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van Alex Olma
6. Juni 2011 – 16:08 Uhr

iFTD: Wagt den Informations-Entzug!

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Was ich nicht mag: Produktreligion oder Personenkult. Für Apple-Kritiker scheinen dies derzeit jedoch die letzten Waffen, sich der ‚Veräppelung‘ entgegenzustemmen. Substanzielle Argumente bleiben aus. So auch bei Joachim Dreykluft, der für die Financial Times Deutschland „den Apple-Entzug wagt„. Mit Ausrufezeichen!

Ein Abriss mit sehr persönlich geprägtem Einschlag vom ‚Nachrichtenchef Online‚. Die Seine Geschichte ist schnell erzählt: 2005 einen iPod erworben; zwei Reparaturfälle ‚überstanden‘ und seitdem „nie wieder ein Gerät von Apple gekauft und die Musiksammlung lieber auf Geräten anderer Hersteller genossen„. Die „Geräte anderer Hersteller“ bleiben ungenannt. Aber iTunes verwendet er immer noch, in Version 8: „Ab Version 9 verlangt Apple zwingend persönliche Daten wie meine Kreditkartennummer. Die bekommt Steve Jobs nicht.

Stimmt zwar nicht, kann man auf FTD.de aber anscheinend einfach mal so aufschreiben.

Ähnlich unbedarft sprudelt ein buntes Mängel-Sammelsurium im darauf folgenden Absatz: keine Flash-Videos, teurer Speicherplatz, fehlende SD-Slots, kein USB-Anschluss und nicht zu tauschende Akkus. Von welchem Gerät er allerdings spricht, findet in der gesamten Konzern-Kritik Beurteilung-Würdigung keine Erwähnung. Geht’s um den SSD-Speicher im MacBook, den nicht austauschbaren Akku beim Air oder den Camera-Connection-Kit SD-Kartenleser beim iPad? Oder iPhone? Ein bisschen Transparenz gegenüber dem Leser empfände zumindest ich als eine wertvolle Ergänzung. Ansonsten käme man eventuell zu der Auffassung, dass hier nur grundlos gemotzt wird.

Apropos Transparenz: Die Frage: „Warum sind die Kriterien, nach denen Apple Apps zulässt oder ablehnt, weitgehend intransparent?“ (Hervorhebung von mir) wird übrigens seit 2010 hier beantwortet – in 22 Paragrafen mit Unterpunkten.

Gut, wenn die komplette Apple-Karriere aus einem einzigen iPod besteht, kann man sich sicherlich nachvollziehbar wundern: „Dass immer mehr Menschen das akzeptieren und Apple-Kunde werden oder bleiben“ – um dann psychologisch auf Erstsemester-Level seinen „iHype“ mit „Gruppendruck“ und „Zigaretten“ zu erklären.

Soweit anscheinend derzeit das inhaltliche Niveau der Kategorie ‚Computer+Technik‘ aus der Financial Times Deutschland.

Ergänzung: Kollege Dreykluft veröffentlichte im Jahr 2009 unter der Überschrift „Bezahlen Sie für diesen Inhalt?“ einen FTD-Artikel, der sich mit der ‚Zukunft der Zeitung‘ auseinandersetzt. Das Werk versteckt sich hinter einer Paywall. 2.5 Euro später weiß ich:

Wenn Zeitungs- und Zeitschriftenhäuser Druckereien und Vertriebe besitzen, warum überlassen sie es dann Amazon, Sony oder Apple, mobile Lesegeräte auf den Markt zu bringen? Hier etwa wäre eine große Chance, wieder Marge zu machen.

Nach Geschrei und Gezeter“ landete Mitte Mai die Financial Times Deutschland auf dem iPad (kostenlos; App Store-Link). In den App-Store-Bewertungen vollführt die Anwendung eine technische Bauchlandung. Kaum vorstellbar, wenn’s jetzt noch inhaltlich Bergab gehen würde…

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