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van Alex Olma
7. Februar 2019 – 16:39 Uhr

Zum Rücktritt von Angela Ahrendts

Als sich Conan O‘Brien und NBC im Januar 2010 trennten, sagte der US-Entertainer in seiner letzten Show:

„To all the people watching, I can never thank you enough for your kindness to me and I will think about it for the rest of my life. All I ask of you is one thing: Please don‘t be cynical. I hate cynicism – it‘s my least favorite quality and it doesn‘t lead anywhere.“

Bei dem einen oder anderen Tweet, der in dieser Woche zum Ausscheiden von Angela Ahrendts durchs Netz flog, fühlte ich mich an das Zitat erinnert. Es stellt sich nämlich heraus: Manchmal ist es gut, keinen zynischen „Hot take“ zu einer News zu verbreiten.

Ahrendts‘ Austritt – „a bittersweet set of announcements“ – war alles andere als ein Rauswurf: Keine Kündigung ist überschrieben mit den Worten „…Plans […] Departure After Five Successful Years.“ Kein CEO, der sich gerade von einem hochrangigen Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterinn getrennt hat, twittert ein gemeinsames Bild.

Der Kicker ist jedoch das große Vogue-Interview aus der letzten Woche, dessen besserer Schlussparagraph auf Instagram steht (siehe Bild1). Es ist ein Interview, dass Suze Menkes, die im Jahr 2015 bereits mit Jony Ive und Marc Newson sprach, in Abstimmung mit Apples Chefetage führte. Es ist illusorisch anzunehmen, dass Angela Ahrendts ihr Feature ohne vorherige Absprache mit Tim Cook in die Wege leitete.

Rückblickend war die ehemalige Burberry-Chefin sicherlich jemand, der (auch) für das Produkt ‚Apple Watch‘ angeheuert wurde (Stichwort: Fashion!). Eine generelle Neuausrichtung der Retail-Stores muss bei Apple aber schon vorher auf der Agenda gestanden haben: Für Produkte wie die Apple Watch war eine komplett andere Ausstellungsfläche notwendig. Aber auch Produkte wie das iPhone, dessen Verkaufszahlen in den letzten Jahren durch die Decke schossen, erforderten einen grundlegenden Strategiewechsel – eine Art „war room“ vielleicht?!

Meet The Woman Who Wants To Change The Way You Buy Your iPhone

Ahrendts überblickte in ihren fünf Jahren die Zusammenführung von Apple Online sowie Offline und verdoppelte die Anzahl der Mitarbeiter in den Geschäften. Durch Programme wie „Today at Apple“ steht dieses Personal nun mehr als jemals zuvor im Mittelpunkt.

Genau dort wartet zukünftig aber auch die meiste Arbeit auf Ahrendts’ Nachfolgerin Deirdre O‘Brien: Die Stores sind überlaufen; Servicetermine muss man viele Tage im Voraus buchen.

Ein besserer Flow durch die Geschäfte dürfte eine der größten Aufgaben der nächsten Jahre sein. Eine grundlegende Umstrukturierung der Retail Stores, die von Ahrendts‘ Konzept signifikant abweicht, ist aber nicht zu erwarten.


  1. I had to ask Angela Ahrendts this question: did she miss fashion after giving up Burberry five years ago to take on Apple retail? There was a significant pause before she answered:

    “I loved fashion for 40 years. It is wonderful when you know everything there is to know about the industry, because you grew up in it. “I’ve been gone from London almost five years. I have two kids there — they were at university when we moved and they decided to stay. My son is a budding musician with an honours degree in song writing and my daughter has an honours degree in marketing — she works for a start up magazine and he does gigs round London and writes great music! I miss them, obviously. It’s such a great city and we try to make it back as much as we can. But California is not so bad! 

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