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van Alex Olma
8. Oktober 2016 – 18:40 Uhr

Die Erato Apollo 7

Bragi’s Dash hatte ich übersprungen; die Apollo 7 von Erato (300 €; Vorbestellbar) konnte ich nun wenige Tage ausprobieren. Normalerweise nehme ich mir mehr Zeit für einen Ersteindruck. Diesmal nicht. Diesmal müssen die frühen Gedanken raus.

Spoiler-Fazit: Ich bin ernsthaft begeistert. So komplett kabellos ist eine ganz andere Nummer. Meinem Podcast-Kollege Basti, der bereits seit Juli mit diesen Steckern in den Ohren herumrennt, und darüber bereits ausführlich berichtet hat (Bits und so #479), stimme ich in seiner positiven Beurteilung vollumfänglich zu. „Ohne Kabel ist geiler“ war seine stark gekürzte Zusammenfassung.

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Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass diese Stöpsel bei mir sitzen (und dabei nicht drücken oder herausfallen). Tun sie aber. Und ich schiebe diese Überraschung aufs fehlende Kabel, das die Ohrstecker nicht nicht unten zieht. Das ist zweifelsfrei kein Alleinstellungsmerkmal der Apollo 7. Auch beim kurzen Ausprobieren der Apple AirPods macht das vollständig wegrationalisierte Kabel den großen Unterschied.

Beide Bluetooth-Ohrstecker koppeln sich individuell und lassen sich außerdem unabhängig voneinander einschalten. Das hat interessante Implikationen. Ein Praxisbeispiel: Ihr koppelt den linken Stecker mit dem Mac; den rechten Ohrstöpsel paired ihr mit dem iPhone. Spielt Musik am iPhone, tönt diese aus dem rechten Ohrstöpsel. Schaltet ihr nun den linken Ohrstöpsel ein, verbindet er sich mit dem rechten Stöpsel und nimmt an der Musikwiedergabe vom iPhone teil. Die Musikwiedergabe wechselt quasi von Mono auf Stereo.

Der linke Ohrstöpsel ist gleichzeitig aber auch mit dem Mac verbunden. Pausiert ihr nun die Musikwiedergabe am iPhone und startet ein YouTube-Video am Desktop, lenken beide Apollo-Ohrstöpsel auf den Mac um. Das erspart zeitaufwendiges Entkoppeln und den Wechsel der drahtlosen Kopfhörer auf ein neues Gerät.

Immer dann wenn ihr die Apollo zurück in ihren Plastikschuber setzt, schalten sich die In-Ears ab und laden auf.

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Die Kopfhörer klingen voll und satt, gewinnen aber keinen Preis für ihren Sound. Die wenigsten Kunden werden bei einer normalen Musikwiedergabe (auf dem täglichen Arbeitsweg oder beim Sport) davon etwas merken; bei Podcasts schon dreimal nicht. Auffällig war jedoch eine fehlende Lippensynchronität bei Videos – nicht immer, aber immer mal wieder.

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Der ‚Elephant in the room‘ ist natürlich Apple mit seinen schneeweißen AirPods, die sich noch für diesen Monat angekündigt haben. Abgesehen vom kinderleichten Koppeln umschiffen Cupertinos zukünftige Ohrstöpsel zwei meiner (technischen) Kritikpunkte an den Apollo 7. Erato entschied sich dazu seine In-Ears blaue LEDs, die regelmäßig in den Ohren leuchten, zu spendieren. Argh. Außerdem lädt die Batterie im Transport-Schuber über einen schrecklichen Micro-USB-Anschluss. Bei einem Preis von 300 Euro, der sicherlich auch ein schwieriges Argument gegen Apples 180-Euro-AirPods ist, hätte es gerne auch USB-C sein können.

Dafür mag ich die haptischen Knöpfe der Apollo 7, die sich ohne Blickkontakt kinderleicht ertasten lassen. Ein Doppelklick auf den rechten Kopfhörer dreht die Lautstärke auf; ein Doppelklick auf die Taste am linken Ohrknopf regelt die Lautstärke runter. Ein Doppelklick beider Tasten an beiden „waterproof“ In-Ears aktiviert Siri (wie Kollege Matthias herausfand).

Es ist ziemlich grandios die Apollo 7 nur einzeln einzusetzen. Ich bin derzeit bei meinen Eltern in Bremen und habe die (viel zu lange) Oculus-Connect-Keynote in der letzten Woche mit nur einem Stöpsel im Ohr verfolgt, während wir die Kids bespaßt haben und Abendessen vorbereiteten. Die Reichweite zum iPhone ist bemerkenswert: Bis zu 15 Metern kann ich mich locker vom iPhone entfernen ohne das die Wiedergabe aussetzt.

Laut Erato spielen die Apollo 7 bis zu drei Stunden kontinuierlich Musik. Keine Ahnung ob das hinkommt; sobald man die Kopfhörer aus den Ohren nimmt, bringt man sie im Case unter, dort wo sie wieder aufgeladen werden. Der Schuber versorgt die Apollo 7 zweimal vollständig mit Strom bevor man das Case selbst an die Steckdose hängen muss. Die Akkulaufzeit war durch diesen Umgang einfach nie ein Thema. Wer aber unbedingt will, kann den Batteriestand der Bluetooth-4.1-Kopfhörer im iOS-Widget nachschauen.

Mein Ersteindruck ist länger geworden als geplant. Ein gutes Zeichen. Stay tuned für mehr.

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