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van Alex Olma
12. Juli 2011 – 17:54 Uhr

Nicht alles ist eine App…

…und das ist auch gut so!

Eine der wohl besten App-Store-Schrauben, die Apple im Frühjahr 2010 anzog, war die Zurückweisung von Webseiten-Feeds in gequetschte 0815-Layouts, mit Anspruch auf eigenständige Programm-Veröffentlichung. Im Schablonen-Stil wollten iSites, UppSite und AppMakr hier schnell Kasse machen. Es war kein Verbot, eher eine Anweisung, sich erst mit mehr Funktionalität wieder im Cupertino-Prüfprozess zu melden. Wie erfolgreich das Geschäft mit einheitlichen Musterformen im Sommer 2011 noch ist, traue ich mich nicht zu beurteilen.

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Dagegen mit Meinung: Das TechCrunch-Redesign vom heutigen Morgen ist sehr gelungen. Ich mag sogar das Logo. Was mir allerdings gar nicht zusagt ist die (derzeit noch aktuelle) mobile Web-Ansicht. Das WPtouch-Theme hat seine Blütezeit, im Jahr 2008, bereits hinlänglich überschritten. Ein Mehrwert lässt sich zumindest anzweifeln.

Das Problem mit angepassten iPhone-Webauftritten ist, wie so häufig, mehrdimensional. Für eine ‚Optimierung‘ sprechen langsame Internet-Verbindungen, eine simplifizierte (Artikel-)Anordnung und (oft) ausgeblendete Reklame-Banner.

Gegen Standard-Layouts lässt sich vorrangig die dröge und absolut langweilige Mittelmaß-Optik einwenden. Wer darüber hinwegsehen kann, steht vor der Frage verfälschten Artikel-Gestaltung. Kreative Video-Einbindungen oder aufwendige Bild-Kompositionen fallen weg. Genauso ‚Eye-Catcher‚, die dazu anregen, einen Artikel überhaupt anzulesen.

Der Besucher kämpft zusätzlich mit mangelnder Übersicht. Er weiß nicht, wie viele Kommentare bereits abgegeben wurden oder welcher Textlänge er sich gegenüber sieht. Geht der Beitrag gleich zu Instapaper oder nehme ich mir jetzt gleich ein paar Minuten Zeit? Wer als Leser dies nicht schon im Überfliegen beantworten kann, klickt meistens weiter.

Ohne Frage: Es gibt tolle Layouts für mobile Webseiten. Nein, es gibt grandiose Layouts für mobile Webseiten. Ihnen gemeinsam ist, dass sie vom kleinen Bildschirm profitieren und ihn nicht als Einschränkung ansehen. Irgendwo zwischen Web-App, Content-Darstellung und finanziellen Ressourcen liegt die Eigentümer-Abwägung.

Im Zweifelsfall gilt: Keine (sogenannte) ‚optimierte Darstellung‘ aus dem Baukasten-Set verwenden. Genau deshalb gibt’s heutzutage auf Smartphones und Tablets vollwertige Webbrowser. RSS-Reader sparen unterwegs Traffic und der persönliche ‚Touch‘ einer Online-Präsenz bleibt erhalten – man ist nun mal keine von 2 Millionen identisch aussehenden Webseiten.

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