von Alex Olma
30. Dezember 2012 – 23:37 Uhr

‘The Next Web’ stellt Android-Mag ein (und konzentriert sich auf iOS)

IPhoneBlog de TNW Mag only on iOS

[...] for every Android user that downloads an Android magazine we have 80 iOS downloads.

146 Kommentare begleiten die Zeilen von TNW-Mitbegründer @Boris und ergießen sich in der bekannten (und mittlerweile recht langweiligen) Auseinandersetzung zwischen iOS und Android. Die Unterschiede zwischen der quantitativen Anzahl verkaufter Telefone und Tablets sowie dessen qualitativen Verwendung bezweifelt keine Statistik. Stichwort: Web-Nutzung.

Die interessante Aussage verbirgt die letzte Passage:

We tried an Android magazine, and found out it just isn’t worth the effort. Does that mean that Android sucks? Ehm, no, and there is no reason to tell us how cool Android is in the comments, because we understand it is. It just means that with the current state of technology and the way the market is divided we can’t afford to invest in it anymore.

Nur damit es deutlich wird: Für ein reines Online-Magazin lohnt es sich (finanziell) nicht, eine spezielle Tablet-Edition zu veröffentlichen. Auch wenn’s hier nur um die Android-Ausgabe geht, ist das ein arg niederschmetterndes Resultat für die hoffnungsverliebte Branche von Zeitungen und Zeitschriften.

Nun kennen wir das Budget nicht, das TNW für die Umsetzung, Anpassung und Pflege bereit war, auszugeben. Die Inhalte liegen jedoch bereits digital vor, die Leserschaft kann wohl als technikaffin klassifiziert werden und ‘The Next Web‘ spielt bezüglich der Größe seiner Leserschaft auf Augenhöhe mit Top-US-Technikseiten wie Engadget.

Nur weil mittlerweile die Möglichkeit besteht, digitale Magazine zu erstellen, zu veröffentlichen und zu vertreiben, rettet dieser Umstand alleine keine klassische Print-Publikation. Schon jetzt ist zu beobachten wie andere Ansätze funktionieren (The Magazine) und man sich auf traditionellen Trampelpfaden verirrt (The Daily).

Das iPad dreht die Uhr für Verleger nicht einfach zurück. Wer geglaubt hat, die dunkle Zeit der kostenlosen Webseiten-Kultur hinter sich zu lassen, sollte aufwachen. Dieses Web, das wird durch mehr iPads und iPhones nur noch wichtiger.

  • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

    Related: http://uptake.co/who-is-reading-magazines-on-android

    Übrigens ist das Magazin kostenlos wenn ich das jetzt nicht komplett falsch überschaue. Auf Android kann man (laut eines Tweets https://twitter.com/m4tt/status/285516055516950528 ein Abo abschließen).

    Von daher frage ich mich ehrlich gesagt ein wenig wie man aus den Downloadzahlen einer Gratiszeitung auf die Gesundheit des digitalen Magazinmarktes schließen will.

    Wir haben hier auch Mittwochs und Sonntags Gratiszeitungen im Flur liegen im Haus. Daraus würde ich jetzt nicht schließen wie gut sich die Neue Westfälische verkauft.

    • http://twitter.com/spuall Oliver Mielentz

      Der Vergleich hinkt aber schon recht stark. Gerade kostenfreie Magazine leben ja von der Werbung und im onlinemarketing ist damit die Download Zahl die wichtigste Kennziffer zum akquirieren von Werbepartnern.
      Der Download ist dabei immerhin etwas, was der “Kunde” bewusst getan hat weil ihn das Magazin/ein Artikel interessiert. Das wär eher so als ob du die neue Westfälische am Kiosk abholen würdest.
      Daher gibt es dann Wilde Formel, nach denen man die Downloadzahl auf Basis der Werbepartner in Einnahmen umrechnet ;)

      • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

        Hi Oliver,

        welchen Vergleich meinst Du? Ich hatte ja zwei genannt, den von Alex und dann habe ich selbst einen Vergleich zum Auf-toten-Bäumen-drucken-Zeitungsmarkt gezogen.

      • http://twitter.com/spuall Oliver Mielentz

        Hallo Sebastian,
        Den Vergleich mit den toten Bäumen.
        Gratis Zeitungen als Hauswurf sind sicherlich kein Indiz dafür wie stark das Interesse an der Zeitung sind. Einen Download würd ich da wesentlich eher als Interessenbekennung sehen. Gratisangebote sind ja grundsätzlich schon etwas, womit man allgemeines Interesse ausloten kann. Wenn sich nichtmal bei gratis oder werbefinanzierung brauchbare downloadzahlen erzielen lassen kann es ja nur noch an schlechtem Content oder halt Desinteresse am Modell (im Sinne von Magazin App.) allgemein liegen.

