FaceTime über UMTS: das sagen T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus

Ich habe vier deutsche Mobilfunkanbieter gefragt ob sie Apples Videotelefonie FaceTime, das mit iOS 6 erstmals offiziell auch über UMTS funkt(-ioniert), gratis anbieten oder (auf bestimmte Tarife) einschränken.
Eine Fußnote auf Apple.com/ios6 verrät, dass FaceTime über UMTS ein iPhone 4S oder ein iPad der dritten Generation voraussetzt und Apple den Telefon-Gesellschaften die technische Möglichkeit einräumt, dafür eine bezahlte Zusatzoption anzubieten.
AT&T-Chef Randall Stephenson zeigte sich auf Rückfrage in dieser Woche zurückhaltend: “it’s too early to talk about pricing”. T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus schließen sich zum jetzigen Zeitpunkt mehr oder weniger an.
Vodafone
[…] alle Tarife von Vodafone, die VoIP und Tethering zulassen, bieten Kunden auch die Möglichkeit, Facetime zu nutzen.
Aktuell also ab einem ‘SuperFlat Internet Plus‘-Tarif (und höher), der für Neukunden bei monatlich 44.95 Euro startet. ‘SuperFlat Internet Wochenende & SMS‘ und ‘Vodafone Allnet 100 Internet Spezial‘ (jeweils 19.95 Euro) schließen Voice-over-IP, Tethering und Peer-to-Peer explizit aus. Ein bezahltes Paket für ‘Internet-Dienste‘ lässt sich separat dazubuchen.
E-Plus
[…] wir werden “FaceTime” nicht blockieren und auch nicht mit einer Option bepreisen. Wenn der Kunde diesen Dienst nutzen möchte, dann kann er dies tun. Eine weitere Voraussetzung ist natürlich, dass Apple diesen Dienst für alle Carrier freischaltet.
Eine klare Ansage.
T-Mobile
[…] derzeit können wir noch nichts konkretes zu FaceTime sagen, da wir leider noch nicht genau wissen, wie der Apple Dienst technisch aussieht.
Die Telekom bietet in ihrer Tariflinie Complete Mobil die Möglichkeit der Internet-Telefonie. Diese ist in den Tarifen Complete Mobil L und XL bereits enthalten und kann in den Tarifen Complete Mobil S und M zugebucht werden.
‘Complete Mobil L‘ beginnt bei 44.95 Euro. Die Extra-Option für kleinere Tarife kostet 9.95 Euro pro Monat.
O2
Facetime nutzt den SIP-Standard. Es funktioniert also als VoIP mit Bild. In unseren aktuellen Tarifen fürs iPhone ist das erst ab o2 Blue L über das Mobilfunknetz möglich. Sie fragen aber nach iOS 6 und unserer Tarifgestaltung ab Herbst.
Dazu kann ich leider nur sagen, dass es noch zu früh für diese Frage ist. iOS 6 muss erst offiziell veröffentlicht werden [...]. Wir halten uns noch alle Optionen offen.
‘Blue L‘ kostet 53.99 Euro. Für die günstigeren Vertragstarife existiert ein ‘Surf Upgrade‘, das monatlich 9.99 Euro verlangt und damit die bisherigen VoIP-Dienste zulässt.
Noch drei kurze Schlussbemerkungen zu diesem Beitrag, der nicht wertend zu verstehen ist sondern lediglich den Status quo im Vorfeld der iOS-6-Veröffentlichung abbildet.
a) Fehlt eine entsprechende VoIP-Tarif-Option, drosseln einige Anbieter die Verbindungsqualität. b) Ein iPad, das über einen persönlichen Hotspot eines iPhones angebunden ist (oder umgekehrt), nutzt schon jetzt FaceTime über die Mobilfunkleitung. c) Die FaceTime-Gesprächsminute ‘kostet’ (grob überschlagen) zwischen zwei und drei Megabyte an Verbindungsdaten.
T-Mobile USA will zum Jahresende iPhones verkaufen
As part of the company’s network modernization effort, T-Mobile also plans to launch 4G HSPA+ service in the 1900 MHz band in a large number of markets by the end of the year. [...] Rolling out 4G HSPA+ services in the 1900 MHz band will also provide customers with the ability to use a broader range of devices, including the iPhone, on T-Mobile’s 4G network.
T-Mobile ist der viertgrößte Mobilfunkanbieter in den USA und aktuell der einzige Provider ohne offizielles iPhone-Angebot. Zum Vergleich: T-Mobile USA zählt knapp 34 Millionen Kunden. Sprint Nextel (55 Millionen), AT&T (103 Millionen) und Verizon (108 Millionen) sind deutlich größer.
Die drei US-Mobilfunkanbieter mit iPhone im Programm verkauften im ersten Quartal 2012 insgesamt 13.5 Millionen Smartphones – neun Millionen stammen von Apple. Umgerechnet bedeutet das: Zwei von drei verkauften US-Smartphones sind iPhones.
Tipp: Neben dem Milliardenaufwand für den geplanten Netzausbau sollte auch noch ein bisschen Geld für neue Werbespots übrig bleiben.
Windows-Phone-Updates zukünftig undurchsichtiger

