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van Alex Olma
8. April 2017 – 14:03 Uhr

Clips

Software is eating Hardware.

Als Samsung, LG, Huawei oder Apple hängt der Erfolg ihrer Smartphones und Tablets nicht (nur) am besten Display, am schnellsten Prozessor oder dem günstigsten Preis. Es sind (primär) Snapchat, Facebook, Instagram oder die Google-Dienste, die auf einem iPhone 7, Galaxy S8 oder Huawei P10 genutzt werden. Ohne diese Services und das breite Softwareangebot aus den App Stores würde sich jedes Gerät, das solche Dienste nicht nutzen kann, auch nicht verkaufen. Siehe: Windows Phone.

Ohne Snapchat hätte das iPhones ein Problem. Andererseits wäre es höchstproblematisch wenn Snapchat für seine Reichweite keine iPhone-App hätte. Das Gleichgewicht besteht, weil man einander braucht.

Snapchat ist kein willkürlich gewähltes Beispiel. Ihr Börsengang enthüllte:

Snapchat’s just-released IPO filing reveals that the app sees far more usage on Apple’s iOS mobile operating system than on Android. That trend has led the company to focus development resources on the iPhone experience, leaving Android lower down in the priority list. “We have prioritized development of our products to operate with iOS operating systems rather than smartphones with Android operating systems,” the company said in its S-1 filing.

Snapchat is way more popular on iOS than Android

Das Ergebnis: Snapchat funktioniert besser unter iOS als unter Android. Und das ist ein Problem für Samsung, LG und Huawei, weil sie darauf als Android-Lizenznehmer nur begrenzt Einfluss haben. Deshalb versucht man sich über andere Wege zu differenzieren und so der Gefahr einer Austauschbarkeit entgegenzuwirken.

Samsung hat beispielsweise jede einzelne Google-App nachgebaut. Andere Android-Hersteller probieren es mit speziellen Kamera-Apps, Widgets oder Skins. Auch wenn das meinen persönlichen Geschmack oft nicht trifft, ist es absolut legitim Kunden mit einer speziellen Aufmachung, eigenen Shortcuts und individuellen Funktionen ansprechen zu wollen.

Als Plattformbetreiber kämpft Apple mit anderen Herausforderungen. Angefangen bei der schwierigen Aufgabe den App Store so aufzubereiten, dass es sich für Entwickler lohnt dort Software zu verkaufen (Software-Abos, In-App-Käufe, Features, etc.).

Apples neue Video-App Clips (universal; Laden) ist keine solche Kopfnuss. Clips versteht sich als iOS-Alleinstellungsmerkmal, dass die Aufgabe hat, die Plattform insgesamt aufwertet – ähnlich wie Music Memos (universal; Laden).

Das Versprechen der App ist interessant. Clips will kein eigenes Netzwerk sein, sondern unterstützt bei der Erstellung von Foto- und Videoinhalten für andere Netzwerke. Dafür nutzt es Schnittstellen, die andere App-Store-Apps (noch?) nicht nutzen dürfen (Share Sheets mit iMessage-Shortcuts, unbegrenzte Spracherkennung, etc.). Clips arbeitet eng an der Apple-Hardware, tritt jedoch nicht in Konkurrenz zu Instagram, Snapchat und andere Apps, die Fotos, Videos und Musik in die moderne Idee einer „Story“ pressen.

Clips ist keine besonders ausgefuchste App, aber hübsch aufgemacht und noch präziser platziert. Es ist eine typische Cupertino-Vorzeige-Software, die auf bekannte Art und Weise Apple-Hardware bewirbt. Sie ist überraschend hip, mit ein paar netten Ideen wie man Videos schneidet ohne Videos schneiden zu müssen.

Ob Clips seine Aufgabe erfüllen kann, wird davon abhängen wie viel Folgearbeit Apple nach dieser ersten Version investiert. Ohne regelmäßige Updates dürfte die Luft schnell raus sein. Ich bin deshalb gespannt ob wir uns in einem Jahr nur noch düster an Clips erinnern oder damit begeistert und regelmäßig Videos erstellen.

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