Recht. Problematisch wird es, wenn sie es nicht ordentlich begründen. DAS ist es, was hier das Problem ist, nicht die Unsicherheit an sich (und ja ich weiß dass ich grade Gruber nachplapper aber er hat da einfach Recht). Es geht nicht darum, dass das hier doof läuft, sondern dass es Regeln geben muss die für alle gelten und dass man eine Begründung bekommt. Wenigstens ist es dann so dass das mahnende Beispiel EINES Herstellers dafür sorgt, dass niemand Anderes den gleichen Fehler macht, insofern er die Nachrichten verfolgt. Das ist keine Ideallösung aber wenn wir ehrlich sind funktioniert so selbst die Gesetzgebung. Die Dinge verändern sich und man stellt neue Regeln auf und wendet sie an.

    Das ist auch so der Grund warum ich nicht begreife wie man Apple bezüglich des Collusion Prozesses mti den Verlagen verteidigen kann. Da wird eindeutig zusammen gearbeitet, um die Mindestverkaufspreise über die 9,99$ von Amazon zu heben und alle Bloggerwelt schlägt die Hände über dem Kopf zusammen dass das doch keine Preistreiberei ist weil es ja generell so wäre dass die verlage ja auch niedrigere Preise setzen könnten, wenn sie wollten.

    Das ist ungefähr so als ob man sagt “Ich hätte mit dem Messer, dass Dir im rücken steckt, ja auch nen Tomatensalat zubereiten können”.

    Aber ich schweife ab.

    Und ich hätte das (wieder mal) nicht hier in die Kommentare rotzen sollen sondern bei mir hinpacken ;-)

    Edit: ganz vergessen, die Antwort auf die Frage ist: gar keinen. Es hat Null Wert. Im AppStore drin zu sein ist so wie wenn Deine Freundin ein Supermodel ist. Freu Dich über jeden Tag, den ihr miteinander verbringen könnt, und wenn sie irgendwann die Tür nicht mehr aufmacht freu Dich über die Zeit die Du mit ihr verbringen konntest. Das sind einfach die Realitäten so wie sie sich im Moment darstellen.

    Die Frage ist ob das alles unfairer ist als jederzeit von Firmen wie intellectual ventures für irgendeine Sache in der eigenen App verklagt werden zu können. Eine App zu haben ist eben nicht so einfach und es ist wie auf hoher See. Wer was Anderes glaubt ist naiv.

    • Markus (motu90)

      +1 für deine regelmäßigen, ausführlichen und guten Kommentare :)

  • http://twitter.com/koios_ koios

    Nach Mitternacht zu bloggen führt zu bösen das/dass-Fehlern ;-)

    • http://www.iphoneblog.de/ iphoneblog

      Oh, wie wahr! :)

  • http://www.sebbi.de/ Sebastian H.

    Tja … der Supermodel Vergleich gefällt mir ;-) Cinemagram ist ja auch kurz aus dem App Store geflogen, weil irgendwem die fotografierten Nackedeis nicht gefallen haben. Sehr wählerisch diese Weibchen, denen alles zufliegt :D

  • Pingback: Airfoil Speakers Touch: Apples AirPlay-Einschränkung lässt sich aufheben – iPhoneBlog.de

Partner

Iqd

Rock 'n' Roll

IP Ad

Support

Wer eine beliebige iPhone-App im iTunes App Store über diesen Link kauft, seinen Mac mit Software aus dem Mac App Store bestückt oder ein Produkt seiner Wahl bei Amazon bestellt, unterstützt das iPhoneBlog mit einem kleinen Prozentsatz des (unveränderten) Kaufpreises.

Flattr verteilt kleine Mikrozahlungen, mit denen Ihr persönlich diesem Blog kleine Aufmerksamkeiten zukommen lasst. Über diesen Button; jeden Monat neu. Vielen Dank dafür!