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van Alex Olma
24. Januar 2013 – 12:47 Uhr

Enttäuschte Analysten und ein Rekordquartal: Kopfschmerzen aus Cupertino

Diskussionen mit Analysten ähneln Gesprächen mit Kleinkindern, die sich weinend und brüllend auf den Boden werfen, weil sie nicht das bekommen, was sie wollen – egal ob’s den Realitätscheck besteht. Gleichzeitig schreiben wir ihnen einen Expertenstatus zu, der mit Blick in die Vergangenheit, durch eine zuverlässig katastrophale Treffergenauigkeit, völlig unberechtigt ist. Zumindest im Durchschnitt; mit Sicherheit wenn’s um Apple geht.

Alle waren sich einig: ‚Apple enttäuscht mit Rekordergebnis‚. Die deutschen Agenturmeldungen, in bestem ‚Copy & Paste‘-Stil abgedruckt auf Spiegel, Zeit und Süddeutsche, verweisen auf die ‚starke Android-Konkurrenz und Microsofts Windows 8‚. Niemand machte sich die Mühe für eine finanzielle Gegenüberstellung, der bei einem Artikel über Geschäftszahlen vielleicht zu mehr Verständnis hätte beitragen können?!

Peinliche Momente hielt die gestrige Telefonkonferenz bereit, bei der Tim Cook, auf eine bemerkenswert freundliche Art und Weise den anwesenden Experten noch einmal die Komplexität der Zulieferer-Situation, die zu knapp 50 Millionen (!) verkauften iPhones führte, erklärte und dabei unterstrich, dass einzelne Datenpunkte keine Rückschlüsse auf die Nachfragesituation oder das übergreifende Geschäft zulassen – ein kleines Finanz-Einmaleins sozusagen. Angesprochen waren das WSJ mit ihrer Story über die ‚schwache iPhone-5-Nachfrage‚ oder Reuters (‚Sharp drosselt Display-Produktion‚), die in den letzten Wochen Apples Börsenwert, in der Höhe des Bruttoinlandsprodukts von Pakistan, verpulverten.

Aber keine Sorge: Die ‚Grenzen des Wachstums‚, ein beliebter Aufreißer dieser Tage für Apple-Artikel, sind in der Tat begrenzt (‚You can only fly so close to the sun.‚). Die Dominanz dieser Diskussion ist in Zeiten, in denen Apple zehn iOS-Geräte pro Sekunde verkauft, aber durchaus kritisch zu betrachten, oder?!

Tim Cook und Co. betonten auch am gestrigen Abend (mantraartig) ihr Ziel, die besten Produkte herzustellen.

The most important thing to Apple is to make the best products in the world that enrich customers’ lives. That’s our high order bit. That means that we aren’t interested in revenue for revenue’s sake. We can put the Apple brand on a lot of things and sell a lot more stuff, but that’s not what we’re here for. We want to make only the best products.

Darüber liest man schnell hinweg, weil’s so oft, so nervtötend und so pathetisch wiederholt wird. In einer Quartalsbilanz wirkt es noch fehlplatzierter als in den Keynotes. Trotzdem ist es einer der (wesentlichen) Apple-Erfolgsfaktoren, mit dem nur zwei Telefon-Ausführungen und zwei Tablet-Modelle die gesamte Mobilfunk- und Computerbranche anführen.

Mangelndes Verständnis und ignoriertes Potenzial führt auch dieses Cupertino-Quartal zu Prognosen, die a) unrealistisch hoch durch die Decke schossen oder b) sich am Boden zerstört wiederfinden. Kompetent ist beides nicht, aber (mittlerweile) gängig.

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