News aus dem offiziellen Windows Phone Blog:
As we continue our growth, we won’t be individually detailing country, model, and carrier details on the Where’s My Phone Update? site any longer. And instead of my weekly blog posts, the official Windows Phone website will be the primary place for news and information about our updates, just as Microsoft Answers is there for your support questions.
“Where’s My Phone Update?” war ist eine durchaus kuriose Anlaufstelle um den Software-Update-Status für Windows-Phone-Käufer nach Land, Mobilfunkanbieter und Gerät zu überprüfen. Microsofts Bemühung, über diesen Weg für Transparenz in der eigenen Software-Auslieferung zu sorgen, war von Beginn an bemerkenswert. Für 2012 scheint der gute Vorsatz nicht mehr zu gelten.
Microsofts Kunden sind nicht die tatsächlichen Käufer ihrer Telefone sondern Vodafone, T-Mobile und Co. – nicht grundlos durften Netzbetreiber Betriebssystem-Updates vorab genehmigen und auch zukünftig weiter “anfragen“:
This week we started to make a new Windows Phone update —8107—available to many Windows Phone customers. The update, available to all carriers that request it, is part of our ongoing maintenance of Windows Phone.
Wie hoch die Motivation für kosten- und zeitintensive (Performance-)Tests ausfällt, die keinen zusätzlichen Kunden-Cent in die Kasse spülen, darf man sich ausmalen. “Where’s My Phone Update?” schuf zumindest eine gefühlte Offenheit, bei der man mit dem Finger auf die faulen schwarzen Schafe zeigen konnte, die ihren Pflichten nicht nachkamen. Genau dies wird nun schwieriger.
iPhone 4S: Jetzt vorbestellen

Das iPhone 4S lässt sich seit dem heutigen Vormittag im Apple Online Store, bei T-Mobile*, Vodafone* oder O2* vorbestellen. Der Verkaufsstart erfolgt am 14. Oktober – nächsten Freitag – in den USA, Kanada, Australien, UK, Frankreich, Japan und Deutschland.
Sowohl Vodafone als auch O2 werben (im Gegensatz zur Telekom) hierzulande damit, ihre Vertragsgeräte ohne Netlock zu verkaufen.
Wer (spezielle) Tarif-Tipps parat hat, ist herzlich zu einem Kommentar eingeladen. Ich wäre sehr daran interessiert, wie, wo und zu welchen Konditionen ihr eure Verträge abschließt.
* Affiliate-Link
Tic Tac Toe: Jailbreak unter iOS 4.3.3

