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van Alex Olma
3. März 2015 – 17:27 Uhr

Geschäftsmodell: App Store

IPhoneBlog de Indie

Milen Dzhumerov stößt keine neue, aber eine wichtige Diskussion an:

We have seen a large shift in the app economy over the past 7 years which has had a huge impact on indie software. In many ways, we have regressed to state which is simply unsustainable in the long term. If you only look at the highly publicised successes, you might assume independent developers are rolling in cash. Do not be fooled, the situation on the ground, especially on iOS, is actually very different – many indies are struggling to make a living.

Sein Resümee (aus dem insgesamt lesenswerten Beitrag):

At the end of the day, it’s in the best interest of both consumers and developers to price software sustainably. Consumers get an app that provides them value while developers get to make a living, it’s a win-win. Pricing software cheaply means that your software is doomed and has no future, guaranteed. Put a sustainable price on it and let the market decide whether it’s worth it, do not pre-emptively make the decision on behalf of your customers.

Sustainable Indie Software

Die Situation von iOS-Indie-Entwicklern ist vergleichbar mit denen von freiberuflich tätigen Journalisten, Musikern, Podcastern, Buchautoren oder Filmemachern. Jeder sucht nach einem gesunden Einkommensmix, der den Luxus für die eigene Selbstständigkeit bezahlt (um die oft besser entlohnten Fremdaufträge zu reduzieren).

Der App Store besitzt noch heute, sechseinhalb Jahre nach seinem Start, in der öffentlichen Wahrnehmung das markante Lotterie-Image, bei dem die wenigen Millionen-Gewinner als Symbol für einen Markt stehen, der grundlegend geprägt ist von einer überwältigenden Mehrheit Normalverdiener.

Paul Haddad fragt (für das geschlossene System ‚App Store‘) mit Recht: „The big question is will Apple ever do anything about it?“.

Klar. Apple kann noch mehr Download-Empfehlungen aussprechen und Apps deutlich besser präsentieren. Sie können Testversionen und bezahlte Updates als Option anbieten oder die App-Store-Steuer senken. Sie können den Prüfprozess für Copycats verschärfen und etablierte Entwickler-Konten mit ihrer Software nicht 14 Tage im Review hängen lassen.

Trotz allem bleibt Apples Einfluss beschränkt. Die Dynamik, die einem globalen Software-Markt innewohnt, lässt sich nicht zähmen. Es wird immer jemanden geben, der für weniger Geld arbeitet, der mehr Aufmerksamkeit abgreift und es nehmen weiterhin viele Leute teil, die auch in Zukunft keine 3 Euro für eine App bezahlen.

Die Diskussion um tragfähige Geschäftsmodelle im App Store – für die nächsten sechseinhalb Jahre, ist essentiell. Trotzdem sollten wir nicht das dunkle Zeitalter aus den Augen verlieren, in dem sowohl Kunden wie auch Entwickler davor feststeckten. Wie viel weniger Leute konnten damals selbstbestimmt ihren Lebensunterhalt mit Software bestreiten? Wie viel mehr Einfluss können diese Leute heute durch Apps, Dienste und Ideen insgesamt an die Plattform zurückgeben? Und wie viel mehr Software liegt nun in den Händen von Kunden? Wir sollten uns darauf einigen, dass diese Entwicklung positiv ist und dann die Details diskutieren, wie man mehr Nachhaltigkeit aus dem Verhältnis zwischen Apple und den iOS-Entwicklern quetscht.

Software verkauft Hardware, aber ohne Hardware gibt es keine Software. Jeden Tag sieht der App Store zirka 1500 neue Apps. Gefühlt bleiben daraus jede Woche mindestens eine Handvoll Software-Perlen und aktualisierte Klassiker übrig, für die man guten Gewissens Zeit und Geld investieren kann – ein enormer Beitrag der iOS-Entwicklerschaft. Apples Beitrag für das Geschäft von App-Entwicklern in den letzten Monaten sind die 74 Millionen neue iPhone-Besitzer – 74 Millionen potenzielle Software-Kunden.

Ich bin davon überzeugt, dass wir ein wachsames Auge auf alle (finanziellen) App-Store-Entwicklungen haben müssen (Freemium, In-App-Käufe, Abos, etc.), die Vorurteile vom alltäglichen App-Store-Millionär bekämpfen müssen und uns zukünftig darauf einstellen sollten mehr Geld für Software auszugeben (wenn man davon mehrere Jahre etwas haben möchte ohne das ein Verkauf der Daten oder eine Firmenübernahme drohen). Aber ansonsten passt das schon.

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