      • http://www.appleoutsider.de/ AppleOutsider.de – Sebastian P

        Hi Oliver,

        ich hab das mal hier beantwortet

        http://www.appleoutsider.de/2013/01/01/80-zu-1-oder-warum-man-alles-selbst-machen-muss/

        Irgendwann ab 500 Wörtern wurde das für die Kommentarspalte zu lang :-)

  • http://thosch.blogsite.org Thomas Schewe

    Deinen Schluss kann ich nicht ganz nachvollziehen. Die Ausgabe für das iPad lohnt sich scheinbar sehr wohl, sodass TNW weiterhin die bisher investierten Ressourcen und künftig auch die für die Anpassung an Android aufgewendeten Ressourcen (4? Tage pro Ausgabe) die iPad-Edition stecken wird.

    Problem war hier nicht die Marktakzeptanz als solches, sondern die – von Dir kurz angesprochene – nicht vorhandene “Nachfragerelevanz” von Andoidnutzern.

    • http://www.androidradar.de/ Leif

      Wovon viele nicht einmal wussten das es existiert. Die Beschränkung auf nur ein Device (Nexus7) tat ihr übriges.

      Wobei ich dem Ansatz von Alex zustimme – das Magazin Format passt einfach nicht mehr in diese Zeit. Jeff Jarvis hatte dazu auch mal einen schönen Artikel veröffentlicht. Vor 15 Jahren hatte ich noch 2-3 Magazine im Abo und andere gelegentlich gekauft, aber heute? Vielleicht eines alle paar Monate. Für die News Branche ist es ein zu langsames Medium und für technologische Testberichte wie früher war es schon immer zu sehr von den Werbepartnern beeinflusst. Was noch vereinzelt funktionierten mag sind sehr spezifische Themen wie Kunst und dergleichen.

      • http://thosch.blogsite.org Thomas Schewe

        Kann dem Artikel nicht entnehmen, dass es nur für das Nexus 7 entwickelt wurde. Die einzige Aussage mit Bezug auf das Nexus ist, dass man sich ein gekauft hätte. Auf dem obigen Bild wird auch eine Android App beworben (oben rechts) und nicht eine App for Nexus 7.

      • http://thosch.blogsite.org Thomas Schewe

        Ich glaube, dass Magazine auch außerhalb von Nischen wie Kunst oder dergleichen funktionieren. Aus meiner Sicht funktionieren sie sogar im IT- und Gadgets-Bereich.

        Dass Magazine für kurzlebige Informationen (News) nicht mehr das richtige Medium sind, da stimme ich Dir voll zu. Das zeigt der Neuigkeitenteil der c’t zu deutlich: alles Dinge, die man schon bei heise online gelsen hat. Das braucht man nicht (nochmal) in gedruckter Form.

        Das von Dir angesprochene Problem der Objektivität von Testberichten ist IMHO keine Frage der Magazinform. IMHO ist völlig egal, ob die Testberichten gedruckt, online oder als Video verteilt werden. Wenn Werbepartner Einfluss nehmen, dann tun sie das. (Persönlich lese ich lieber gedruckte Test, weil sie für mich handhabbarer sind…)

        Die Magazinform hat für mich dann eine Chance, wenn es nicht um Tagesaktualität geht, sondern um Recherche und ein tieferes Eindringen in die Materie. Bei News habe ich den Eindruck, dass letztlich Alle mehr oder minder voneinander abschreiben und es nur noch um die Schnelligkeit geht. Hier kann das Magazin durch einen gewissen Tiefgang punkten. Dass das auch bei IT-Themen geht, zeigt für mich wiederum auch die c’t. Hier werden Themen, die nicht unbedingt aktuell sind, detailliert aufbereitet.

        Ein weiteres Beispiel ist für mich Marco Arments The Magazine, dass sehr schnell seine zahlende Leserschaft gefunden hat.

  • Pingback: 80 zu 1 oder warum man alles selbst machen muss()

iPhoneBlog–Social

Sponsorship

Support

App Store

Wer eine beliebige iPhone-App im App Store über diesen Link kauft, seinen Mac mit Software aus dem Mac App Store beglückt oder ein Produkt seiner Wahl bei Amazon bestellt, unterstützt das iPhoneBlog mit einem kleinen Prozentsatz des (unveränderten) Kaufpreises.

Flattr verteilt Mikrozahlungen, mit denen Ihr persönlich diesem Blog kleine Aufmerksamkeiten zukommen lasst. Über diesen Button; jeden Monat neu. Vielen Dank dafür!

Archiv

Gastfreundschaften