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van Alex Olma
5. Oktober 2017 – 0:29 Uhr

Konkurrenz belebt das Geschäft: das Google Pixel 2

All or nothing: Google lenkt mit dem Pixel 2 (endlich) auf direkten Konfrontationskurs mit Apple und signalisierte durch die Übernahme von 2.000 HTC-MitarbeiterInnen im letzten Monat erstmals eine langfristige Perspektive für einen adäquaten iPhone-Konkurrenten.

Googles erster Anlauf aufs Geschäft mit eigener Hardware, die zwölf Milliarden-Dollar-Übernahme von Motorola, überlebte keine zweieinhalb Jahre. Google stieß Motorola für drei Milliarden US-Dollar wieder an Lenovo ab (und behielt aus dem Experiment lediglich ein paar Patente).

Im Unterschied zum Motorola-Fehltritt steht die Übernahme des HTC-Teams aber unter anderen Vorzeichen: Google pflegte damals eine klare Trennung zwischen dem Hard- und Software-Team. Man wollte sich nie vorwerfen lassen, die eigenen Telefone bevorzugt zu behandeln; andere Android-Hersteller sollten keinesfalls vor den Kopf gestoßen werden.

Diese Angst scheint Google nun abgelegt zu haben. Entweder aus Frustration über zugesagte aber nicht eingehaltene OS-Upgrade-Versprechen, oder weil schlicht kein anderer Hersteller Smartphones auf Augenhöhe des iPhones verkauft.

Auf dem heutigen Pixel-Event sprach man unmissverständlich von den Vorteilen, die es hat, wenn Software und Hardware aus einer Hand stammen. Das ist nicht nur seit Jahrzehnten Apples Leitspruch, sondern auch eine recht eindeutige Watsche für Samsung und Konsorten.

Gut so. Android bleibt das weltweit führende Betriebssystem, vermisst jedoch Telefone, die in der gleichen Liga wie das iPhone spielen. Samsungs S8 und Note 8 sind ohne Frage würdige Mitbewerber. LG würde gerne, schafft es aber nicht. Und Sony sowie HTC sind bereits vor Jahren aus dem Rennen ausgestiegen. Hersteller wie OnePlus fallen aufgrund ihrer geringen Größe in keiner Statistik auf. Xiaomi, Oppo und Vivo beschränken sich weiter auf die asiatischen Märkte und Andy Rubins Essential Phone hat nach einem großen Medien-Hype geschätzt nur zirka 5.000 Telefone verkauft.

Fünftausend!

Deshalb sollte niemanden der Preis für ein Pixel 2 verwundern, oder das es jetzt ein„Made for Google“-Zubehörprogramm aus Mountain View gibt. Alles riecht danach, dass Google die enge Verknüpfung zwischen Hard- und Software für sich tatsächlich ausreizt und so eine Preis- und Qualitätsklasse anstrebt, die weitestgehend von anderen Android-Smartphones ignoriert wird.

Pixel 2 und Pixel 2 XL sind zwei Smartphones, die mich mit ihrer Ankündigung angefixt haben. Die Hardware scheint zwar nur solide, doch mit den individuellen Software-Anpassungen und Services (Google Photos, Google Lense, Google Assistant, etc.) könnte das Pixel eine Position einnehmen, die so bislang kein anderes Android-Telefon für sich beansprucht hat. Das Pixel 2 scheint mir ein waschechter iPhone-Konkurrent. Das ist doch mal erfrischend.

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