Apple behebt auch mit iOS 4.3.3 nicht den aktuellen Jailbreak-(Userland-)Exploit. Damit ist die ungebundene Freischaltung mit 100-prozentigem Dateisystem-Zugriff, der seit iOS 4.3.1 existiert, auch unter der neusten iOS-Firmware möglich.
Das Dev-Team veröffentlicht daher soeben zwei aktualisierte Fassungen ihrer Software-Werkzeuge ‘PwnageTool‘ und ‘redsn0w‘, die alle iOS-Geräte bis auf das iPad 2 unterstützen.
Der ‘Ultrasn0w’-Unlock erhielt ebenfalls eine Anpassung (v.1.2.3), verweilt jedoch weiter auf einer Uralt-Baseband (01.59.00, 04.26.08, 05.11.07, 05.12.01, 05.13.04, 06.15.00) und ist daher nur für eine sehr eingeschränkte Zielgruppe sinnvoll zu verwenden. Da aktuell verkaufte Geräte mit hoher Wahrscheinlichkeit eine neuere (nicht unterstützte) Version aufweisen oder komplett ungebunden herausgegeben werden (was der eindeutig beste Weg ist), beschränkt sich das Publikum auf ehemalige Importeure und ältere T-Mobile-Kunden.
Dazu eine knappe Zusatzinfo: Aus den heute veröffentlichten Geschäftszahlen des ehemaligen Mobilfunk-Exklusivpartners lassen sich 300.000 verkaufte iPhones im Zeitraum Januar bis März ermitteln.
Apples Online Store kehrt mit weißen iPhones zurück / Lieferzeit 3-5 Tage

Nach einer kleinen Auszeit am heutigen Morgen kehrt soeben Apples Online Store (Affiliate-Link) zurück ins Netz und hält das weiße iPhone in seinen bekannten Speichergrößen 16GB (629€) und 32GB (739€) bereit. Diese Geräte telefonieren (vertragsfrei) aus allen Netzen.
Subventioniert finden sich die Telefone in neuer Gehäusefarbe auch bei Apples Vertragspartnern T-Mobile, Vodafone und (“In wenigen Stunden“) O2 ein.
AT&T kauft T-Mobile USA

Für $39 US-Milliarden (27.6 Milliarden Euro) verleibt sich der amerikanische Mobilfunkanbieter AT&T die Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom, T-Mobile USA, ein. 25 Milliarden Dollar werden dabei in bar gezahlt; der Restbetrag in Aktienanteilen.
In den USA zählt T-Mobile USA als viertgrößter Mobilfunkanbieter. AT&T besetzt mit 95 Millionen Kunden Position eins. Der Bonner Konzern betrat den nordamerikanischen Markt erstmals im Jahr 2001 mit der finalen Akquisition von Voicestream für rund 40 Milliarden Euro. Aus diesem Unternehmen entstand später T-Mobile USA, das sowohl mit Problemen bei der Netzversorgung als auch einer Etablierung seiner Marke zu kämpfen hatte.
Beide Unternehmen setzen auf die GSM-Technik, unterscheiden sich jedoch in ihrem abgedeckten Frequenz-Spektrum. Durch die Übernahme sichert sich AT&T knapp 50 Millionen zusätzliche Haushalte, die zukünftig mit LTE versorgt werden können. Insgesamt zählt T-Mobile USA aktuell 34 Millionen Kunden und 42.000 Angestellte.
Im Januar 2011, kurz nach der Ankündigung der Partnerschaft zwischen Verizon Wireless und Apple über eine CDMA-Version vom iPhone 4, schaltete T-Mobile USA einen Werbespot, der den Mobilfunkanbieter zweifelsfrei aus dem Rennen um das populäre Smartphone nahm. Dies könnte sich jetzt ändern.
Angaben über eine neue Ausrichtung beziehungsweise mögliche Zusammenführung der beiden Marken, sind jedoch noch keine Angaben gemacht worden.
[KlimBim] T-Mobile Roaming, Zune-Zukunft, Last.fm-Klage, DB Navigator und App-Store-Marktforschung
Schon lustig, wie das Argument über den ‘riesengroßen Schock der hohen Auslandsgebühren‘ jetzt ins Gegenteil verkehrt wird. Immerhin wart ihr es, liebe Mobilfunkanbieter, die “Intransparenz und versteckte Kosten” in den letzten Jahren zelebriert habt.

