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van Alex Olma
23. April 2018 – 16:52 Uhr

Podcast: „How Ulysses pulled off a controversial pivot to subscription“

Das Ulysses-Team aus Leipzig schrieb im letzten Jahr zwei faszinierende Blogposts über die eigenen Erfahrungen beim Wechsel ihrer Textverarbeitung aufs Abo-Modell („Why we’re switching Ulysses to Subscription” / „Ulysses: Moving Forward“).

Das aktuelle Podcast-Interview mit Max Seelemann unterstreicht einige der Lehren, die daraus entstanden und zeigt was die Notiz-App Drafts (universal; Laden) gerade durchmacht, die diesen Schritt in der letzten Woche gewagt hat (und im Moment durchs tiefe Tal der Tränen unterirdischer App-Store-Bewertungen schreitet).

When Max Seelemann and his team at Ulysses announced their pivot to a subscription model in August 2017, they knew it would cause some controversy among users and the wider tech industry. In fact, Max wanted to create a wave in the industry and the operation was poised to make the most of any resulting publicity.

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Bei Erfahrungsberichten wie diesem, bleibt es frustrierend wie unreflektiert der alleinige Fokus aufs Preismodell oft ausfällt.

‚Software as a Service‘ (SaaS) verändert nämlich nicht nur das finanzielle Verhältnis zwischen Entwickler, Kunde und Produkt, sondern schärft allem voran den Blick auf den Konsumenten. Für ein Abo entscheiden sich (auf lange Sicht) hauptsächlich Nutzer und Nutzerinnen, die konstant und extensiv eine App benutzen – die Wert aus einer Software schöpfen. Und genau diese Kunden haben andere Prioritäten als der typische Einmalzahler, der (irgendwann) mal fünf Euro locker gemacht hat und die App nur sporadisch verwendet.

Niemand ist der bessere Kunde und beileibe nicht jede Software lässt sich sinnvoll ins Korsett für jedes Finanzierungsmodell schnüren. Kennt man jedoch die Prioritäten seiner Kundschaft, lässt sich ein Fokus in die Entwicklung aufnehmen, der in einer eher main­strea­migen Ausrichtung so nicht zu leisten ist.

Wie oft hört man beispielsweise das Argument, dass man ein bezahltes Software-Update diesmal überspringt, weil es (potenziell) keine neuen Funktionen bietet, die mir wichtig sind?

Eine meiner Prioritäten für Software ist Kompatibilität. Dazu gehört, dass meine Software bestenfalls schon am Veröffentlichungstag eines neuen iPhones bereits eine geänderte Bildschirmauflösung unterstützt. Ich verzichte gerne auf neue Features, wenn Software zuverlässig läuft und wenn ich das Feedback bekomme, dass daran aktiv wird gearbeitet.

Software mit einem monolithischen Release-Zyklus hat keinerlei Motivation, eine solche „Kompatibilität” zeitnah herzustellen. Solche Weiterentwicklungen funktionieren als Kaufanreiz ganz hervorragend für das nächste (große) Bezahl-Update – aber nicht kostenlos zwischendurch. Wenn Googles Snapseed (universal; Laden) heute – 171 Tage nach dem Release des iPhone X – ein Update für das neue Super-Retina-Display veröffentlicht, habe ich daran nicht das geringste Interesse.

Es gehört ohne Zweifel Mut dazu, sich mit einer Subscription potenziell gegen (zukünftige) Kunden zu entscheiden. Unabhängig davon würde für die Mehrheit der App-Store-Apps das Abo-Modell auch nicht funktionieren. Es scheint jedoch eine Gruppe von iOS-Entwicklern zu geben, die treue und engagierte Zielgruppen anziehen, die keinesfalls das Software-Abo nur akzeptieren, sondern ganz explizit die Vorteile präferieren. Die interessante Frage lautet also: Wie große sind diese Gruppen?

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