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van Alex Olma
31. Oktober 2011 – 13:56 Uhr

Lautes Geschrei verbessert keine Statistik

Mir ist relativ schnuppe, ob Android in puncto Marktherrschaft zum nächsten Windows für die mobilen Betriebssysteme aufsteigt. Ich, als Anwender, bin weiterhin dort zu finden, wo die Qualität stimmt. Stückzahl-Dominanz könnte mir nicht gleichgültiger sein.

Mit diesem Absatz beendete ich im April 2011 einen Artikel unter der Überschrift „Android vs. iPhone – auch in x-ter Wiederholung weiterhin ohne Sinn„. Zu der Aussage stehe ich immer noch.

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Die damalige ‚Diskussion‚ stieß Henry Blodget mit seinen Ausführungen auf Business Insider an: „Android Is Destroying Everyone, Especially RIM — iPhone Dead In Water“.

Besagter Blodget meldet sich nun mit „ATTENTION APPLE FANS: Samsung Blowing Past Apple To Become The Biggest Smartphone Vendor Is Not Good News“ und gleichem Gedankenmuster zurück.

[…] the ongoing Android share gains, as well as Samsung’s blowout quarter and the disappointing Q3 iPhone sales, should be wake-up calls.

Blodget blendet dabei aus, dass die zitierten 28 Millionen Samsung-Smartphones im vergangenen Quartal keine Verkäufe sondern nur von Analysten geschätzte ‚Shipments‘ sind. Samsung selbst macht seit diesem Sommer keine quantitativen Angaben mehr über seine ausgelieferten Telefone.

Unerwähnt (aber nicht unwichtig) bleibt außerdem, dass das iPhone im direkten Vergleich rund den dreifachen Gewinn in dieser Sparte einfuhr:

Samsung, for example, reported profits of $2.2 billion from smartphone sales last quarter, 60% of the electronic giant’s total. iPhone sales last quarter, while less than expected, generated revenues of nearly $11 billion (39% of Apple’s total). Assuming, conservatively, 60% profit margins on each iPhone sold, that’s an estimated profit of $6.5 billion, leaving No. 1 Samsung in the dust.

Die populären Parallelen sind daher gar nicht so spannend, wie sie lauthals gebrüllt werden.

Interessant ist die verkaufte Stückzahl jedoch in Bezug auf das dahinterstehende Ökosystem, in das sich dessen Kunden mit einem Betriebssystem einkaufen. Wer mehrere hundert Euro in App-Store-Apps gesteckt hat, wechselt (eventuell) schwerfälliger die Plattform. Das iPhone legte diesbezüglich in seinen ersten drei App-Store-Jahren kräftig vor.

Wer sich allerdings sein Smartphone primär als Telefon kauft, ist flexibler, um zwischen Anbietern zu wechseln. Genau für diese Kundschaft sehe ich in den nächsten sechs Monaten Nokias erste Windows Phones als potenzielle Mitspieler.

Für den finnischen Mobilfunkhersteller ist das Microsoft-OS einer der letzten Strohhalme, um in naher Zukunft noch eine Rolle zu spielen. Microsoft dagegen scheint ebenso auf einen großen Hardware-Lieferanten angewiesen, der fähig ist, beachtenswerte Stückzahlen in den Markt zu pumpen.

Obendrein scheint MS von seinem OS wirklich überzeugt und schaut zusätzlich auf entspannte Aktionäre: Durch Patentzahlungen von zwei der drei großen Android OEMs ist der Ballmer-Konzern nicht unmittelbar zum Erfolg der eigenen Entwicklung gezwungen.

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