Im Zusammenhang mit der ‘strategischen Allianz‘ von Microsoft und Nokia will Windows-Insider Paul Thurrott die Zune-Franchise ausklingen sehen.
Side-note: Zune was conspicuously absent from this list. It is my opinion and guess that Microsoft is currently phasing out the Zune brand and will simply roll the various Zune services into Windows Live.
Ein Microsoft-Sprecher fackelte nicht lange mit einer Gegendarstellung:
“We’re not ‘killing’ any of the Zune services/features in any way. Microsoft remains committed to providing a great music and video experience from Zune on platforms such as Xbox LIVE, Windows-based PCs, Zune devices and Windows Phone 7, as well as integration with Bing and MSN.”
Es wird sich daher also erst noch zeigen, ob der Kampf mit dem iPod-Ökosystem als “Geldverschwendung” ‘abgeschrieben’ wird, sich zukünftig als “Nano- und Shuffle-Gegenspieler” positioniert oder die Marke Zune ausschließlich in ‘Software-Gestalt‘ weiterlebt.

Nachdem der Musikservice Rhapsody öffentlich Stellung gegen Apples-Abo-Modell bezog, schließt sich jetzt auch Last.fm-Mitbegründer Richard Jones der Kritik an. “Apple just fucked over online music subs for the iphone” sagte er in einem Chat mit GigaOM. Last.fm stieg erst vor drei Tagen auf ein werbefreies Bezahl-Modell um und fällt damit ganz frisch unter die iOS-Abo-Klausel.
Auch der britische Streaming-Dienst ‘We7′, an dieser Stelle bereits kurz vorgestellt, sprach gegenüber PaidContent.org von “wirtschaftlicher Unmöglichkeit“, will jedoch mit finalen Urteilen abwarten, “bis sich das Chaos ein wenig gelichtet hat“.

Den DB Navigator der Deutschen Bahn gibt es jetzt auch als ‘große‘ iPad-Version (kostenlos; App Store-Link). Neben der Verbindungssuche und Kartennavigation vermerkt die App auch Verspätungen. Bereits zwei Stunden vor der Abfahrt lassen sich zusätzliche Wartezeiten oder ein Gleiswechsel einsehen.
Eine Ticketbuchung erfolgt unabhängig von der App über den Webbrowser. Meine telefonische Nachfrage bei der Deutschen Bahn ergab, dass ein elektronisches Ticket im Zug nur als MMS ihre Gültigkeit besitzt. Den damit übermittelten 2D-Barcode scannt der Schaffner ein. Ein PDF-E-Mail-Anhang, (der ebenfalls diesen Barcode aufweist) gilt nicht als gültiges Ticket.
Für die iPad-Version ‘DB Navigator‘ bedeutet dies, dass nach der Fahrschein-Buchung entweder eine MMS auf ein Mobilfunktelefon zugestellt werden muss oder es einen Papierausdruck der PDF-Datei im Anschlag zu halten gilt.

Nachdem das Marktforschungsunternehmen IHS Screen Digest bereits vor zwei Wochen die iTunes Store-Dominanz im US-Markt für Filme unterstrich, folgt nun eine Aufstellung des App-Store-Geschäfts. Apple führt diese Statistik zwar deutlich an, verzeichnet jedoch weit weniger Wachstumsraten als die Konkurrenten Android, Ovi und BlackBerry.
Die zweite Hochrechnung präsentiert Werbeanbieter Mobclix, die einen “durchschnittlich höheren Werbewert (pro Benutzer)” für Dienstprogramme im Gegensatz zu Spielen oder Apps aus der Kategorie Unterhaltung errechnen. Das iPhone rangiert in diesen drei Segmenten oberhalb von vergleichbaren (?) Android-Programmen.
Die veröffentlichte Grafik ist neben dieser einzelnen Erkenntnis ziemlicher Quatsch – sein Anbieter ist jedoch keine kleine Nummer. Mobclix ließ sich vergangenen Herbst von einem britischen Marketing-Anbieter aufkaufen und liefert monatlich rund 8.5 Milliarden Werbeanfragen an 15.000 mobile Apps aus.



