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van Alex Olma
16. Mai 2016 – 16:44 Uhr

Gboard: eine iOS-Tastatur von Google

Googles erste iOS-Tastatur, die auf den geekigen Namen Gboard hört, ist ganz ausgezeichnet. Allerdings lässt sie sich im Moment nur im US-Store (Link) – mit US-Autokorrektur – herunterladen und kämpft mit den Limits, die Apple den App-Store-Keyboards vorschreibt.

iPhoneBlog.de_Gboard

Google kontrolliert das Open-Source-OS Android durch seine Services; unter iOS ist die Suchleiste, mit der Google Geld verdient, zu viele Klicks entfernt. Da helfen auch eigene Apps oder eine gekaufte Voreinstellung nur begrenzt.

Ein eigenes Keyboard ist eine clevere Portfolio-Erweiterung, obwohl Apples Auflagen hoch sind und die technische Umsetzung aus Cupertino immer noch schwach ausfällt.

Eine Gboard-Suche ähnelt einer Websuche, unterscheidet sich aber in einigen Punkten signifikant. Beispielsweise findet man darüber keine Ads, keine bezahlten Suchergebnisse und keine Tweets oder App-Download-Empfehlungen.

Darüber hinaus spart sich Google jegliches Tracking und verzichtet auch auf die Speicherung des Suchverlaufs. So schreibt es Google in die App-Beschreibung; so glaube ich es ihnen. Selbst wenn man wollte, kann man seinen Google-Account nicht mit Gboard verknüpfen.

Gboard kratzt an allen Ecken und Grenzen, die Apple auferlegt. Der Zugriff aufs Mikrofon, wenn er erlaubt wäre, könnte so etwas wie Google Now ermöglichen. Im Moment ist jede Diktat-Funktion ausgeschlossen (weshalb ich für Spracheingaben weiterhin Apples US-Tastatur installiert habe).

Apples Keyboards erlauben es über 3D Touch den Cursor präzise – auch über große Textfelder hinweg – zu setzen. Google muss sich mit einer Wischgeste behelfen, bei der man mit dem Finger über die Leertaste rutscht um in einer Zeile die Schreibmarke zu platzieren (was aber erstaunlich gut funktioniert).

Keyboards von Drittanbietern aus dem iOS-App-Store sind ein anschauliches Beispiel dafür wie schwierig es ist die richtige Balance zwischen einer Dienstleistung, die Daten anreichert und analysiert, sowie einem grundlegenden Datenschutz zu finden. Es ist die gleiche Diskussion, die bereits zum Release von Google Photos geführt wurde.

Das App-Store-Keyboards aber auch nach 20 Monaten noch nicht einmal technisch rund laufen (verzögertes Aufspringen, Ruckler beim Start von Spotlight, etc.), sagt mir, dass Apple bei der Frage „Mehr erlauben oder nach wie vor einschränken?“ noch keine Antwort gefunden hat.

So wie es jetzt ist, kann es aber nicht weitergehen. Kurioserweise ist es Googles Gboard, dass diesen Misstand am deutlichsten aufzeigt.

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