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van Alex Olma
13. September 2017 – 15:50 Uhr

Erste Gedanken zur gestrigen Apple-Keynote

Mit technischen Daten brauche ich euch nicht zu langweilen. Alles was bislang bekannt ist, steht ohnehin auf Apple.com. Hier ein paar meiner ersten Gedanken, nachdem ich die Apple-Keynote jetzt zweimal geschaut habe.

Apple Watch

Apple Watch bleibt schlicht und einfach eine Erfolgsgeschichte. Die Hardware-Upgrades der Series 3 in diesem Jahr (LTE, eine höhere Prozessorgeschwindigkeit sowie der barometrische Höhenmesser) sind substanziell, schlagen aber auch nicht auffällig aus der Reihe. Die Neuerungen waren so erwartet, und wurde genauso geliefert.

Die generellen Sprünge aber, die Apple Watch seit Frühling 2015 macht, sind bemerkenswert und derzeit von niemandem sonst so zu kopieren.

Mein persönliches Problem: Die Series 0, die ich seit zweieinhalb Jahren trage, reicht mir in fast allen Punkten noch vollkommen aus. Nur der mehr als deutliche Geschwindigkeitsgewinn durch den neuen Dual-Core-Prozessors reizt mich1.

Was nachvollziehbar ist, aber gleichzeitig auch ein bisschen albern: WatchOS 4 läuft befriedigend flott. Das Edelstahlgehäuse und das Saphirglas sehen aus wie am ersten Tag. Nüchtern betrachtet, benötige ich keine neue Apple Watch.

Apple TV

Der Apple TV hängt bei uns am ersten HDMI-Eingang. TV-technisch läuft inzwischen alles über die kleine Box und deren Apps.

Apple packt in diesem Jahr tatsächlich ernstzunehmende Hardware in seine TV-Kiste (den A10X Fusion Chip, Bluetooth 5.0 und Gigabit-Ethernet). Wenn mir das nur ein paar Mal meine Entertainment-Zeit aufwertet, lohnt sich das Upgrade.

Das deutlich (!) größere Problem: Es fehlt mir bislang der entsprechende OLED-Fernseher mit 4K und HDR.

Zwei zusätzliche Erwähnungen:

  • Das automatische Gratis-Upgrade von gekauften HD-Titeln auf die 4K HDR Version ist ein bemerkenswerter Deal von Eddy Cue mit Hollywood. Ich habe noch iTunes-Zeiten erlebt, in denen man seine DRM-Musik *freikaufen* konnte. iTunes Plus war je nach Größe der eigenen Song-Bibliothek eine unterschiedlich hohe Investition. Es war damals aber nicht die Strafzahlung für den Kopierschutz, die die Kunden verärgert hat. Es war für die meisten Musikliebhaber schlicht nicht nachvollziehbar wofür man noch einmal bezahlen sollte – ihr Musikkatalog blieb ja unverändert.
  • Apropos „nicht nachvollziehbar“: Warum verkauft Apple seine TV-Box immer noch in zwei Speichergrößen und warum bleibt die alte Apple-TV-Kiste mit dem absurd hohen Preis von 159 Euro weiter im Line-up?

iPhone 8 und 8 Plus

„Es ist das iPhone, das wir kennen, nur besser.“

Ich glaube, das Glas- und Aluminiumdesign wird gut ankommen – genau wie kabelloses Laden. Es freut mich, das Apple keine Abstriche beim Prozessor im Vergleich zum iPhone X macht und auch True Tone, den automatischen Weißabgleich des Bildschirms an das Umgebungslicht, hier verbaut.

Ich bin allerdings enttäuscht, dass das iPhone 8 ohne zweite Kamera kommt und sich zusätzlich nicht in die Richtung von meinem Preisvorschlag bewegt hat.

iPhone X

Es ist das iPhone, nach dem man als Enthusiast in diesem Jahr verlangt. Dort steckt Technik drin, die erst in den nächsten Jahren so richtig ausgeschöpft wird. Das iPhone X ist typische Early-Adopter-Hardware („Next years iPhone, today“). Es ist auf gewisse Weise die teure „Fan-Edition“ des iPhones.

Achtung, es folgt eine Milchmädchenrechnung, die den Verkaufspreis von 1.149 Euro nicht schönrechnen soll, sondern nur ein bisschen greifbarer macht.

Nimmt man die typische Laufzeit von 2 (Vertrags‑)Jahren als Grundlage, über die man sein iPhone X benutzt, zahlt man dafür pro Tag rund einen Euro und 60 Cent. Ums wirklich ganz einfach zu halten, rechne ich komplett ohne Wiederverkaufswert. Das ist ein bisschen albern, weil insbesondere iPhones recht vernünftig ihren Wert halten. Aber um den eigentlichen Verkaufspreis – dessen Höhe immer ganz individuell beurteilt wird – geht es mir nicht. Ich versuche lediglich den Nutzungswert zu ermessen.

Wenn wir nämlich ehrlich sind: Jemand der jetzt 1.149 Euro für ein iPhone X hinlegt, kauft vielleicht auch nächstes Jahr gleich das neue Gerät. Damit erhöht sich die tägliche Nutzungsgebühr auf 3 Euro und 20 Cent. Die Frage, die ich mir also stelle (und für mich bereits beantworten konnte): „Ist mir das iPhone X täglich 3 Euro und 20 Cent wert?

In mehr oder weniger exakt 7 Tagen lesen wir wahrscheinlich die ersten Reviews zum iPhone 8 und 8 Plus. Die Testberichte zum iPhone X werden wohl erst Ende Oktober erscheinen. Ich bin gespannt wie viel Early-Adopter-Bonus man dem iPhone X zugestehen muss, damit man im nächsten Jahr guten Gewissens auf a) ein nahezu rahmenloses Gehäuse schaut, b) mit zwei Stunden mehr Akkulaufzeit lebt, c) ein Super Retina Display mit dem Kontrastverhältnis von 1.000.000:1 vor sich hält, d) Selfies im Porträtmodus knipst und e) sein Gerät über Face ID entsperrt.


  1. Apropos Reiz: Entgegen (gefühlt) vieler Meinungen bin ich übrigens Fan des roten Punktes auf der digitalen Krone. Keine Ahnung warum. Ich finde ihn schnieke. 

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