Google-Statement zur Ablehnung der ‚Voice-Anwendung‘ im App Store; Apple streitet weiter ab

Apple schraubt mit der Eröffnung des ‚Resource Centers‘ (http://developer.apple.com/iphone/appstore/) weiter an Verbesserungen für iPhone-Entwickler, vernachlässigt jedoch die PR-Arbeit. Diese schlägt ihnen jetzt, der nicht kleine App Store-Entwickler mit dem Namen Google, um die Ohren.

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-> wireless.fcc.gov (PDF)

Ende Juli flogen unverhofft drei ‚Google Voice‘-Anwendungen aus dem App Store. Und auch das offizielle Google-Programm zur VoIP-Telefonie, mit dem der Suchmaschinenhersteller nativ im Apple-Einkaufsparadies vertreten sein wollte, bekam nie den erforderlichen Zugangsstempel. Zum damaligen Zeitpunkt befand sich die Anwendung angeblich bereits sechs Wochen in der Zulassungsstelle.

Daraufhin fragte die amerikanische Telekommunikationsaufsicht FFC in einem öffentlichen Schreiben nach, das Apple mit folgendem Statement beantwortete:

Contrary to published reports, Apple has not rejected the Google Voice application, and continues to study it.

In Auszügen liegt seit dem gestrigen Freitag eine Antwort von Google vor. Aus dieser geht hervor, das Apple die Veröffentlichung der Anwendung offiziell ablehnte. Im Schreiben bezieht man sich auf ein Telefonat von Phil Schiller, der höchstpersönlich die (schlechte) Nachricht übermittelte.

Da ebenfalls eine Prüfung der Software bis zum heutigen Tag keine weiteren (öffentlichen) Erkenntnisse zu Tage förderte, war bereits zu vermuten, das die Cupertino-Antwort ein wenig geflunkert war.

via googlepublicpolicy

Apple antwortete zeitnah noch am gestrigen Abend auf das veröffentlichte Google-Statement und beharrt auf die ursprünglich Stellungnahme:

We do not agree with all of the statements made by Google in their FCC letter. Apple has not rejected the Google Voice application and we continue to discuss it with Google.

via moconews.net

Das PDF-Antwortschreiben ist spannende Samstagslektüre und enthält auch Details zur nativen ‚Google Latitude‘-Ablehnung, die es aufgrund von ‚verdoppelter Funktionalität‘ nicht in den Store schaffte und derzeit als dröge Web-Anwendung ihr Dasein fristet.

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Die brisanten Randdetails zur Verstrickung vom Eingriff des Mobilfunkanbieters AT&T, lassen sich vermuten aber nicht zweifelsfrei darlegen.

Das Drama um den App Store-Zulassungsprozess geht damit in eine weitere Runde, in der vollkommen offen ist, welche Konsequenzen sich ergeben (und publik werden). Im Moment sieht es nach einer öffentlichen Schlammschlacht aus, bei der Google für – kleinere, aber ebenso betroffene Entwickler – die abstruse Cupertino-Zertifizierungstelle im Visier hat.

Vielleicht sichert sich ja irgendwer die Drehbuchrechte an dem fortlaufenden Drama…