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van Alex Olma
6. Februar 2018 – 16:10 Uhr

Mehr laut als smart? Apples HomePod startet am Freitag.

Wenn Apple die ersten HomePods am Ende dieser Woche in Kundenhände legt, wird das eine oder andere Urteil lauten: Toller Sound, schlechte Siri.

Und ich glaube, das ist fair. Ich glaube, Siri funktioniert nicht annähernd so gut wie Amazons Alexa oder Googles Assistant. Aber ich weiß, dass die Fähigkeiten von Google Home und Amazon Echo durch die begrenzte Anzahl der erlernten Skills ebenfalls limitiert sind.

Apple, Google und Amazon vermarkten ihre Sprachsteuerung manchmal so, als ob man sie alles fragen könnte. Siri, zur Einführung mit dem iPhone 4s, darf man definitiv schuldig sprechen. Doch auch mit den anderen Sprachassistenten schwimmen wir sieben Jahre später lediglich in einem Pool, der zu jeder Seite eine gemauerte Wand hat und nicht das offene Meer.

Auch Amazon und Google beantworten mir nur Fragen, die jemand zuvor schon einmal erdacht und einprogrammiert hat. Und da es für mich als Nutzer unmöglich ist das gesamte Spektrum an potenziellen Fragen zu überblicken, beschränken wir uns auf die 5, 10 oder vielleicht 20 Dinge, die man Alexa, Google oder Siri regelmäßig fragt. Sprachassistenten bleiben auch im Jahr 2018 eine unsichtbare Websuche und keine allwissende künstliche Intelligenz.

Zugegeben: Apple, Google und Amazon kennen die häufigsten Fragen, die man ihnen stellt, und optimieren genau darauf ihre Antworten. Dass verschleiert, wie clever die Assistenten tatsächlich sind. Die Illusion fällt aber häufig genug auf die Nase, wenn man ein Kommando außerhalb von bekannten Kontexten abwirft.

Keine Frage: Sprachsteuerung wird immer besser. Es ist absehbar, dass der Computer zukünftig unterschiedliche Stimmen fehlerfrei unterscheiden kann; dass die Transkription unserer gesprochenen Worte schon heute gut genug ist und einige komplexe Fragen beantwortet, die ein simples Google-Suchfeld überfordern.

Und trotzdem hat reine Sprachsteuerung – so wie sie manchmal als „die nächste große Plattform“ verkauft wird – ihre ganz natürlichen Grenzen. Egal wie gut auf unsere Befehle reagiert wird: Mit dem Finger durch eine Musikbibliothek auf dem iPhone zu schnipsen, bleibt auf absehbare Zeit das beste ‚User Interface‘. Waschpulver oder Bier lässt sich kinderleicht über Sprache bestellen; bei Kleidung, die nach persönlichem Geschmack, Schnitt und Aussehen gekauft wird, funktioniert eine solche Sprachbestellung schon nicht mehr. Bildschirme bleiben in unserem Leben relevant – egal ob in der Hand, am Handgelenk oder auf der Nase.

Oder schauen wir auf die Heimautomatisierung: Sprachsteuerung ist auch hier nicht automatisch (und keinesfalls exklusiv) die überlegende Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Wenn ich ein cleveres Türschloss besitze, will ich es nicht per Sprache dazu auffordern müssen, aufzuschließen wenn ich darauf zugehe. Das muss automatisch passieren. Kein Sprachbefehl ist besser als ein Sprachbefehl. Und wenn ich am Abend nach Hause komme, soll das Licht von alleine angehen, aber nicht automatisch wieder ausgehen, wenn ich das Haus verlasse und die restliche Familie noch Zuhause ist. Die Anzahl der Szenarien ist endlos. Und bis wir nicht bei einer künstlichen Intelligenz angekommen sind, die potenziell alle Eventualitäten aufdröselt, bleibt das alles ein ‚Whac-A-Mole‘-Spiel.

Hinzu kommt, dass diese Zukunft nur sukzessive passiert und gewiss nicht auf einen Schlag:

Part of the challenge is that very few people will convert their entire existing home to ’smart‘ all in one go, even if all of the possible products were available. You might buy a smart door lock or camera, or thermostat, but you probably won’t replace all the light switches, plug sockets, locks, blinds and appliances at the same time. Many of those other things are on long replacement cycles – we buy new smartphones every two to three years, but fridges and water heaters last for a decade or two. If you want people to replace a ‚dumb‘ thing with a ’smart‘ thing, then either you must fit into the existing replacement cycle for that thing, or that thing must be cheap enough to be replaced off-cycle. You can keep a garage door opener for 20 years or buy a new smart one now, but no-one will replace a two-year-old fridge just to get a smart one.

Benedict Evans | „Smart homes and vegetable peelers

Und deshalb scheint es verfrüht über einen Vergleich von HomePod mit dem Amazon Echo oder dem Google Home zu sprechen. Die Diskussion um Sprachsteuerung, künstliche Intelligenz und Heimautomatisierung findet parallel statt – und HomePod steht definitiv auf mehreren Beinen in vielen dieser Kategorien. Zu Beginn ist Apples Lautsprecher aber schlicht ein Zubehör für das iPhone, der sich wiederum über Apple Musik verkauft.

What HomePod shows, though, is that Apple Music is part of the strategy story. Remember, strategically speaking, the point of services is to differentiate hardware. To that end, HomePod is not exclusive to Apple devices to prop up Apple Music; rather, Apple Music is exclusive to HomePod to sell speakers.

Most commentary has assumed that:

  • Customer wants HomePod
  • Therefore, customer subscribe to Apple Music
  • Apple profits

Again, this doesn’t make sense because Apple Music isn’t profitable! Instead, I think the order goes like this:

  • Customer owns an iPhone
  • Customer subscribes to Apple Music because it is installed by default on their iPhone
  • As an Apple Music subscriber, customer only has one choice in smart speakers: HomePod (and to make the decision to spend more money palatable, Apple pushes sound quality), from which Apple makes a profit

Ben Thompson | “Apple’s middle age

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