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van Alex Olma
22. Januar 2020 – 16:52 Uhr

Mini-Workflow: vom Dia zur iCloud-Fotodatei

Plötzlich 40! Mein Geburtstag war für meine Eltern Grund genug einen Schuhkarton mit alten Dia-Fotos vorbeizubringen. Für die jüngeren Leser und Leserinnen unter uns: Das sind stempelgroße Fotos in Plastikrahmen, auf denen man die Urlaubsbilder entfernter Verwandter in abendfüllenden Präsentationen ertragen musste.

Meine Eltern hatten tatsächlich auch einen simplen Diabetrachter im Gepäck – originalgetreu aus den 80er Jahren. Mit Licht und Lupe ließ sich damit erahnen, wie ich im Kleinkindalter aussah.

Um diesen immateriellen Wert auch für die nächsten Generationen zu erhalten, stand eine Digitalisierung an. Mir war es dabei wichtig, dass das relativ flott, mühelos und kostengünstig geschieht, auch wenn die digitalen Abzüge dann nicht die höchstmögliche Qualität erreichen. Machen wir uns nämlich nichts vor: Wenn es zeitraubend, kompliziert und teuer wird, schieben wir solche Projekte gerne weiter vor uns her.

Und das ist nicht gut: Die typische Lebenszeit von VHS- und Mini-DV-Kassetten – aber auch Negativen und Dias – ist bereits überschritten. Die Zeit, in der man auf einen besseren Scanner oder ein günstigeres Angebot wartet, steht in keinem Verhältnis zu der fortschreitenden Alterung dieser Erinnerungen.

Am Dienstag habe ich mich deshalb für zwei Stunden in den Makerspace unserer Bibliothek1 eingebucht und rund 80 Dias mit einem Epson Perfection V850 Pro digitalisiert.

Über einen Einlegerahmen wurden vier Dias gleichzeitig verarbeitet. Die TIFF-Bilddateien habe ich anschließend auf diesen SanDisk-USB-Stick (Affiliate-Link) kopiert und über das iPad aufs iCloud Drive gelegt.

Ein Shortcut hat den Dateien eine einheitliche Bezeichnungen sowie eine fortlaufende Nummer gegeben.

Im Anschluss habe ich Pixelmator Photo diesen Ordner vor die Füße geworfen. In einer Stapelverarbeitung hat die iPad-App alle Bilder in JPEGs umgewandelt und gleichzeitig die Farben korrigiert – „ML Enhance” macht’s möglich.

Das sind sicherlich zwei kontroverse Bearbeitungsschritte, aber die Ergebnisse haben mich überzeugt. Die Dateien sind signifikant kleiner, ohne das ich mit den Augen einen qualitativen Unterschied erkenne. Die Farbanpassungen über den Algorithmus, der durch maschinelles Lernen trainiert, führte zu insgesamt natürlicheren Bildern.

Wie gesagt: „Flott, mühelos und günstig“ waren für mich entscheidend.

Im nächsten Schritt bin ich alle Bilder trotzdem noch einmal von Hand durchgegangen und habe ganz offensichtliche Schmutzstellen mit dem Apple Pencil retuschiert. Das „Repair Tool“ bleibt fantastisch. Bei einigen Bildern hat es sich außerdem angeboten die Ränder minimal zu beschneiden, obwohl ich vom ursprünglichen Ergebnis des Epson-Scanners durchaus angetan war.

Nach dem Import der Bilderreihe in meine Fotobibliothek habe ich in letzter Konsequenz dann noch Metapho bemüht und den Bildern eine Standortinformation sowie ein Datum zugeschrieben.

Meine Kinderfotos, ehemals nur als Dia auf einem Diabetrachter anzuschauen, existieren nun als ein geteiltes iCloud-Fotoalbum.


  1. Bibliotheken sind fantastisch! 

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