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van Alex Olma
9. Juli 2014 – 14:32 Uhr

Samsungs Hardware-Geschäft hat ein Software-Problem

Samsungs aktuelle Quartalszahlen knickten ein, und Ben Thompson schreibt auf, warum das nicht überrascht:

Ultimately, though, Samsung’s fundamental problem is that they have no software-based differentiation, which means in the long run all they can do is compete on price. Perhaps they should ask HP or Dell how that goes.

Stratechery

Die schlechten Zahlen treffen genau jenes Jahresviertel, in dem das neue Smartphone-Flaggschiff in den Verkauf von 150 Ländern startete. Was für Apples iPhone einer Katastrophe gleichkäme, verwundert bei Samsung nicht. Ihre Smartphone-Dominanz erstreckt sich auf ganz viele Geräte (mit kleinen Margen), anstelle einem Überflieger-Modell. Überspitzt formuliert: Samsungs Portfolio hat keine guten oder keine schlechten Telefone (und Tablets), sondern preiswerte und nicht so preiswerte Geräte. „The Next Big Thing“ – Samsungs mehrjähriges Werbeversprechen – ist immer das, was gerade neu ist.

Software als Unterscheidungskriterium finde a) nicht statt (so wie Thompson schreibt), oder b) wertet die Hardware sogar ab (siehe John Gruber).

Zu verstehen ist: Google hat es geschafft, seine Abhängigkeit vom Großproduzenten Samsung zu lockern. Dafür haben sie Android geopfert und die eigenen Dienste (Maps, Mail, Google Now, Chrome, den Play Store etc.) in den Fokus gerückt. Ohne diese Services fehlt einem Android-Smartphone die Basisfunktionalität.

Googles (Geschäfts-)Interesse bleibt Werbung. Dafür muss man möglichst viele Menschen erreichen. Bald besitzt jeder ein Smartphone, und für den dominierenden Kreis von Käufern ist der Preis das zentrale Argument.

Android One, die Initiative für preisgünstige Referenz-Geräte in einer ansprechenden Verpackung1, ist eine von Googles Strategien den generellen Straßenpreis von Smartphones zu drücken und die Verbreitung zu erhöhen. Da Samsung nicht in der Lage scheint selbst ein OS, einen eigenen Kartendienst oder ein konkurrenzfähiges Office zu bauen, bleibt die Google-Abhängigkeit bestehen und die lukrative High-End-Sparte außer Reichweite.


  1. Ein kohärente Design und das aktuellste Betriebssystem sind nicht nur technisch für die Geräte wichtig, sondern helfen bei der Auslieferung und Präsentation von Werbung. 

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